Startseite » Über Land ... » Pastorin Friederike Heinecke gibt ihre Kirchengemeinde St. Clemens in neue Hände…(to)

Pastorin Friederike Heinecke gibt ihre Kirchengemeinde St. Clemens in neue Hände…(to)

Für die Kirchengemeinde St. Clemens auf Amrum bedeutete das vergangene Wochenende, Abschied zu nehmen, von ihrer Pastorin Friederike Heinecke.

Sprach den Segen für Ihre scheidende Gemeinde...

Sprach den Segen für Ihre scheidende Gemeinde...

Diese hatte sich entschlossen, nach zehn Jahren des Wirkens auf der Insel Amrum, ihre Verpflichtung nicht um weitere zehn Jahre zu verlängern. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Frank Hansen löst sie nun in der kommenden Woche ihren Haushalt auf der Insel auf. Hansen hatte sich an der Seite der Theologin mit seinem hohen persönlichen Engagement bei bedeutsamen Projekten der Kirche verdient gemacht und mit seiner Fachkompetenz als Architekt bei Immobilienfragen dem Kirchenvorstand zur Seite gestanden.

Mit einem Gottesdienst im Gemeindehaus Norddorf und einer Feier im evangelischen Gemeindehaus in Nebel wurde der scheidenden Pastorin ein herzlicher Abschied bereitet. Probst Dr. Kay-Ulrich Bronk des Ev.-luth. Kirchenkreis Nordfriesland / Nord zog in seiner Rede Bilanz und sah in der aus freien Stücken getroffenen Entscheidung noch einmal neue Wege einzuschlagen, einen für Theologen durchaus gern praktizierten Werdegang. „Der Abschied fällt nicht leicht, wenn auch in diesem Jahrzehnt Blessuren hinzunehmen waren. Die Herzen sind nicht völlig leicht und unbeschwert. Es gibt Traurigkeit und Enttäuschung“, so der Probst.

„Amrum ist ein Abenteuer, zumindest aus der Sicht des Festländers“, so der Probst.  So weit draußen in der Nordsee, ganz für sich und ganz besonders. Und zudem mit vielen Gästen. Die Zahlen zeigen dabei, wie viel Mühe und Kreativität nötig sind, um 120 Gottesdienste verschiedenster Art und zusätzlich bis zu 70 Kausalen, wie Trauungen Taufen und Trauerfeiern im Jahr zu halten. Die behutsamen Veränderungen als auch die sorgsame Wahrung alter Traditionen zeichneten die Schaffenszeit der jungen Pastorin, resümierte Probst Bronk.

Frank Hansen und Friederike Heinecke mit dem Probst

Frank Hansen und Friederike Heinecke mit dem Probst

Auf Amrum wurde zum Beispiel das Abendmahl häufiger gefeiert. Dabei stand die Gemeinschaft der feiernden mehr im Vordergrund. Seit 2003 wurde einmal jährlich die Gemeindeversammlung abgehalten, vor den Kirchengemeinderatssitzungen gab es zudem eine öffentliche Viertelstunde, der St.Clemens Bote erscheint viermal im Jahr und das Team sitz einmal wöchentlich zusammen.  Friederike Heinecke war Transparenz ein besonderes Anliegen.

„Die Mystik und die feministische Theologie haben Dich Friederike Heinecke geprägt“, weiß Probst Bronk.  Das Einfließen lassen dieser Erkenntnisse in die Predigten und in die Arbeit waren gleichermaßen spannend  als das man sich ebenso daran reiben konnte. Das Reden und Ringen auf Augenhöhe war der dreiundfünfzig-jährigen Theologin wichtig. Nicht von oben nach unten, sondern von gleich zu gleich und dabei weg von den Bildern der unguten Pfarrherrlichkeit, wo es hier und da noch ein ungutes Gefälle gibt.

