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100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Wittdün – höchste Anerkennung der aktiven Feuerwehrmänner und Frauen…(to)

Die Festredner aus Feuerwehr, Verwaltung, Organisationen und Politik waren sich anlässlich des Festaktes zum 100-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Wittdün auf Amrum darüber einig, dass die ehrenamtliche Arbeit der aktiven Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen nicht  hoch genug angerechnet werden kann. Sie verdiene höchste Anerkennung und Wertschätzung in der Öffentlichkeit.

Die Freiwillige Feuerwehr Wittdün

Die Freiwillige Feuerwehr Wittdün

Bereits am Freitag hatte ein Tag der offenen Tür im Gerätehaus das Jubiläumswochenende eingeläutet. Die Besucher hatten die Chance sich ein Bild von der umfangreichen Ausrüstung zu machen und in gemütlicher Runde mit den Kameraden zu fachsimpeln. Denen, die sich mit Förderbeiträgen zur Unterstützung der Kameradschaftskasse einbringen, sei an dieser Stelle gedankt. Tragen sie doch unter anderem dazu bei wichtige Ausrüstungsgegenstände zu beschaffen. Zu denen gehört auch die persönliche Schutzausrüstung der Einsatzkräfte.
Die eigens für das Jubiläum erstellte Festzeitschrift wurde am Freitag erstmals präsentiert und gibt einen Abriss der 100-jährigen Geschichte als auch des derzeitigen Leistungsstands. „Sicherlich hätten wir uns über eine noch bessere Resonanz an diesem Tag gefreut, aber die da waren sind sehr interessiert gewesen“, fasst ein Kamerad zusammen.  Wünschenswert wäre es, wenn noch mehr Männer und Frauen dem Beispiel zweier Neuzugänge folgen würden, um auch in Zukunft die Sollstärke bei den Aktiven halten zu können. Für interessierte: http://www.feuerwehr-amrum.de/pages/mitglied-werden.php
Bernd Schwiderski (re) vom Referat Brandschutz im Innenministerium läutet die nächsten 100 Jahre ein

Bernd Schwiderski (re) vom Referat Brandschutz im Innenministerium läutet die nächsten 100 Jahre ein

Gemeindewehrführer Dietmar Hansen, der nunmehr 15. Gemeindefeuerwehrführer in der einhundertjährigen Geschichte der Wittdüner Feuerwehr, und Bürgermeister Jürgen Jungclaus konnten dann zur Festveranstaltung am Samstag um 12.00 Uhr unter anderen den Landrat Dieter Harrsen, den Landesbrandmeister Detlef Radtke, Bernd Schwiderski vom Referat Brandschutz im Innenministerium, den Kreisbrandmeister Christian Albrecht, den Amtswehrführer Joachim Christiansen, die Amtsvorsteherin Heidi Braun, den Leiter des Rettungsdienstes Nordfriesland Jens-Peter Lindner und die unter der Führung von Stadtbrandinspektor Ralf Krause angereiste Abordnung der Partnerwehr aus Löhne begrüßen. Aufgelockert wurden die Redebeiträge durch die schmissigen Einlagen der Amrumer Blaskapelle. Dabei ging von den Rednern durchweg ein dickes Lob an die Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr, für ihr geduldiges Ausharren.
Bernd Schwiderski aus dem Innenministerium überbrachte die Grüße und den Dank der Landesregierung für das gezeigte Engagement. In seiner Rede hob er hervor, dass die Feuerwehren eine der wichtigsten Bestandteile in der Gesellschaft sind, die sich für das Gemeinwohl der Bürger und Bürgerinnen einsetzen. Dabei könne er aus eigener Erfahrung als gestandener Feuerwehrmann nur zu gut nachvollziehen, wie viel Freizeit für das Ehrenamt aufgewendet werden müsse, um stets auf hohem Niveau ausgebildet zu sein. Letztendlich stehe die eigene Gesundheit und nicht selten das eigene Leben auf dem Spiel um für andere Menschen da, zu sein. Ohne den Rückhalt der eigenen Familie wäre solch ein hoher Aufwand für jeden Freiwilligen nicht umsetzbar. Schwiderski läutete mit der bronzenen Glocke als Ehrengabe des Landes die nächsten 100 Jahre der Freiwilligen Feuerwehr in Wittdün ein, bevor er sie Dietmar Hansen nebst einer Urkunde des Ministerpräsidenten überreichte.
Dietmar Hansen mit Landesbrandmeister Detlef Radtke

