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Wenn eine Straße eine ewige Badewanne ist …

„Für mich ist jetzt der Zeitpunkt erreicht, wo ich es nicht mehr einsehe, dass meine Gäste Kurtaxe an die Amrum Touristik Norddorf entrichten“, platzt es aus einer Norddorfer Vermieterin heraus.

Auf der Sitzung gezeigte Bilder dokumentieren die Sachlage...

Auf der Sitzung gezeigte Bilder dokumentieren die Sachlage...

Der wassergebundene Weg „Letj Nuurd“ gleicht selbst Tage nach dem letzten Regen einem Wasserpark. Gespickt von tiefen Schlaglöchern, die sich bei den anscheinend nicht abebbenden Regenschauern munter mit Wasser füllen und sich untereinander zu einer flächendeckenden Wasserfläche verbünden. „Für unsere Gäste läuft ohne Gummistiefel gar nichts mehr“, kommentiert die Norddorferin genervt den auf der letzten Gemeindevertretersitzung bemängelten Missstand.

Wie der Tourismusausschussvorsitzende Gerhard Schau in einer Präsentation auf der Sitzung darstellte, sei der Lehmkiesweg dermaßen schlecht entwässert, dass ein zum Quartier gezogener Rollkoffer schon eine Unterwasserabdichtung benötige. Dies illustrierter er mit einem bezeichnenden Bild vom 21. September. „Wir reden hier über einen Problemfall, zu dem es bereits am 26. März 2008 ein Schreiben der Anlieger gegeben hat.

Beeindruckende Pfütze...

Beeindruckende Pfütze...

Der bis dato als Einbahnstraße zu befahrende Lehmkiesweg wurde für den Straßenverkehr in beide Richtungen freigegeben. „Der Beginn des Dilemmas“, so ein Anlieger auf der Sitzung. Baufahrzeuge befuhren munter den Weg als Verbindung zwischen dem „Nei Stich“ und dem Parkplatz an der der „Lunstruat“, wo Materialien zwischengelagert waren. Die Fahrt über die asphaltierte Straße „Degelk“, wäre von der Strecke nicht weiter gewesen. Schäden an der Oberfläche, die trotz einiger Überarbeitungen immer wieder auftreten, gehören seit dem immer wieder zum Alltag.

Sowohl Bürgermeister Peter Koßmann als auch sein Stellvertreter Christoph Decker wiesen darauf hin, dass es für eine Entwässerung und Befestigung beziehungsweise Pflasterung des Weges derzeit keine finanziellen Mittel im Haushalt geben würde. Derzeit laufende Projekte verlangen die Aufmerksamkeit der Gemeinde. „Auch der Radweg an der „Lunstruat“ birgt aufgrund der vielen Unebenheiten ein hohes Risiko und verlangt nach Überarbeitung“, verdeutlichte Decker die Vielfalt der Bedürfnisse. „Wir diskutieren bereits viereinhalb Jahre über den Missstand im „Letj Nuurd“, von bisheriger Ungeduld kann man wohl kaum sprechen“, so der Anlieger auf der Sitzung.

„Wenn es regnet, haben wir dafür zu sorgen, dass das Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern kann, da sehe ich nicht ein, dass ich auch noch meine Einfriedung für das Wasser der öffentlichen Straße aufbrechen soll“, so ein Hausbesitzer. Wenn ein Auto durch die tiefen Pfützen fährt, steht sein Parkplatz minutenlang unter Wasser und die angrenzende Bepflanzung ringt mit dem Ertrinkungstod. „Wenn es keine andere schnelle Lösung gibt, muss der Weg bis dahin häufiger aufgearbeitet werden. Nur immer Kies auffahren hat dazu geführt, dass die Gullideckel tief im Grund liegen bei der Bearbeitung schon mehrmals zerstört wurden“, so der Kommentar. Es müsse ja nicht erst dazukommen, das eine Person stürzt oder sich ein Auto Schäden bei der Durchfahrt zuzieht.

Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

7 Kommentare

  1. dieses problem besteht ja leider nicht nur im letj nuurd. auch ein teil des blöögam und der wassergebunde teil des madelwais stehen permanent bei regen unter wasser. teils sogar sosehr das hausbesitzer holzplanken auslegen müssen um überhaupt trockenen fusses auf ihr grundstück zu gelangen. desweiteren ist es auch nicht gerade eine freude die oben genannten wege bzw strassen in den dunkleren monaten zunutzen, wenn man keine taschenlampe bei sich trägt. diese strassen sind so schlecht beleuchtet, das man die wasserlöcher erst mitbekommt, wenn man schon drinne steht. ich denke schon das hier handlungsbedarf besteht, nicht nur für unsere kurgäste, sondern auch für alle einheimischen.

  2. Die Einheimischen wollen wir mal vergessen, aber die “Gäste”, wenn die erst mal weg sind, dass kostet richtig Geld und nicht nur das Geld der Vermieter. Aber es ist doch beruhigend in Ämtern zu wissen, weniger Gäste, heißt weniger Kosten für deren Sicherheit und Bequemlichkeiten. Man braucht sich nur in der Amtsstube zu entscheiden was man will und das ist doch klar. Weniger Ausgaben, weniger Nachdenken und weniger Arbeit, in diesem Sinne, “was soll die Meckerei”. Aber schon mal dran gedacht, dass auch Ehrenämter mit den Ehrenamtspauschalen und den sonstigen Vorteilen vom zahlenem Gast ab hängen?

