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Fährschiff „Uthlande“ (4) konnte verkauft werden…(to)

Bereits Ende September konnte die Wyker Dampfschiffs –Reederei mit der Veräußerung des in Husum aufgelegten Fährschiffs „Uthlande“ (4) einen wichtigen Schiffsverkauf tätigen.

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Wie Geschäftsführer Axel Meynköhn nun auf Anfrage bestätigte, konnte das im Zuge der Modernisierung der Reedereiflotte 2010 erstmalig ausgemusterte Fährschiff glücklicherweise verkauft werden. „Ein aufgelegtes Schiff ist eine echte finanzielle Last für ein Unternehmen. Muss doch ein fünfstelliger Betrag im Jahr aufgebracht werden, um das Schiff in einem verkaufsfähigen Zustand zu bewahren“, verrät der Geschäftsführer. „Man könne getrost sagen, dass diese Geschichte ein gutes Ende genommen hat“, bestätigt Meynköhn unsere Vermutung. Zumal die Reederei bereits vor rund elf Jahren die Erfahrung machen musste, dass der Markt für solche wie im Wattenmeer eingesetzte Fährschiffe begrenzt ist. Die 1991 in Dienst gestellte und auf der Hallig-Linie verkehrende „Hilligenlei“ (3) musste nach ihrer Ablösung 2002 durch die heutige „Hilligenlei“ bis 2006 auf ihren heutigen Eigner, die AG Ems warten. In dieser Zeit war sie ebenfalls in Husum aufgelegt.

Zukünftig wird die kombinierte Auto- und Personenfähre, die 1980 als modifizierter Nachbau der 1972 gebauten „Schleswig-Holstein“ (2)  auf der Husumer Schiffswerft GmbH in Husum gebaut wurde, als „Just Miriam 4“ in südöstlicheren Gefilden verkehren. Es soll zukünftig im östlichen Mittelmeer zwischen libanesischen und türkischen Häfen eingesetzt werden. Für die Überführungsfahrt in den Libanon muss das Fährschiff baulich vorbereitet werden, was sicher auf der Werft in Husum geschehen wird. Wann genau die Überführung stattfinden wird, konnte uns Axel Meynköhn nicht verraten. Doch dürfte die derzeit mögliche Wetterlage für eine so weite Überführungsfahrt nicht unbedingt optimal sein.

In Husum aufgelegt...

In Husum aufgelegt...

2011 musste die bereits 2010 aufgelegte “Uthlande” wieder in Dienst gehen, weil durch den vorgezogenen Verkauf der „Schleswig-Holstein“ ein Engpass entstanden war. Auch die neue Doppelendfähre Schleswig-Holstein“ war zu dieser Zeit noch in der Bauphase. Für viele Insulaner war die „Uthlande“ ein Sinnbild für die gemeine „Schleichfahrt“ geworden und der fehlende Aufzug bescherte ihr bei Müttern mit Kinderwagen und in ihrer Bewegung eingeschränkten Personen schlechte Noten.

Seit dem 15. April 1980 hatte das Fährschiff ihren Dienst bei der W.D.R. aufgenommen und verband die Inseln Amrum und Föhr mit dem Festland. 1986 wurde auf der Meyer Werft in Papenburg eine 9,90 Meter lange Sektion in das Schiff eingefügt. Die Länge über alles erhöhte sich auf 67,84 Meter und steigerte die Kapazität des Schiffes entsprechend.

„Die Reederei hat dem neuen Eigner ein überaus zuverlässiges Schiff verkauft, dass über all die Jahre auf dem neuesten Standard gehalten wurde und regelmäßige Revisionen erhalten hat“, versichert der Geschäftsführer. Allerdings sieht er den Zugewinn auf dem Konto der Reederei nicht als Motivation, Morgen ein neues Fährschiff in Auftrag zu geben. Sei doch der Markt der Werften stark bereinigt und die Baupreise für Schiffe enorm gestiegen. Zumal die Reederei über eine junge Flotte verfügt.

Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

2 Kommentare

  1. Endlich ist es soweit!
    Für das alte schiff gab es doch interessenten. ich wünsche dem alten alles andere als barrierefeiem schiff trotzdem noch ein langes leben!

  2. Wieder geht leider ein Stück Schifffahrtsgeschichte im Wattenmeer mit dem Verkauf der Fähre zu Ende. Diese Baureihe der Fähren hat weiterhin Charme. Wünschenswert ist, dass mindestens ein Schiff weiter im Linienverkehr zwischen den Inseln und Halligen verbleiben wird. Ich wünsche dem offensichtlich zuletzt namenlosen Schiff (siehe Foto) in neuen Gewässern gute Fahrten und zufriedene Passagiere. Es ist besser noch im Mittelmeer zu fahren, als weiter im Husumer Hafen vor sich hin zu dümpeln.

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