Dietmar Hansen mit Landesbrandmeister Detlef Radtke

Landrat Dieter Harrsen betonte in seiner Rede, dass ein auskömmlicher Brandschutz ohne die vielen freiwilligen Feuerwehren im Land nicht bezahlbar wäre. „Allein in Schleswig-Holstein müssten rund eine Milliarde Euro aufgebracht werden, müsse man die breit gefächerten Aufgaben der freiwilligen Feuerwehren, die weit über die reinen Löschaufgaben hinausgehen, durch hauptamtliche Kräfte auffangen“. Eine für die in der Verantwortung stehenden Kommunen unbezahlbare Summe. Auf den Inseln ist man durch die geografische Lage beim Brandschutz weitestgehend auf sich selbst gestellt und müsse im Einsatzfall mit dem Material und den Kräften auskommen, die zur Verfügung stehen. „Den toleranten Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter unbürokratisch für den Einsatz freistellen, sei gedankt. Dies könne heutzutage nicht als Selbstverständlichkeit angesehen werden“, erinnerte Harrsen.

Landesbrandmeister Detlef Radtke hob hervor, dass die Feuerwehren weit über die reine Gefahrenabwehr hinaus auch in soziale Aufgaben und die Pflege von Traditionen in der Gesellschaft eingebunden sind. Mit Sorge blickt Radtke allerdings auf Reglements der Europäischen Union, die immer wieder auf die gut funktionierenden Strukturen der Feuerwehren einwirken beziehungsweise einwirken wollen. Als neueste Einschränkung wolle man für das Ehrenamt eine maximale Einsatzzeit verordnen. „Jeder Arbeitnehmer, der zum Beispiel bereits 40 Wochenarbeitsstunden verrichtet, dürfe dann für das Ehrenamt noch höchstens 8 Stunden in der Woche aufbringen“, so der Landesbrandmeister mit Zweifeln an solch einer Bevormundung. „Das bestehende System solle man lassen, wie es ist.“
Amtswehrführer Joachim Christiansen in gewohnt spaßigem Redeschwall

Amtswehrführer Joachim Christiansen in gewohnt spaßigem Redeschwall

Kreiswehrführer Christian Albertsen sieht für die Zukunft einiges auf die Feuerwehr zukommen. Im Masterplan „Daseinsvorsorge“ des Kreises Nordfriesland wird eine Abnahme der Feuerwehrkameraden und Kameradinnen angenommen. „In den nächsten 10 Jahren müssen wir mit einem Rückgang in einer Größenordnung von 1000 der rund 5500 derzeit Aktiven ausgehen“, befürchtet Albertsen. „Dieser Entwicklung müssen wir entgegenwirken. Daher wollen wir mit den Arbeitgeberverbänden und der Industrie- und Handelskammer sprechen. Viele Freiwillige ziehen sich aufgrund von Benachteiligungen im Berufsleben aus dem aktiven Feuerwehrdienst zurück“.

Amtswehrführer Joachim Christiansen appellierte an den Landesbrandmeister, dass es ja sicherlich sehr schön wäre, wenn die Inseln für die Aufgaben des Katastrophenschutzes entsprechende Unterstützung erhalten würden. „Dass hier keine Fahrzeuge des Katastrophenschutzes auf den Inseln stationiert sein können, ist mir schon klar, aber eine Förderung zum Beispiel bei der Anschaffung einer Sandsackfüllmaschine sollte schon drin sein“, verdeutlichte Christiansen seine freundliche „Anfrage“ auf Unterstützung.

