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Info-Veranstaltung der neuen Fährgesellschaft am Donnerstag den 22.08.…

In der kommenden Woche wird es die erste öffentliche Informationsveranstaltung zu der in den Startlöchern stehenden Watten Fährlinien GmbH auf Amrum geben.

So könnten die neuen Fähren aussehen...

So könnten die neuen Fähren aussehen...

Wie Dirk Lehmann, Geschäftsführer des potenziellen Konkurrenzunternehmens zur Wyker Dampfschiffs-Reederei erklärt, wolle man die Insulaner persönlich über das Projekt informieren. Auf den Inseln seien viele Fragen in Bezug auf das Vorhaben der Einrichtung einer neuen Fährlinie aufgekommen, so eine Pressemeldung zu den geplanten Infoveranstaltungen auf Amrum und Föhr.

„Wir wollen zwei hochmoderne mit Flüssiggas (LNG) betriebene Fähren im nordfriesischen Wattenmeer zwischen Dagebüll, Föhr und Amrum pendeln lassen und damit eine kundenorientierte und ganzjährige Alternative zur bestehenden Linie der WDR bieten“, erklärt Dirk Lehmann. Dieser ist von Haus aus Schiffsbau-Diplomingenieur und geschäftsführender Gesellschafter des Schiffbauzulieferers Becker Marine Systems aus Hamburg. Dessen Kerngeschäft ist der Ruderbau und unter anderem mit dem patentierten Becker-Ruder, mit dem auf dem Schiffsbaumarkt gepunktet werden, konnte.

„Wir haben bereits zwei Millionen Euro in die Hand genommen um die zukünftigen Fährschiffe zur Baureife zu bringen und damit ein zukunftsweisendes und umweltorientiertes Antriebskonzept in dem sensiblen Lebensraum des Wattenmeeres einsetzen zu können“, erklärt der Unternehmer. Dabei betont er, dass er sich der Verantwortung der ganzheitlichen Insel- und auch Halligversorgung bewusst sei.

Das ehrgeizige Ziel des eigens gegründeten Unternehmens war ursprünglich, bereits Ende 2013 den Fährbetrieb aufzunehmen. Leider hänge man diesem Ziel bereits gut zwei Jahre hinterher. Und bei rund achtzehn Monaten Bauzeit pro Schiff, ab Bestellung, dürfte die Jungfernfahrt wohl kaum vor 2015 zu schaffen sein.

Als Hauptursache für die unfreiwillig verlängerte Projektphase des Unternehmens sieht Lehmann den immer noch nicht gegebenen uneingeschränkten Zugang zum Fährhafen Wyk. Im Gegensatz zu den Häfen Dagebüll und Wittdün, wo die Hafengesellschaften bereits 2012 grünes Licht für die Nutzung der Fähranleger gegeben haben, komme man in Wyk nach derzeitigem Sachstand nicht an der WDR vorbei. 1981 verkaufte die Stadt Wyk als Hafenbetreiber die zwei installierten Brückenportale an die WDR. Mit anderen Worten, die Betreiber der Watten Fährlinien müssten mit der Reederei über die Nutzung verhandeln. Dies wurde von Lehmann bisher kategorisch abgelehnt. „Dies ist bei einem öffentlich-rechtlichem Fährhafen Aufgabe des Hafenbetriebes“, wettert Lehmann über solch ein Husarenstück. Zumal auf dieser Definition für die Seiteneinstiege Fördergelder bezogen wurden. In den letzten 18 Monaten prüften Rechtsbeistände die Sachlage.

Der Leiter des Wyker Hafenbetriebes, Ulrich Koch, erklärte dieser Tage, dass der Verkauf von zwei Brücken im Jahre 1981 laut der Prüfung rechtens sei, auch wenn diese Auffassung nicht von Allen geteilt wird. „Wir stellen bei Bedarf natürlich Flächen auf dem Fähranleger bereit, aber über die Nutzung der Hebebühnen muss mit der WDR verhandelt werden. Dass der Wyker Hafen öffentlich ist, daran lässt Koch zudem keinen Zweifel. Dieser könne von jedem Schiff angefahren werden und auch die Seiteneinstiege dürfe jeder benutzen.

Auch andere Schiffe nutzen Anleger und Brücke...

Auch andere Schiffe nutzen Anleger und Brücke...

Der Geschäftsführer der Wyker Dampfschiffs-Reederei, Axel Meynköhn, sieht in dem gestellten Vorwurf nur Stimmungsmache. „Bei uns wurde von einem Rechtsanwalt erst im Juni 2013 eine unverbindliche Anfrage für die Nutzung der Brücken gestellt“, so Meynköhn. Allerdings sei dabei zum Beispiel keinerlei Zeitfenster für den Anlauf der Fähren gegeben worden. „Den Beweis, dass wir auch andere Reeder unsere Brückenportale nutzen lassen, haben wir mit der Kooperation zwischen der WDR und dem Föhrer Unternehmer Jan Christiansen und seiner „Catjan“ bereits geleistet“, erklärt der Geschäftsführer des renommierten Unternehmens. „Hierfür wurde wie in der freien Wirtschaft üblich, jeweils ein entsprechendes Entgelt vereinbart und gezahlt“, erklärte Meynköhn.

Zu der Gestaltung des möglichen Fahrplans will sich Lehmann noch ausschweigen, wolle er doch mit seinen innovativen Ideen keine Vorlage für Mitbewerber liefern. Nun bleibt abzuwarten, ob auf der Informationsveranstaltung am Donnerstag, den 22.08.2013 um 19.30 Uhr im Gemeindehaus in Norddorf alle Fragen der Insulaner beantwortet werden. „Wenn wir eine neue Fährlinie bekommen, dann erwarte ich natürlich bessere Konditionen für mich als Kunden“ zeigt sich ein Amrumer erwartungsvoll. „Dies sollte sich auf alle Fälle in einer größeren Bandbreite der Verbindungen zeigen und einen Druck auf die bisherige Preispolitik mit sich bringen“, formuliert ein anderer Insulaner seine hohen Erwartungen.

Auf Föhr werden entsprechende Informationsveranstaltung zum Projekt Watten Fährlinien am Mittwoch, den 28.08.2013 um 19.30 Uhr im Taarepshüs in Utersum und am Donnerstag, den29.08.2013, 19.30 Uhr im Kurgartensaal in Wyk folgen. Weitere Informationen auf www.watten-faehrlinien.de .

Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

Ein Kommentar

  1. Was sagen nun die Insulaner der beiden Inseln dazu? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Hamburger Linie als positiv betrachtet wird. Über 100 Jahre war doch die Wyker Dampfschiffs-Reederei in der Hand der Insulaner – bietet Arbeitsplätze und blieb in der Tradition der Inseln. Nun kommen die Hamburger Pfeffersäcke – “Mir gehört die Welt!” und machen der WDR Konkurrenz… Jeder Arbeitsplatz ist in der Region wertvoll. Soll es einmal so werden wie auf Sylt? Denn dort haben viel Hamburger bereits das Sagen und viel Sylter können kaum noch Arbeit finden geschweige denn dort wohnen – sie übernehmen heftige Strapazen, jeden Tag auf Festland zu fahren. Hoffe die Insulaner von Amrum und Föhr haben so viel Stolz, dass sie sich die Fährlinen nicht aus der Hand nehmen lassen… Mache mir als Inselfan – beider Inseln – echt sorgen… Grüße aus Europa

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