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Wittdüns Seiteneinstieg zieht nach…(to)

Sollte die bisher vermeintlich unendliche Geschichte  der drei Seiteneinstiege in den Häfen Dagebüll Wyk und Wittdün doch unmittelbar vor dem „glücklichen“ Ende stehen?

Die ersten Passagiere, die in Wittdün die Fähre über die Seiteneinstiege verließen...

Die ersten Passagiere, die in Wittdün die Fähre über die Seiteneinstiege verließen...

Zumindest hat die Anlage im Wittdüner Fährhafen durch die enormen Verzögerungen im Finish in Wyk und Dagebüll viel Baurückstand wettmachen können. Dort war man zwar schon viel früher in den Probebetrieb gestartet, musste aber mehrfach die Ursachen für technische Probleme ergründen und Lösungen dafür finden. Hiervon profitierte die Anlage auf Amrum. Das Rad musste hier in wichtigen Details nicht noch einmal erfunden werden. Seit Mittwoch letzter Woche lief nun auch in Wittdün die Bewährungsprobe für das markante Bauwerk an Fähranleger 2. Nach den Trockenübungen ohne Passagiere wurde nun der Seiteneinstieg in die Be- und Entladung der Fähren aufgenommen.

Über die Seitenbrücke auf die Fähre...

Über die Seitenbrücke auf die Fähre...

Am Nachmittag hatte die Schiffsführung des Fährschiffes der „Uthlande“ ihre Passagiere auch schon über die Rampe aussteigen lassen wollen, doch da war das Vorhaben an den geschlossenen Rolltoren gescheitert. Erst eine Verbindung später waren die Bedingungen geschaffen um den Passagieren der „Schleswig-Holstein“ die Premiere zu bescheren. „Ich dachte ich sehe nicht richtig. Das die Seiteneinstiege funktionieren hat mich jetzt überrascht“, schmunzelte ein Amrumer, als er die Fähre verließ.

Dadurch, dass die Verkehrsströme der Fußgänger und Fahrzeuge bei der Entladung getrennt abliefen, rollten schon die ersten Fahrzeuge wieder auf die „Schleswig-Holstein“ bevor der nicht endende Passagierstrom abriss. Sofort wechselte die Laufrichtung und die neuen Fahrgäste strömten über die Treppen beziehungsweise über den barrierefreien Zugang der Rampe auf das Salondeck. Dabei äußerten sich die befragten Fahrgäste durchweg positiv und sahen darin einen entspannten Ablauf. Eine ältere Dame mit ihrem Rollator hätte sich auf der Strecke auch gut einen Fahrstuhl vorstellen können, gestand sie auf Nachfrage.

Die Bürgermeister Peter Koßmann und Bernd Dell-Missier gehörten zu den Premieregästen...

Die Bürgermeister Peter Koßmann und Bernd Dell-Missier gehörten zu den Premieregästen...

Der Geschäftsführer der Wyker Dampfschiffs-Reederei, Axel Meynköhn, erklärte, dass man nach einer technisch bedingten Pause der Testläufe, die Seiteneinstiege wieder in die Be- und Entladevorgänge aufgenommen hat. „In Wyk nutzten bis zum Ende der letzten Phase bereits über 12.000 Passagiere die Passagierbrücken“, so Meynköhn. „Am Mittwoch lief in Wyk und Dagebüll alles zu 100 Prozent störungsfrei. In Wittdün zeigten sich die ersten Anläufe genauso erfolgreich“. Wenn alles funktioniere, seih das Feedback der Passagiere durchweg positiv. Allerdings kippe die Stimmung sehr schnell, wenn die Passagiere ihre Koffer die Treppen im Schiff runterbuckeln müssen, weil die Seiteneinstiege streiken. „Wir werden unsere Passagiere nicht als Testpersonen missbrauchen. Die Nackenschläge bekommt zudem unser Personal ab. Wenn wir bis Sonntag erneute Störungen registrieren müssen, brechen wir die Anläufe wieder ab“, verspricht Axel Meynköhn. Ansonsten beginnt dann der Regelbetrieb.