Amtsvorsteherin Heidi Braun dankte für das Engagement der Feuerwehren und betonte, dass die uneigennützige Hilfe zum Wohle der Bürger entsprechende Anerkennung und Honorierung verdiene. An die Zweithaus,- und Wohnungsbesitzer gerichtet, stellte sich Heidi Braun die Frage, ob es mit einer Spende von 50 Euro getan sei, den Brandschutz für ihre Immobilie von den Einheimischen leisten zu lassen.

Als Initiator der bereits seit 1976 währenden Partnerschaft zur Freiwilligen Feuerwehr Löhne überbrachte Wilfried Flottmann, Ehrenmitglied der Wittdüner Feuerwehr beste Wünsche und Geschenke aus seiner Heimat. Der Löhner Stadtbrandinspektor Ralf Krause gehörte ebenso zur angereisten Delegation. Er wünschte sich, dass alle Feuerwehrmänner und Frauen stets gesund und munter vom Einsatz heimkehren. Für die besondere Pflege der schon 36 Jahre währenden Kameradschaft überreichte Krause dem ehemaligen Wehrführer Bernd Rohlmann die St. Florian-Medaille der Stadt Löhne.
Bürgermeister Jürgen Jungclaus zeichnet Harald Lemcke aus

Bürgermeister Jürgen Jungclaus zeichnet Harald Lemcke aus

Im Rahmen dieses Festaktes nahm Kreiswehrführer Christian Albertsen die Beförderung von Gruppenführer Fin Zimmermann vor, der zum Oberlöschmeister befördert wurde. Bürgermeister Jürgen Jungclaus freute sich, dass er im Namen von Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie, den Kameraden Harald Lemcke für 40-jährige treue Pflichterfüllung im aktiven Feuerwehrdienst zum Schutz von Mensch und Umwelt mit dem Brandschutzehrenzeichen in Gold am Bande auszeichnen durfte.
Wer sagt das Nonnen nicht gelenkig sind...

Wer sagt das Nonnen nicht gelenkig sind...

Der diesjährige Festball  „Dans op de Deel“ schloss ab 20.00 Uhr das gelungene Festwochenendes zum 100-jährigen Bestehens der Freiwilligen  Feuerwehr Wittdün mit guter Laune, flottem Tanzbein und herrlichen Showeinlagen ab. Gemeindewehrführer Dietmar Hansen freute sich auch im Namen seiner Kameraden über das volle Haus und sah in diesem durchweg mit positiven Kritiken versehenen Unterhaltungsabend den Lohn für die intensiven Vorbereitungen aller Beteiligten. Nach der offiziellen Begrüßung der Gäste und der auch in diesem Jahr angereisten Abordnung der Partnerwehr Löhne, Löschgruppe Wittel, durch den Wehrführer Dietmar Hansen, beanspruchten die Gäste des Abends die Tanzfläche zum flotten Tanz und dass bis in die frühen Morgenstunden.
Hoher Unterhaltungswert...

Hoher Unterhaltungswert...

Der für die Musik verantwortliche Discjockey „Olli“, verstand es auch diesmal, durch eine gute Mischung die Besucher in Schwung zu halten. Erholung gab es zwischenzeitlich für die Füße bei dem schon legendären Auftritt der Feuerwehr eigenen Showtruppe um Wolfgang Stöck. Unterstützt wurden dabei die gestandenen Nonen bei ihren Sportübungen durch ihre im Verdeckten agierenden leiblichen Töchter. Eine wieder sehr gelungene Aufführung, die entsprechend großen Ablaus, erntete. Allerdings sorgte diese Aufführung als auch die Darbietung von Kerstin Lutz, die Marlene Jaschke miemte für einen klaren Belastungstest für die Bauchmuskulatur der Gäste. Die Amrumerin verkörperte ihre Rolle derart überzeugend, dass sich manch nicht Eingeweihter nicht sicher war, ob hier nicht das Original auftrat.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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