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Bautätigkeiten in der Saison verlangen viel Fingerspitzengefühl…(to)

„Auf einer Insel auf der die Bewohner vornehmlich von dem florierenden Tourismus leben, werden an die Bauwirtschaft mit den Handwerkern der verschiedenen Gewerke und den Bauherren besondere Anforderungen gestellt“, vertrat Norddorfs Bürgermeister Peter Koßmann auf einer Sitzung der Gemeindevertretung stellvertretend die allgemeine Auffassung.

2. Baustelle mitten in Norddorf...

2. Baustelle mitten in Norddorf...

So gibt es auf dem Urlaubsdomizil Amrum zwar keine Reglung, das nicht in der Hauptsaison gebaut werden darf, doch betrifft eine Baustelle nicht nur den Bauherrn, sondern auch die Nachbarn. Zumal sie streng genommen bereits bei der Buchung der eigenen Gäste die Karten offen legen und angeben müssen, ob es eine Baustelle in unmittelbarer Nähe gibt.

Hier sieht der Bürgermeister seine Bitte an die Fairness und Einhaltung der Verpflichtung der Bauherren, die häufig nicht Insulaner sind, gerichtet, schon frühzeitig die Nachbarschaft über anstehende Baumaßnahmen zu informieren. Umso früher geplante Maßnahmen bekannt sind um so besser. „Ich weiß aus eigener Bautätigkeit, wie viel Verständnis und Wohlwollen man von seinen Nachbarn braucht um zügig und ohne Verzögerungen ein entstehendes Gebäude fertigstellen zu lassen. Und auch das derzeit entstehende Dorfzentrumshaus der Gemeinde Norddorf ist eine Baustelle im Ortszentrum, die ihre Geräuschkulisse mit sich bringt. Zumal sich die Toleranzgrenze bei den Urlaubern erfahrungsgemäß stark nach der herrschenden Wetterlage richtet.

Anlass zu dem Appell hatten unter anderem Abbrucharbeiten an im Ortskern befindlichen Immobilien gegeben. Dort sorgten neben der Lärmbelästigung zusätzlich starke Staubanfälle für Ärger mit den Erholung suchenden Gästen. „Wenn jetzt das Gebäude abgebrochen wird, müssen wir dann damit rechnen, dass auch unser bereits für das nächste Jahr geplante Urlaub unter dem dann entstehenden Neubau zu leiden hat?, stellte ein Gast seinem Vermieter die bange Frage. Zumal er bereits zu Hause eine Dauerbaustelle zu ertragen hat, wäre diese Option für ihn nicht hinnehmbar.

Als ein zeichnendes Beispiel, wie man die Situation entschärfen kann, dürfte die Anpassung der Arbeitszeiten an die gegebenen Ruhezeiten im Tourismus sein. Hier schreibt die Reglung von 13.00 – 15.00 Uhr und von 20.00 bis 8.00 Uhr Ruhezeiten vor. „Wenn darüber hinaus massive Stemm-, Schlitz und Abbrucharbeiten erst um 9.00 Uhr beginnen und nicht nach 18.00 Uhr stattfinden, ist dem Gast schon ein gutes Stück entgegengekommen“, so Koßmann. „Wir haben schon seit zwei Jahren um uns herum Bauarbeiten zu ertragen“, gibt sich eine Vermieterin aus Süddorf angespannt. Nach dem Abriss, dem Aufbau und die Erstellung der Außenanlagen wurde das volle Programm abgegriffen. „Was uns dabei auf die Palme gebracht hat, war die Ignorierung der vorgegeben Ruhezeiten und dahin brüllende Bauradios, die mit frei singenden Maurern konkurrierten“, so die Amrumerin. Als Appelle und freundliche Bitten ignoriert wurden und auch ernste Gespräche mit dem bauleitenden Architekten nichts halfen, wurde das Ordnungsamt eingeschaltet. „Die Baumaschinen übernahmen bis dahin ab sieben Uhr den Urlaubsweckdienst für unsere Gäste“, erinnert sich die Vermieterin gruselig.

Norddorfs Bürgermeister Koßmann sieht für ganz Amrum auch in der Vor- und Nachsaison den Anspruch gegeben, das Streben nach Erneuerung und dem Ausbau der Infrastruktur in Einklang mit dem Anspruch des Tourismus zu bringen.

Thomas Oelers

 

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

Ein Kommentar

  1. Das Baustellenradio sollte generell verboten werden. Ich werde es nie verstehen, wie man bei der Geräuschkulisse von Bauarbeiten noch Musik hören kann/will. Außerdem würde jeder entsprechend sauer reagieren, wenn der Nachbar (auch ohne Bauarbeiten) im Freien Musik hören würde.

Amrumer Fotowettbewerb 2015