Startseite » Kultur » Ein ehrgeiziges Projekt trägt Früchte – der museale Teil des Friedhofs wird am Sonntag feierlich eröffnet…(to)

Ein ehrgeiziges Projekt trägt Früchte – der museale Teil des Friedhofs wird am Sonntag feierlich eröffnet…(to)

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Geschafften und freuen uns auf die Einweihung der Ausstellung der historischen Grabsteine auf dem Friedhof der St.Clemens Kirche“, zeigte sich Frank Hansen von der Projektgruppe zum Erhalt der historischen Grabsteine zufrieden.

Restaurierte Steine erscheinen im neuen Glanz

Restaurierte Steine erscheinen im neuen Glanz

Dipl. Restaurateurin Malaika Krohn arbeitet mit ihrem Team noch auf Hochtouren, um möglichst viele Grabsteine und Grabplatten bis Sonntag an ihren Platz zu schaffen und im neu geschaffenen musealen Bereich des Friedhofs aufzustellen beziehungsweise anzubringen. „Bis Sonntag werden rund sechzig Grabsteine und vierundvierzig Grabplatten auf ihrem geplanten Standort stehen beziehungsweise hängen“, zieht Malaika Krohn Bilanz. „Wir, das heißt Steinmetz Waldemar Lumma, Restaurateur und Steinmetz Bruno Piek, Dipl. Restaurateurin Katia Mühlbach-dos Santos und ich, können unter optimalen Bedingungen arbeiten“, so Krohn. Bei soviel Sonne muss man sich schon gut eincremen.

Dipl. Restaurateurin Malaika Krohn mit Heißdampf

Dipl. Restaurateurin Malaika Krohn mit Heißdampf

Der lange Winter hatte auch bei diesem Projekt die Arbeiten an den Grabsteinen und Grabplatten, die aus dem späten 17. bis Ende des 19. Jahrhunderts stammen verhindert. Erst gesicherte Temperaturen über 5 °C erlauben verschiedene Arbeiten. Für die Aufstellung werden Betonfundamente auf dem erweiterten Friedhof eingebracht, auf die dann, mit einem massiven Bolzen versehen, die Zeitzeugen der Amrumer Geschichte fixiert werden.

Die aus Sandstein gehauenen Steine wurden intensiv mit Heißdampf gereinigt und restauriert. „Wir kitten mit einem speziellen Reparaturspachtel Brüche und Blessuren und verhindern so, dass allzuleicht Wasser eindringen kann. Feuchtigkeitsrück würde für Moos und Flechten idealen Nährboden bedeuten und bei Frost könnten Absprengungen an den Stein für Schäden sorgen“, erklärt Malaika Krohn.

vl. Bruno Piek u Waldemar Lumma beim Aufstellen

vl. Bruno Piek u Waldemar Lumma beim Aufstellen

Am Sonntag, den 12. Mai 2013 wird mit einem Gottesdienst um 12.30 Uhr die feierliche Einweihung in der St.Clemens Kirche in Nebel beginnen. Im Anschluss wird der erweiterte Friedhof eingeweiht und die Besucher bekommen die Gelegenheit sich von dem Erfolg des Projektes zu überzeugen und mit den Beteiligten Gespräche zu führen.

Nach Abschluss des ehrgeizigen Projektes werden insgesamt 152 historische Grabsteine restauriert sein. Dieser Zugewinn an anschaulicher Kultur verdient größte Anerkennung. Dank des unermüdlichen ehrenamtlichen Engagements erlangte die Initiative große Aufmerksamkeit und damit die nötige finanzielle Unterstützung.

Die handwerklich hervorragend gearbeiteten Grabsteine, mit den aus dem Sandstein herausgearbeiteten Schriften und ausdrucksstarken Sinnbildern, offenbaren mit geschichtsträchtigen Texten Lebensgeschichten von Insulanern aus der “Alten Zeit”. Diese kunstvollen Arbeiten der Steinmetze, die aus der Zeit des 18. Und 19. Jahrhunderts stammen und über die Jahre von der Natur stark angegriffen wurden, galt es und gilt es zu erhalten. Mit der Erweiterung des Friedhofs, die Gemeinde Nebel spendierte das nötige Land, bietet sich die Möglichkeit, die Grabsteine themengruppiert und dem historischen Anspruch genügend zu präsentieren.

Auf der dazugehörigen Website können die wichtigsten Steine bis ins kleinste Detail betrachtet werden. Es gibt sogar eine Lesehilfe mit genauer Übersetzung der Texte.

www.erzaehlende-steine.de

Thomas Oelers

Fotos: Thomas Oelers und Peter Lückel

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

Ein Kommentar

  1. Hanns Albrecht

    Herzlichen Glückwunsch zum Gelingen und Vollenden dieser großartigen, verdienstvollen Aktion!!
    Schon in den 50 er Jahren haben unsere Eltern meinem Bruder und mir St. Clemens, den Friedhof und die zeitgeschichtlich so überaus aussagekräftigen Grabsteine gezeigt. Eine Bekannte aus dem alten Seehospiz II hat sodann in den 60er Jahren diese Dokomente nicht nur der Amrumer Seefahrerzeit in einer grandiosen Fotoaktion (meiner Erinnerung nach lückenlos) dokumentiert. Seitdem haben wir Jahrzehnte lang mit Wehmut den schleichenden Verfall dieser einmaligen steinernen Zeitzeugen mitverfolgt und freuen uns jetzt ganz besonders über deren kompetente Restaurierung.
    Hanns Albrecht Merkle Stuttgart

Amrumer Fotowettbewerb 2015