Die bedeutenden Projekte, wie unter anderem die Gründung der Stiftung Üüs Skap zum Erhalt der Stelle der Kirchenmusik und dem Erhalt der historischen Kirchengebäude, die Neugestaltung des Heimatlosenfriedhofs und der Kriegsgräber-Gedenkstätte auf dem neuen Friedhof und nicht zuletzt das Projekt zur Überarbeitung der historischen Grabsteine an der St. Clemens Kirche mit der Einrichtung eines musealen Teils des Friedhofs sind fest verbunden mit dem Wirken des Ehepaars Friederike und Frank Hansen. Unzählige Kirchenführungen und weitere Projekte wie „Landart“ und „der Tod und das Meer“, füllte Frank Hansen mit Leben und führte sie zum Erfolg.

Elke Dethlefsen, die als stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Nebel die Grußworte sprach, erinnerte sich noch ganz deutlich an die Veränderung im Erscheinungsbild vom Pastor zur Pastorin vor zehn Jahren. Erstmals hatte eine Pastorin die Pfarrstelle auf Amrum inne und brachte ein angenehm frisches Bild mit sich. Skepsis und Neugier gehörten zu solch einer Neuerung der Traditionen ebenso dazu.

„Für mich bedeutet das Ende auf Amrum ein Aufbruch zu neuen Aufgaben“, erklärt Friederike Heinecke im Gespräch. „Als Erstes werde ich meine Habseligkeiten einlagern und für gut vier Monate nach Portugal reisen und dort neue Kraft tanken und mich wieder meiner seit 25 Jahren ruhenden Erforschung der Mystik widmen, bevor ich eine neue Pfarrstelle antrete“, verrät Heinecke. „Wir haben eine bewegte Zeit auf Amrum erlebt und hätte sich der zweite Bewerber auf die Stelle in der St.Clemens Kirchengemeinde nach dem Vorstellungsgespräch nicht zurückgezogen wäre die Stelle sicher wieder von einem Pastor besetzt worden“, ist sich die scheidende Pastorin sicher. Zumal der damalige Probst ihr das so versicherte.

Sehr persönlicher Abschied...

Sehr persönlicher Abschied...

Allen treuen Mitarbeitern sprach die Pastorin ihren großen Dank aus. Musste sie doch neben der Theologin und Seelsorgerin an sieben Tagen in der Woche unter anderem auch noch die Aufgaben einer Finanzexpertin, der Immobilienverwalterin und einer Personalchefin sein. Einen ganz herzlichen Dank sprach sie den vielen Wegbegleitern, Fürsprechern und sich unermüdlich für die Projekte engagierenden Freunden aus. „Ganz besonders möchte ich dabei Dir lieber Frank für die gemeinsame Zeit und deine Unterstützung Danke sagen“.

„Nächstes Mal würde ich allerdings die Last auf mehr Schultern verteilen wollen, bevor sie, wie bei mir leider passiert, sie krankmacht und die Seele droht Schaden zu nehmen“, sieht Heinecke die eigene Erfahrung als Empfehlung für ihren Nachfolger.

Bis zur Verpflichtung eines Nachfolgers wird Pastor Georg Hildebrandt die vakante Stelle bekleiden. Es ist damit zu rechnen, dass dies mindestens bis zum Frühjahr 2014 dauern wird, schätzt Probst Bronk.

Thomas Oelers

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

2 Kommentare

  1. Liebe Friedericke,
    Ihr zwei auf dieser schönen Insel, macht es wahr und geht nach 10 Jahren, wie damals gesagt, weg.Es grüssen -die ex Amrumer und Postler
    Eva und Sigi.

  2. Liebe Fredericke,
    für Deine Anerkennung und Freundschaft danke ich Dir. Wieviel habe ich von Dir gelernt! Ich werde Dich sehr vermissen. Dir und Deinem Frank alles Gute……and may GOD bless you both.
    Love, Pauline.

Amrumer Fotowettbewerb 2015