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Der Wriakhörnsee fasst das Oberflächenwasser nicht mehr …

Wer derzeit einen Abstecher von dem beliebten und stark frequentierten Bohlenweg entlang des „Wriakhörnsees“ zum Kniepsand machen möchte, der wird die beiden Übergänge nicht trockenen Fußes nutzen können.

Strandübergang nicht trockenen Fusses zu erreichen...

Strandübergang nicht trockenen Fusses zu erreichen...

Im zurückliegenden Herbst und Winter haben sich in dem Binnensee, der im Bereich der Gemeinde Wittdün gelegen ist und von den Vordünen eingebettet wird, enorme Wassermengen angesammelt.

Was für die Spaziergänger einen Umweg bedeutet und eine sich entwickelnde, wilde Trampelpfadstrecke bedeuten könnte, zieht für die Oberflächenwasser im Bereich Wittdün große Probleme nach sich.

Diesen Zusammenhang zwischen hohen Wasserständen in den Dünentälern und Wasserhochständen in den immer noch nicht durchgehend überarbeiteten Sielen der Gemeinde Wittdün sehen Kenner und Fachleute der Gegebenheiten schon seit Jahren als gegeben. Der damalige Bereichsleiter des Amtes für ländliche Räume (ALR) schätze die Schwankungen für den Grundwasserspiegel auf bis zu einen halben Meter ein.

Die Bankette in Wittdün weicht auf...

Die Bankette in Wittdün weicht auf...

Schon seit geraumer Zeit verspricht Bürgermeister Jürgen Jungclaus den Bedarf eines funktionierenden Sielnetzes in seiner Gemeinde zu decken, leider ist es bisher über einige Einzelmaßnahmen nicht hinausgegangen. Ein Lied von unter Wasser stehenden Flächen konnte der Betreiber des nahegelegene Zeltplatz I ebenfalls singen. Verstärkt wurden diese Probleme, wenn der Überlauf des “Wriakhörnsee”, der hinter der ersten Dünenkette zum Strand gelegen ist, nicht funktioniert und diesen Binnensee dann aufstauen lässt.

 

Im Bereich des Wittdüner Feuerwehrgerätehauses lief in den letzten Monaten das blanke Wasser von den höher gelegenen Grundstücken auf den Fußweg und überflutete ihn und die Bankette. Als dann der Frost einsetzte, hatte Wittdün in diesem Bereich seine Eisbahn, die vom Außendienst der Gemeinde mühselig rutschfrei gehalten werden musste. „Wir haben Hoffnung, dass wir schon bald einen Ablauf zum auf der anderen Straßenseite gelegenen Siel einbringen können“, berichtet der Vorarbeiter des Außendienstes Hans-Uwe Kümmel und verwies auf die frostbedingte Verzögerung.

Für den Bereich des Wriakhörnsees gibt es leider keine klare Zuständigkeit, die eine Lösung des schon seit vielen Jahren andauernden Problems des ungenügenden Überlaufs dauerhaft beheben könnte. Es werden seitens der Gemeinde Gespräche mit den Verantwortlichen des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein angestrebt.

im Winter sorgte eine Pumpe für kurzzeitige Entspannung...

im Winter sorgte eine Pumpe für kurzzeitige Entspannung...

Im Winter 2008/2009 wurde der Binnensee vom zuständigen Amt durch eine große Pumpe abgesenkt. Bei der gewaltigen Wassermenge ein mühseliges Unterfangen und lediglich als Momentaufnahme zu sehen. Einer dauerhaften Lösung mit einer von Windkraft betriebenen Pumpe blieb allerdings die Genehmigung in dem Landschaftsschutzgebiet verwehrt. Nun bleibt derzeit dem Außendienst der Amrum Touristik Wittdün nichts anderes übrig, als auf seinen Kontrollfahrten dafür Sorge zu tragen, dass das ständig versandende Überlaufrohr auf dem Kniepsand freigelegt wird. Da der Sandeintrag auf dem Kniepsand gewaltig ist und sich das Niveau der Sandfläche sukzessive erhöht hat, ist auch diese Arbeit eine Dauerbeschäftigung.

Thomas Oelers

 

 

 

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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