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Kegelrobbensaison hat begonnen…

Die Kegelrobbenwurfsaison in der Nordsee hat begonnen. Auf Helgoland kam bereits der erste Nachwuchs zur Welt. Somit ist nun auch an den Amrumer Küsten mit Jungtieren zu rechnen.

Schlafendes Jungtier am Norddorfer Strand

Schlafendes Jungtier am Norddorfer Strand

Die Kegelrobbe, Deutschlands größtes Wildtier, lebt in der Nordsee und ist auch in den Gewässern um Amrum zu Hause. Auf dem Jungnamensand, einer Sandbank westlich von Amrum, ist die einzige Kolonie im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer.

Im deutschen Wattenmeer leben zur Zeit etwa 3000 Kegelrobben. Die imposanten Männchen werden etwa 2,50m groß und 330kg schwer, die Weibchen erreichen bis 1,90m und 150kg. Ihr Nachwuchs kommt im Winter, hauptsächlich zwischen November und Januar, zur Welt. Die Jungtiere tragen ein weißes Fell und verbringen die meiste Zeit am Strand. Während der Stillzeit fehlt den Jungtieren noch die isolierende Fettschicht unter dem Fell, daher meiden sie in dieser Zeit das kalte Wasser. Am Strand warten sie auf ihre Mütter, von denen sie alle 4-8 Stunden gesäugt werden. So nehmen die Jungen innerhalb der 2-3wöchigen Stillzeit um bis zu 30kg zu. Danach erfolgt der Fellwechsel, und die nun selbstständigen Jungtiere nehmen eine bräunlich-graue Farbe an.

Jungtiere und ihre Mütter haben eine enge Bindung

Jungtiere und ihre Mütter haben eine enge Bindung

Im vergangenen Winter war Amrum die Kinderstube einiger Kegelrobbenjungtiere. Die Amrumer Naturschutzvereine zählten und bewachten, wenn nötig, insgesamt 6 junge Kegelrobben und deren Mütter. Um Weihnachten konnten direkt am Norddorfer Strandübergang gleich zwei Junge mit ihren Müttern und einem Männchen beobachtet werden. Um Störungen der Tiere zu vermeiden, wurde der Bereich großräumig abgesperrt, und die Mitarbeiter des Carl Zeiss Naturzentrums Amrum ermöglichten neugierigen Besuchern die Beobachtung der Tiere mit Ferngläsern und Fernrohren. Dazu gab es interessante Informationen zum Leben der Tiere. Glücklicherweise hielten sich die meisten Besucher an die Absperrungen, so dass die Tiere ziemlich ungestört ihre Jungen aufziehen konnten. Nach einigen Wochen war es soweit, und die Jungtiere verließen die Insel und begannen ihr eigenständiges Leben. Hoffentlich kehren sie eines Tages zurück.

Die Amrumer Naturschutzvereine weisen darauf hin, dass Kegelrobben laut EU-, Bundes- und Landesnaturschutzgesetzen zu den besonders geschützten Tieren zählen, und daher nicht gestört werden dürfen. Deshalb sollte ein möglichst großer Bogen um die Tiere gemacht werden, wobei der Weg zum Wasser für die Tiere freibleiben muss. Ebenso sollten Hunde, auch zu ihrem Wohl, angeleint werden. Bei Funden von Kegelrobbenjungtieren freuen sich die Naturschutzvereine über eine unverzügliche Information (Öömrang Ferian: 04682/1635, Schutzstation Wattenmeer: 04682/2718, Verein Jordsand: 04682/2332).

 

Dr. Thomas Chrobock
Carl Zeiss Naturzentrum Amrum

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Über Thomas Chrobock

Dr. Thomas Chrobock hat Biologie an der Universität Potsdam studiert. Danach folgte die Promotion an der Universität Bern (Schweiz) im Fachgebiet Pflanzenökologie. Seit Sommer 2012 ist er der Leiter des Carl Zeiss Naturzentrums Amrum des Öömrang Ferian i.f. in Norddorf auf Amrum.
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