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Nach dem Orkan „Christian“ standen Aufräumarbeiten beim Bergwaldprojekt auf dem Arbeitsplan…(to)

Für die freiwilligen Helfer des Bergwaldprojekts e. V. stand bei ihrem Herbsteinsatz die Beseitigung der Hinterlassenschaften des verheerenden Sturms „Christian“ im Vordergrund.

Projektförster Henning Rothe

Projektförster Henning Rothe

„Geplant war eigentlich die schwerpunktmäßige Pflege der Aufforstflächen im Steenodder Wald, mit dem Mähen und Zurückschneiden der Traubenkirschen und Brombeeren. Doch die Sturmschäden haben den Arbeitsablauf verändert“, erklärte Holger Peters, Vorsitzender des Forstverband Amrum. Der Verband bucht seit der Aufarbeitung der Schäden des vernichtenden Sturms „Anatol“ im Jahr 1999 zweimal im Jahr das Bergwaldprojekt für Aufforst- und Pflegearbeiten im Amrumer Wald.

Insgesamt fünfzig Teilnehmer aus ganz Deutschland waren in den zwei Wochen jeweils für eine Woche auf Amrum im Einsatz. Sie bringen sich für den Verein “Das Bergwaldprojekt e. V.” freiwillig ein, um mit ihrem Engagement einen aktiven Beitrag zum Naturschutz zu leisten. René Augustin aus Dortmund ist zum Beispiel zum dritten Mal auf Amrum im Einsatz. „Ich bin gerne draußen und freue mich mit meinem Einsatz den Naturschutz aktiv zu unterstützen“, beschreibt der aus Schleswig-Holstein stammende Student.

„Wir streben seit vielen Jahren eine Aufforstung und den damit verbundenen ökologischen Umbau des Amrumer Waldes an und haben durch die regelmäßigen Einsätze des Vereins schon sehr viel erreicht“, erklärt Holger Peters. Hatte sich doch in den zurückliegenden Jahren der Borkenkäfer an den stark vertretenden Sitka-Fichten zu schaffen gemacht und ein rasches Handeln des Forstverbandes erfordert. Der nun über Norddeutschland eingefallene Orkan hatte viele Bäume umgerissen, die unter anderem die Aufforstflächen einfriedeten und gegen die gewaltigen Böen keine Chance hatten.

„Unser Bezirksförster Walther Rathkens sieht zudem ein weiteres Problem in der enormen Belastung des Wurzelwerks der nicht umgestürzten Bäume. Flach laufende Wurzeln, die für den Wassertransport verantwortlichen sind, könnten abgerissen sein. Wenn nun ein trockener Sommer folgt, stirbt der betroffene Baum eventuell ab“, zeigt sich Peters besorgt.

Erfreulich sei zu werten, dass der vom Forstverband Amrum gestellte Antrag, die eingehenden Spenden zur Bewältigung der enormen Sturmschäden als gemeinnützig einstufen zu lassen, vom Finanzamt positiv beschieden wurde. Das bedeutet, dass bis 200 Euro die Überweisungsbestätigung zur Anrechnung ausreicht und darüber hinaus eine Spendenbestätigung vom Forstverband ausgestellt werden kann.

Im Bereich des Steenodder Waldes, wo die Pflege der aufgeforsteten Flächen anstand, gab es zahlreiche umgestürzte Bäume, die nun per Hand zerlegt wurden und so eine schonende Aufarbeitung der Schäden ermöglichten. Projektförster Henning Rothe vermeldete, dass die Aufforstungen mit standortsheimischen Laubhölzern den Sturm größtenteils gut überstanden. „Aufgrund der aktuellen Lage hatten wir unser Werkzeug noch kurzfristig aufgestockt, um die Einzelwürfe aufarbeiten und vorsichtig aus vorhandenen Jungwüchsen entfernen zu können“, beschreibt Henning Rothe die zurückliegenden Arbeitstage.

Gruppenleiterin Ingke Carstensen ist schon zum 10. Mal dabei und hat die Flächen in Steenodde selbst mit bepflanzt. „Es ist enorm, wie gut die Anpflanzungen gewachsen sind. Für mich stellt sich der Sturmschaden zwar auch dramatisch dar, doch die vielen Anpflanzungen und der immer noch in seinem Ausmaß und seiner Einmaligkeit vorhandene Amrumer Wald wird die Gäste auch weiterhin begeistern“, zeigt sich die aus Friedrichstadt stammende Hamburgerin überzeugt.

Die Freiwilligen waren wie gewohnt in Norddorf untergebracht und fuhren ungeachtet der teils sehr feuchten Wetterlage mit den Fahrrädern zur Arbeit. Neben der körperlichen Arbeit wurde viel Wissenswertes über die Zusammenhänge im Wald vermittelt und auch der kulturelle Hintergrund kam mit dem Besuch des Öömrang Hüs nicht zu kurz.

Das Bergwaldprojekt bringt mit seinen Einsatzwochen allein in Deutschland jedes Jahr über 1400 Menschen in den Wald. In 2013 finden beziehungsweise fanden 70 Projektwochen an 33 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt.

Thomas Oelers

 

Der Forstverband Amrum bittet freundlich um eine Unterstützung bei der Bewältigung der Sturmschäden, um so den beliebten Amrumer Wald aufarbeiten und nachpflanzen zu lassen.

 

Die Konto-Nr. des Forstbetriebsverbandes:

 

Föhr-Amrumer Bank Nr. 117 404 (BLZ 21791906)

BIC: GENODEF1WYK

IBAN: DE75217919060000117404

 

Verwendungszweck: Orkan Christian

 

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
Amrumer Fotowettbewerb 2015