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Zugunsten des Ökoanspruchs wird der Föhrer Windstrom ab 2014 eingekauft…(to)

„Wir haben verschiedene Angebote eingeholt und beziehen nun ab Januar 2014 Windstrom von der Firma „Föhrer Windkraft“, berichtete Vorstandsmitglied der Versorgungsbetriebe Amrum A.ö.R. Norbert Gades auf der jüngsten Verwaltungsratssitzung.

Schalttafel des Amrumer Wasserwerkes...

Schalttafel des Amrumer Wasserwerkes...

Zugunsten der Nutzung von Föhrer Windstroms, verzichtete die Einkaufsgemeinschaft, bestehend aus der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR), dem Wyker Hafenbetrieb, den Amrumer Versorgungsbetrieben A.ö.R. und der Hafenbetriebsgesellschaft Dagebüll auf den Abschluss  eines noch günstigeren Liefervertrages bei dem bisherigen Lieferanten der Reederei. Trotzdem freuen sich die Betriebe bei rund 2 Millionen kWh auf einen noch rund 80.000 € günstigeren Energieeinkauf als bisher. Die vier Betriebe schrieben zwar gemeinsam aus, doch werden getrennte Abrechnungen erstellt.

„Wir nutzen natürlich den Strom aus dem normalen Stromnetz“, erklärte Gades. Bei dem Vertrag werden Zertifikate gezeichnet, durch die entsprechend die regenerativen Stromanbieter die Einspeisung vergütet bekommen. „Aus unserer Sicht stärken wir unsere Region nachhaltig und bestärken solche Pioniere wie Jan Brodersen aus Oevenum“, so Gades. Wenn der Wind auf Föhr mal müde sein sollte, stehen die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) im Schwarzwald mit aus Wasserkraft gewonnen Strom zur Seite. Die EWS konnte Brodersen zudem als Dienstleister für die allgemeine Abwicklung gewinnen.

„Unter Berücksichtigung eines weiter steigenden Strombedarfs ist es für unser Unternehmen erfreulich ab Januar den Strom günstiger als bisher einzukaufen“, beschreibt Geschäftsführer Axel Meynköhn. In den drei Häfen werden die Fähren nicht mehr ihren Strom an Bord mit dem Generator selbst produzieren, sondern während der Liegezeiten über Nacht von Land aus mit Energie versorgt werden. Die Neubauten „Uthlande“ und „Schleswig-Holstein“ sind dafür technisch bereits ausgerüstet. Die Fähren „Rungholt“ und „Nordfriesland“ müssen für diese Änderung im Energiemanagement noch umgerüstet werden.

Die Neubauten „Uthlande“ und „Schleswig-Holstein“ sind dafür technisch bereits ausgerüstet...

Die Neubauten „Uthlande“ und „Schleswig-Holstein“ sind dafür technisch bereits ausgerüstet....

Die Gäste in den an die Häfen grenzenden Vermietungsbetriebe werden diese Neuerung sicherlich freuen, brummen doch die Generatoren der Schiffe ansonsten in den Nächten markant vor sich hin. „In Wittdün müssen wir noch unregelmäßig auftretende Stromschwankungen in den Griff bekommen“, berichtet Norbert Gades. Die Infrastruktur für den erforderlichen 125 KV Anschluss ist vorhanden, aber die auftretenden Schwankungen führen dazu, dass die Schiffselektronik dann auf Hilfsdieselbetrieb umschaltet.

Die Oevenumer Firma „Föhrer Windkraft“ ist erst vor wenigen Jahren am insularen Strommarkt angetreten. Mit dem jetzigen Liefervertrag konnte Windmüller Jan Brodersen seine Energielieferung auf 4,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr annähernd verdoppeln. In Zukunft werden dann unter anderem auch die Amrumer Kläranlagen und das Wasserwerk mit Öko-Strom von Föhr betrieben.

Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

Ein Kommentar

  1. Das ist doch erfreulich, wenn trotz Öko-Anspruch der Einkaufsgemeinschaft auch noch eine Kostensenkung durch den “80 T € günstigeren Energieeinkauf“ des Abnehmerverbundes eintritt. Es ist zu hoffen, dass diese Ersparnis nicht durch Synagieeffekte anderer Kostenarten verpufft, sondern von den Dienstleistern, Versorgungsbetriebe Amrum und den Hafenbetrieben Dagebüll und Wyk, direkt oder mittelbar an den Endverbraucher durchgereicht werden. Zu glauben vermag ich dies allerdings nicht, auch nicht daran, dass zumindest die Preisstrukturen unverändert bleiben. Für die WDR-Tarife ist eher noch aufgrund des „steigenden Strombedarfes“ mit einer Fahrpreiserhöhung in 2014 zu rechnen, zumal die WDR doch auf den Abschluss eines „noch günstigeren Liefervertrages bei dem bisherigen Lieferanten der Reederei“ verzichtet hat.

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