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Verbesserung der Breitbandversorgung – neue Hoffnung für Wittdün und Norddorf…(to)

Im Frühjahr 2011 musste der Sachbearbeiter für das Projekt zur Verbesserung der Breitbandversorgung im Amtsbereich des Amtes Föhr-Amrum, Daniel Schenk, den Bürgermeistern der beteiligten Gemeinden noch mitteilen, dass die Grundlagen für die Ausschreibung zur Verbesserung der Breitbandversorgung auf den Inseln und Halligen nicht mehr gegeben seien.

Die Nutzer des Internets in Norddorf und Wittdün klagen zum Beispiel über die gelebte Praxis, dass sie mit Verbindungsraten weit unter dem in Deutschland verbreiteten von 16 Mbit/s auskommen müssen. An den Endpunkten des Telefonnetzes schaffen die DSL-Verbindungen auf Amrum solch geringe Datenraten (ca. 378 kbit/s), dass die Nutzung der schier unendlichen Informationsvielfalt des World Wide Web (www.) mit den angebotenen Geschwindigkeiten zu einer Geduldsprobe wird. Wer mit einer solchen Datenrate zum Beispiel eine mit Bilder und Dateninformationen vollgefrachtete Seite öffnen will, verliert aufgrund der Wartezeiten schnell die Lust an der Technik. Von den Geschäftsleuten, die ohne die schnelle Einbindung in die Händlerinternetportale sogar Nachteile in ihren Arbeitsabläufen hinnehmen müssen, ganz zu schweigen.
Nun scheint aber neue Hoffnung auf eine baldige Verbesserung der Situation für die vielen Nutzer des zeitgemäßen Informationsmediums auf den Inseln und Halligen in greifbare Nähe zu rücken.
Zehn Gemeinden aus den Ämtern Föhr-Amrum und Pellworm (Alkersum, Borgsum, Langeneß & Oland, Midlum, Nieblum, Norddorf auf Amrum, Oevenum, Gröde, Pellworm, Wittdün auf Amrum) haben nun die Stärke ihrer Gemeinschaft genutzt und den gemeinsamen Grundstein zur Herstellung und Sicherung einer zukunftsorientierten Breitbandversorgung auf den Inseln und Halligen gelegt, teilt das Amt Föhr-Amrum mit.
Die Bereitstellung ist eine ökonomische Herausforderung. Der politische Wille, das gesamte Land mit ausreichender Breitbandinfrastruktur zu versorgen setzt voraus, dass die Netzbetreiber bereit sind, die notwendigen Investitionen zu tätigen. De facto werden diese aber nur dort getätigt, wo aus unternehmerischer Sicht auch eine attraktive Rendite zu erzielen ist. Der ländliche Raum gehörte bisher nicht dazu. Diese Erkenntnis hat die zehn Gemeinden der Ämter Föhr-Amrum und Pellworm in einem gemeinsamen Breitbandprojekt zusammengeführt.
Im Rahmen des Wertungsverfahrens stellte sich heraus, dass die Firma Lünecom GmbH aus Lüneburg als einziger Bewerber in der Lage war, die gestellten  Anforderungen zu erfüllen. Gemäß der Vereinbarung wird Lünecom ein flächendeckendes, leitungsgebundenes Breitband-Versorgungsnetz auf eigene Rechnung aufbauen und betreiben. Mit dem geplanten Ausbau können je nach Ausbaustufe Bandbreiten bis zu 50 Mbit/s im Download am Teilnehmeranschluss bereitgestellt werden.
Langfristig wird damit auch der Ausbau der lokalen Teilnehmeranschlussleitungen für Leistungen von 100 Mbit/s und mehr möglich. Der finanzielle Gesamtaufwand für die Breitbandzuführung auf die Inseln und Halligen sowie die lokale Verteilertechnik der Teilnehmeranschlüsse beträgt 3,2 Mio Euro. Die Anbindung an den nationalen Datenbackbone erfolgt über Richtfunkanlagen, da die Verlegung von Leitungen im Wattenmeer mit zeitraubenden Genehmigungsverfahren und ungewissem Ausgang verbunden wäre. Innerorts werden die Verteileranlagen über Glasfaserleitungen verbunden.Um das Projekt wirtschaftlich abzusichern, haben sich die Gemeinden bereit erklärt für die eine wirtschaftliche Beihilfe, zu gewähren. Die Gesamtbeihilfe aller Gemeinden beträgt 980.000 Euro, wobei 50% aus Mitteln der Breitbandförderung des Landes Schleswig-Holstein aus dem Programm „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes –(GAK)” bereitgestellt und bereits bewilligt wurden. Bei der Firma Lünecom verbleibt ein Eigenanteil in Höhe von 2,2 Mio Euro.
Technische Planung, Trassenplanungen und anderes mehr, sind bereits in Arbeit. Der Projektplan sieht eine Bauzeit von 12 Monaten vor. Um das Investitionskostenrisiko jedoch überschaubar zu halten, werden zunächst in jeder Gemeinde Informationsveranstaltungen durchgeführt. Wenn sich dabei eine Quote von 35% aller Haushalte im Vorfeld bereit erklärt diese
Breitbandleistung auch nutzen zu wollen, dann wird ab Mitte April die Phase der aktiven Baumaßnahmen gestartet, sodass eine Inbetriebnahme im ersten Quartal 2013 erfolgen kann.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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