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Trotz Sturmtief wurden alte Traditionen gepflegt…(to)

In diesem Jahr waren die Wetterprognosen für die Silvesternacht denkbar schlecht, sollte doch genau zum Jahreswechsel ein Sturmtief mit Regen an Land gehen. Die Windböen forderten dann schon eine besondere Festigkeit der Kostüme und doch kam es insgesamt dann doch noch etwas entspannter als befürchtet.

Jahreswechsel vor der Kirche

Jahreswechsel vor der Kirche

Insgesamt hielt es die Amrumer nicht davon ab, den alten Brauch des Hulkens zum Jahreswechsel zu leben. „Es war schon wetterfeste Schminke gefragt“, erzählte eine verkleidete Neblerin. „Bei meinen Eltern haben sich 138 verkleidete Hulken die Klinke in die Hand gegeben“, berichtete Pressekollegin Kinka Tadsen aus Nebel. „Die Gäste in den Hotels und Restaurants freuten sich ebenfalls über die Darbietungen, die teils auch Gesang und Tanz umfassten, der fantasievoll verkleideten Hulken“. Wie gewohnt wurden dabei auch kommunale Themen aufgegriffen und umgesetzt. So kamen die Seiteneinstiege, die leider immer noch mit Unzuverlässigkeit glänzen, nicht ohne Ironie und Kritik davon. Man entschuldigte sich unter andrem für zu spätes Erscheinen, aber die Seiteneinstiege …

Rundum kann man sagen, dass sich wieder alle mächtig ins Zeug gelegt haben, um die Verkleidungen zu nähen, basteln und entsprechende Utensilien zusammenzutragen. Dabei scheuten sich zum Beispiel die Herren auch nicht sich die Fingernägel grün zu lackieren, um so ihr Outfit dem Erscheinungsbild der Freiheitsstatue of Liberty Island in New York zu vollkommnen.
Traditionell traf man sich zur Mitternacht an der St. Clemens Kirche in Nebel und auf der „Hüttmannwiese“ in Norddorf, um in großer Runde das neue Jahr mit Wunderkerzen, Musik, Geläut und Sekt zu begrüßen. Zum Jahreswechsel hielt Norddorfs Bürgermeister Peter Koßmann seine alljährliche Neujahrsrede vor rund 150 Besuchern, die sich wieder über gratis Sekt freuen durften. „Leider regnete es direkt zum Jahreswechsel in Norddorf, sodass sich weniger Insulaner und Gäste einfanden, um das neue Jahr zu begrüßen“, resümierte Koßmann.

Gäste und Insulaner prosteten sich gemäß dem friesischen Neujahrsgruß “a seegend neijuar”, “Ein gesegnetes neues Jahr”, zu.

Trotz Abbrennverbot von Raketen und Böllern der Klasse II auf ganz Amrum, stiegen in allen Inseldörfern vereinzelt Raketen gen Himmel. Es waren weniger als im vergangenen Jahr stellte Norddorfs Bürgermeister für seine Gemeinde fest. „Ich würde mir schon Polizeipräsenz zu um 24.00 Uhr wünschen“, kommentierte eine junge Neblerin die Situation an der Kirche. „Es könne ein bisschen mehr an Abschreckung nicht schaden“. „Es gäbe immer wieder Unverbesserliche „Knallköppe“, die die Situation speziell für Kinder und Tiere gefährlich gestalten“, pflichtet eine andere Besucherin bei.

Das kostenlose Busangebot in der Silvesternacht wurde wieder sehr begrüßt und entsprechend stark frequentiert. Bis in die frühen Morgenstunden wurde auf der großen Silvesterparty in der Kniepsandhalle ausgelassen getanzt und gefeiert.

Thomas Oelers

Fotos: Thomas Oelers, Kinka Tadsen, Maggy Lucke

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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