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Probeläufe wurden wieder aufgenommen – Endlagenschalter schalteten bisher zu früh ab…(to)

Wie die Passagiere der Fähren der Wyker Dampfschiffs-Reederei bisher unschwer feststellen konnten, sind die Seiteneinstiege in den Fährhäfen Dagebüll, Wyk und Wittdün immer noch nicht in Betrieb genommen worden.

Betrieb läuft noch nicht...

Betrieb läuft noch nicht...

Die Probeläufe vor vier Wochen sollten die Zuverlässigkeit unter Beweis stellen (wir berichteten), doch es stellten sich immer noch zu viele Fehlfunktionen ein, die die Aufnahme des Regelbetriebes durch die WDR nicht zuließen.

„Die Baustelle in Wittdün war ja von Beginn an mit einem späteren Fertigstellungstermin an den Start gegangen“, erklärte Ulrich Koch, Geschäftsführer vom Hafenbetrieb Wyk, der für alle drei Baustellen koordinierend tätig ist, am Montag. Die bisherigen Verzögerungen bei der Inbetriebnahme in Dagebüll und Wyk, die sich mittlerweile auf sechs Monate belaufen, haben den Rückstand für die Baustelle auf Amrum erheblich kompensiert. Nun kann man hoffen, dass die Zeit, in der die Passagiere in Dagebüll per Seiteneinstieg das Schiff betreten und auf Amrum über die Autorampe aussteigen müssen, kürzer ausfallen wird, als zuerst befürchtet. In der kommenden Woche sollen auch in Wittdün die Probeläufe beginnen, avisiert Koch den derzeitigen Plan. Einige Restarbeiten stehen noch an, aber das Groh ist abgearbeitet.

„Die Probeläufe konnten in den zurückliegenden nahezu zwei Wochen leider nicht durchgeführt werden, weil der Anleger 3 in Wyk nicht angelaufen werden konnte. Dort musste die Hydraulik der Autohebebühne einer Revision unterzogen werden, die nun aber abgeschlossen ist. Ab Dienstag dieser Woche, also seit Gestern wurden die technischen Veränderungen an den Seiteneinstiegen erneut getestet. „Ein großes Manko waren die zu früh abschaltenden Endlagenschalter der Portale. Diese haben eine neue Position bekommen. Dass sich vier Hydraulikstempel nicht synchronisieren ließen und verantwortlich für die Probleme wären, sah Ulrich Koch nach einem Update in der Systemsteuerung nicht mehr als Problem an. Aber die Probeläufe werden es zeigen. Zudem wurden neue Fernbedienungen geliefert.

Immer noch Restarbeiten...

Immer noch Restarbeiten...

Wie WDR Geschäftsführer Axel Meynköhn auf Anfrage berichtete, seien die Testläufe am Vormittag ziemlich gut verlaufen. Pro Anlauf musste sich die Schleppplatte 2 – 3 Mal sauber auf das Fährschiff ablegen. „Firma Rohlfing hat dabei einen Fehler aufgedeckt und die heutige Testphase abgebrochen. Morgen soll es nach der Modifizierung weiter gehen“, berichtete Meynköhn gestern Mittag. „Die Lage ist ernst aber nicht hoffnungslos“, sieht Meynköhn die derzeitige Situation. Sobald ein sicherer Ablauf zu verzeichnen ist, wird die Umstellung bei der Be- und Entladung auf den Fähren angesetzt werden können. „Nach Pfingsten werden allerdings die Fähranleger 3 in Wyk und Dagebüll für rund zehn Tage nicht genutzt werden können“, beschreibt der Geschäftsführer den kurzfristigen Ablaufplan. „Turnusmäßig müssen die Fahrbahndecken erneuert werden und das kann nur in der wärmeren Jahreszeit erfolgen“. Dass dies nun gerade in die eventuell mögliche Startphase fallen könnte, sei nun mal dem Umstand geschuldet, dass die Seiteneinstiege vor über einem halben bereits in Betrieb gehen sollten.

Am 30. Mai wird in Wyk eine Werksausschusssitzung stattfinden, zu der alle Beteiligten geladen sind und sicherlich das Thema kontrovers diskutieren werden. Bisher musste sich der Auftragnehmer, die ausführende Stahlbau-Firma „Heinrich Rohlfing GmbH“ aus Stemwede in Niedersachen mit Abschlagszahlungen für die noch nicht abgenommenen Leistungen begnügen.

„Für die Baustelle auf Amrum kommen die in Dagebüll und Wyk gesammelten Erfahrungen natürlich zugute“, berichtet Ulrich Koch. „So wird für die Anlage schon eine geänderte Schleppplatte verwendet. Diese bildet den Übergang von dem Portal auf das Schiff und ist nun in einer leicht gebogenen Form ausgeführt“.

Koch sieht in diesen Projekten aber trotz der Probleme, die bei den absoluten Prototypen der Seiteneinstiege aufgelaufen sind, eine gute und zukunftsweisende Investition.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

 

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

Ein Kommentar

  1. Es ist schon fast einTrauerspiel.
    Zuerst wird eine Lösung mit Rampen und aufwendiger Hydraulik be-schlossen um Fahrverkehr und Fussgänger zu separieren. Bisher war der Ausstieg vielleicht nicht optimal ,aber bei vernünftiger Organisation recht problemlos –und wegen ein paar Warteminuten ist der langfristige finanzielle und Arbeitsaufwnd für die “blauen Wunder” geradezu ein Schildbürgerstreich. Ich frage mich wessen Hirn diese Irrsinnsidee geboren hat und noch mehr warum keiner diesen teuren und offensichtlichem Unfug gestoppt hat
    …und fertig ist es auch noch nicht und es wird immer sehr störanfällig bleiben –wetten??
    Die Aussage des Herrn Meynköhn müsste dann in Karl Valentins Diktion richtigerweise heissen :
    “Die Lage ist hoffnungslos,aber nicht ernst.”
    Herzlichen Glückwunsch liebe WDR so kann man Geld auch sinnhaft in den Sand setzen.

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