  3. Glückwunsch an die Einheimischen mit dem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen, denn so können Amtsverwaltung und die Kommunalaufsicht in die Pflicht genommen werden. Sie können so Einfluss auf die Entscheidungen und die Prioritätensetzungen in den vorgelegten Haushaltsplänen der Gemeinden nehmen. Erst sind die Grundbedürfnisse der Gemeinden zu klären, um u.a. auch nicht die Einnahmefähigkeit aus dem Tourismus zu gefährden. Und das betrifft nicht nur die Kur- und Fremdenverkehrsabgabe für die Gemeinde, sondern hat ebenso Auswirkungen für alle vom Tourismus abhängigen Insulaner. Bei rückläufigen Gästezahlen und gleichbleibenden Einnahmebedarf in den beiden Abgabearten könnte die Gemeinde diese auch erhöhen, um ein unverändertes Volumen zu erzielen. Die Attraktivität der Insel wird darunter nicht leiden. Die Amrum-Liebhaber werden deshalb nicht fernbleiben. Die Attraktivität der Insel wird sich aber auch nicht erhöhen durch die Realisierung von Prestige – oder Wunschprojekten (Funktionsgebäude Norddorf, Breitbandversorgung). Für die ist offensichtlich Geld vorhanden. Für die Urlaubsentscheidung „Amrum“ müssen die Grundbedürfnisse der Bürger erfüllt sein und die bestehen auch darin, keine nassen Füße als Gäste wie auch als Insulaner zu bekommen. Von daher sind Aussagen wie die der Gemeinde, dass „für die Instandsetzung kein Geld vorhanden sei“ nicht zu akzeptierten. Erst recht nicht, wenn ein bekannter Mangel seit 4 Jahren nicht beseitigt wird. Spätestens bei den Gemeindewahlen sollten die Bürger durch eine geringe Wahlbeteiligung, durch eine gehäufte ungültige Stimmenabgabe, noch besser aber durch Abwahl der bisherigen Gemeindevertreter ihr Missfallen über die Entscheidungsträger zum Ausdruck bringen, um damit ihrer eigenen Ohnmacht zu begegnen.

  4. entschuldigen sie herr emhorf, aber in diesem fall (und teilweise eventuell bei anderen fällen) zu sagen man solle die einheimischen erstmal vergessen finde ich nicht nett und etwas unfair.
    ich denke doch das sie in ihrem ort oder ihrer stadt es auch mit anständigen wegen zutun haben möchten, auch wenn dort kein tourismus herrscht.
    jeder möchte doch in seiner heimat, das gepflegt und schön ist. oder das man nicht in der rückständigkeit lebt. deswegen, war ich doch etwas erschüttert, den satz zulesen :” die einheimischen wollen wir doch erstmal vergessen,……”

  5. Auch wir sind bei unserem letzten Amrum Besuch vor einigen Tagen in den “Genuß” der mit Wasser gefüllten Schlaglöcher in Norddorf gekommen. Kaum eine Verbindungsstraße zwischen den Hauptstraßen war ohne Behinderungen begehbar. Im Slalom durch Norddorf ! Zugegeben, es hatte in letzter Zeit viel geregnet. Aber so ist es eben im Norden. Der Zustand ist eine Katastrophe, zumal, wie aus dem Artikel ersichtlich, über dieses Thema bereits seit vier Jahren diskutiert wird. Kein Geld ! Mit dieser Aussage machen es sich die verantwortlichen Politiker sehr einfach.
    Ob Herr Kossmann auch so reagieren würde, wenn die Straßen vor seinem Hotel in einem derartigen Zustand wären ?
    Aber Geld, um Norddorfs Zentrum aufzuhübschen und die langjährige Ruine des Strandbades umzuwidmen ist da.
    Da neben den Urlaubern auch viele Norddorfer betroffen sind, bleibt nur ein Hinweis: Die nächste Wahl kommt bestimmt.
    Und wie lange sich Urlauber, die teilweise über € 200,- pro Tag für eine Wohnung bezahlen müssen, sich dies noch gefallen lassen, bleibt abzuwarten.

  6. Liebe Frau Silke Schau das sollte auch nicht herabwertent für die Anwohner sein.
    Ich wollte nur gleich die Maßgeblichen treffen und ein wichtigstes Thema, die Gäste. Denn ihre Mitbürger und Wähler scheinen wohl unter ferner liefen zu kommen (die Amtsentscheider haben sicher Trockene Füße wenn sie das Haus und Büro verlassen). Alles wieder ok?

  7. Wir kommen seit über 20 Jahren im September nach Amrum. Der Elwen Deemat hatte eigentlich schon immer tolle Schlamm-/Schlaglöcher zu bieten. Was uns allerdings in diesem Jahr erwartete, das war sensationell: Der Sjüürenwai hatte fast täglich “Landunter”, ohne Gummistiefel ging gar nichts mehr und unser Auto sah aus wie “sau”, obwohl wir kaum gefahren sind! Soll das die neue Tourismusattraktion von Norddorf/Amrum sein?
    Schlammbäder? Okay, es hat wirklich viel geregnet – aber ich bin auch der Meinung: So langsam sollte sich die Gemeinde Norddorf etwas ausdenken, um die Straßen- und Wegelage zu optimieren! Kurtaxe zahlen wir jedenfalls seit Jahren genug!
    Ich denke auch, da mus drinegnd etwas getan

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