Die Betreiber der Seiteneinstiege, die jeweiligen Hafenbetriebe, sind hoch motiviert, die bisher von vielen Widrigkeiten begleiteten Umstände ausmerzen zu lassen, lobt die Reederei die gute Zusammenarbeit.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

Ein Kommentar

  1. Als Kurzurlauber auf Amrum und mit nur wenig Gepäck durfte ich am vergangenen Donnerstag völlig unerwartet die neuen Einstiege in Dagebüll und Wittdün betreten. Und die Technik funktionierte: von daher ein Bravo und prima! Die Zugangssperre wurde mit Laserschrift der Fahrkarte überwunden. Das kannte ich von der Hamburger Imtech-Arena und von der Londoner Untergrundbahn tube her. Und der geschätzte etwa 60 Meter lange leichte Anstieg bis zum Restaurantdeck begann. Die Türen der Fähre, breit und geöffnet, ließen den Zugang zum Schiff bequem und ohne eine wackelige Gangway zwischen Einstiegsterminal und Schiff zu. Das muss schon eine Maßarbeit für den Kapitän sein, diesen Übergabepunkt „Land/Schiff“ exakt anzusteuern. Auch die höhenverschiebbare Brückentechnik, vergleichbar mit der eines Fahrstuhls und die nach Wasserstand anzuheben oder abzusenken ist , ist durchaus wohl bedacht worden: bei Hochwasser, so wie am Donnerstag gegen 18.00 Uhr, ist der Laufweg aufgrund des zunehmenden Steigungswinkels dann aber eher beschwerlicher, besonders mit Gepäck. Für körperlich Gebrechliche oder den Nachwuchs schiebende Reisende wird bestimmt an der unteren Zugangssperre Personal bereitstehen und anbieten, dass nach wie vor die Möglichkeit des Einstiegs über das Fahrzeugdeck unter Nutzung des Fahrstuhles besteht.
    Mein Vorschlag wäre noch einmal über die Gepäcksituation nach dem Einstieg nachzudenken, nämlich um eine Be- oder Überfrachtung des Restaurant- und Aufenthaltsbereichs der Fähre und eben dort im Eingangsbereich, zu reduzieren, da Gepäckstücke, Kinderwagen und Buggys bisher separate Lagerflächen unterhalb des Restaurantbereiches auf den Fähren hatten. Dazu ist nun nach dem Einstieg der Fahrstuhltransport nach unten im Schiff gefragt. Bliebe letztlich noch ein Hinweis für den Einstieg in Dagebüll für die mit dem Zug Anreisenden: eine sichtbare Anzeige, die das Ziel der Fähren bei mehreren anliegenden Fähren erkennen lässt, fehlt. Die Ausschilderung ist geblieben. Die Sicht auf die Anzeige, die vorher bei Zugang über das Autodeck sofort vorhanden war, fehlt aufgrund des neuen Blickwinkels nach Verlassen des Zuges. Denn nicht jede Großraumfähre muss unbedingt stets auch nach Wittdün fahren. So wird eben beim freundlichen WDR-Personal nachgefragt werden müssen….
    Gespannt darf man sein, wie die neue Technik bei Schietwetter besteht.
    Für Wittdün boten sich für den Ausstieg zwei Varianten an: den Höhenunterschied in V oder Zick-Zack-Form abwärts zu meistern oder auf halber Ebene weiter die zusätzlich beginnenden Treppenstufen zu nutzen, die mich ein wenig an die Stufen der neuen Uthlande erinnerten. Ich bin mal gespannt, wie der Einstieg auf einer Großraumfähre bei einer Rücktour von Amrum ist, denn am Sonntag fuhr ich ein wenig wehmütig und sonnenwetterbedingt glücklich zugleich mit der Nordfriesland zurück: „die gute alte Zeit ist eben unumkehrbar“. Insel-Paul und Pauline sind Amrum noch geblieben, während sich die ausgemusterte alte Uthlande im Husumer Hafen ausruht.

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