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Wird mit zweierlei Maß gemessen…?(to)

„Bei der „Bepflanzung der Seitenstreifen“ in Norddorf wird anscheinend mit zweierlei Maß gemessen“, konfrontierte eine Norddorferin ihren Bürgermeister, Peter Koßmann, mit der Tatsache, dass immer noch Willkür bei der Gestaltung der Seitenstreifen in Norddorf herrsche.

Bürgermeister Peter Koßmann

Bürgermeister Peter Koßmann

„Die einen haben ihre schützenden Blumenkübel und Feldsteine beseitigt, andere haben diese immer noch vor ihren Grundstücken postiert.

Ordnungsamtsleiterin Sabine Grochla und Bürgermeister Peter Koßmann hatten im April 2011 eine Ortsbegehung durchgeführt, bei der auch die „Bebauung“ der Banketten in Augenschein genommen wurde. Durchaus dekorativ präsentierten sich die Grünstreifen in Teilbereichen der Dorfstraßen. Um eben diese Randbereiche vor dem Befahren und Beparken durch Fahrzeuge zu schützen, hatten die Anwohner dort Blumenkübel aufgestellt und bepflanzt oder aber weiß gestrichene Feldsteine abgelegt. „Ich darf aufgrund der Gesetzeslage diese Absperrung auf Gemeindeeigentum nicht tolerieren“, bedauerte Koßmann im letzten Jahr.
Sieht gut aus, ist aber nicht erlaubt...

Sieht gut aus, ist aber nicht erlaubt...

Kommt es zu einem Schaden an einem Fahrzeug oder noch schlimmer verunfallt eine Person, wird zuerst die Gemeinde in die Verantwortung genommen. Das bedeutet, dass der Bürgermeister verantwortlich zeichnet. „Ich bin nicht bereit, als ehrenamtlicher Bürgermeister mein Kopf dafür hinzuhalten, damit immer noch einige ihre Dickfelligkeit aussitzen können und gegen das Gemeinderecht verstoßen“, stellte Koßmann auf der Einwohnerversammlung klar. Im Schadensfall ist die Gemeinde angehalten, die Regressansprüche an den kommunalen Schadensausgleich auf den Grundstückseigentümer abzuwälzen. Diejenigen, die die Randstreifen immer noch nicht geräumt haben, werden nochmal seitens des Ordnungsamtes aufgefordert, die unverzüglich zu tun.
Um das Parkchaos bei Veranstaltungen im Gemeindehaus zu entschärfen und den Großparkplatz noch weiter in den Nutzungsmittelpunkt zu rücken, ist eine Änderung der Verkehrsführung in der Planung, stellt Koßmann auf Nachfrage klar. Danach soll die bisherige Sackgasse Halemwai zum Parkplatz geöffnet und zu einer Einbahnstraße umgewandelt werden. „Wir versprechen uns davon, dass der Autoverkehr in Norddorf ein Stück weiter an den Rand positioniert wird. Die Beschwerden über den vorhandenen Autoverkehr im Dorf nehmen bei der Auswertung der alljährlich auflaufenden Beschwerden und Anregungen der Gäste immer noch einen der vorderen Plätze ein. Wir wollen Norddorf nicht zwingend autofrei bekommen, aber die Präsenz der Fahrzeuge im Ortsbild zu verringern ist unser Ziel“, verdeutlicht Norddorfs Bürgermeister.
Verantwortlich für diesen Bericht: Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

3 Kommentare

  1. Moin nach Amrum,
    drastische Verkehrsberuhigung auf der gesammten Insel wäre äusserst wünschenswert. Nur, wer stellt die Regeln auf, wer hält sich dann daran und wer kontrolliert ?
    mfg Wolfgang Matzak

  2. Ich schließe mich als Bewohner der Insel dem Vorschlag zur Reduzierung des Verkehrs auf Amrum an. Wer einmal erlebt hat, wie zum Beispiel während des Osterfeuers der gesamte Strunwai in Nebel links und rechts mit Autos zugeparkt ist und zu welchem Chaos es führt, wenn dann alle nach Sonnenuntergang wieder nach Hause wollen, der kann darüber nur den Kopf schütteln. Ähnlich verhält es sich mit der Inselstraße in Wittdün, wo der Bus zeitweise kaum mehr vorankommt und bei Veranstaltungen rund um das Gemeindehaus in Norddorf.
    Sicherlich kann man niemandem sein Auto verbieten. Da jedoch anscheinend immer weniger von den ohnehin gehobenen Preisen für das Übersetzen ihres PKW durch die W.D.R. abgeschreckt werden, liegt eine Lösung doch sehr nahe: Eine Inselmaut. Das so gewonnene Geld könnte sinnbringend z. B. zurück in die Verkehrinfrastruktur und den Naturschutz fließen. Begleitet von einem Informationsblatt, warum gerade in einem ökologisch sensiblem Gebiet wie dem Wattenmeer ein Auto nicht immer Sinn macht, könnte diese Maut ähnlich dem Österreicher Vorbild in drei Stufen bereits an den Schaltern in Dagebüll erhoben werden. Wochen-, Monats- und Jahresvignetten könnten neue Regeln verhindern und tragen bestimmt einen Teil zur Sensibilisierung im Umgang mit dem Thema Mobilität bei.
    Mal so als Vorschlag.

  3. Auch ich schließe mich meinen Vorrednern an. Die Verkehrssituation auf der Insel ist erschreckend.
    Aber eine kompett Autofreie Insel halte ich nicht für clever.
    Wir fahren auch jedesmal mit dem Auto auf die Insel, trotz der hohen Kosten für die Fähre. Wobei das Parken in Dagebüll auch vollkommen überteuert ist.
    Mit zwei kleinen Kindern ist es einfach nicht machbar ohne Auto. Da muss man doch schon mehr mitnehmen. Aber sobald wir am Ziel sind und Fahrräder gemietet haben, brauchen wir kein Auto mehr. Wobei es selbst mit Fahrrad schwierig wird, z.B. einzukaufen. Wenn ich an die “Parksituation” von Fahrräder in Wittdün denke..aber anderes Thema.
    Das Problem liegt an dem Menschen selbst, der immer bequemer wird und sogar zum Bäcker mit dem Auto fährt. Wobei ich auch feststellen musste, das viele NF´ler genauso sind.

    Wenn Amrum zu einer autofreien Insel werden sollte, wird dies viele Familien, vor allem mit kleineren Kindern, abschrecken, weil einfach die An- und Abreise zum Horror wird. Auch eine “Inselmaut” würde zu diesem Ergebnis führen, da Amrum ohnehin schon teurer ist, als anders wo.
    Eine Lösung für alle wird es wohl nicht geben.
    Schönes Wochenende

Amrumer Fotowettbewerb 2015