Startseite » Über Land ... » Die Hoffnung stirbt zuletzt…

Die Hoffnung stirbt zuletzt…

Mit Ablauf des 31. Dezember 2013 existierte die bewährte Postagentur in der Inselstraße in Wittdün nicht mehr und das Agenturangebot der Deutschen Post reduzierte sich auf Amrum auf lediglich eine Agentur in Nebel.

Der Briefkasten wurde demontiert...

Der Briefkasten wurde demontiert…

Im Januar wurde nun auch noch der vor der einstigen Agentur montierte Briefkasten abgebaut und aufs Festland verbracht. „Die Dichte der aufgestellten Kästen reiche aus und dieser sei an die Agentur gebunden gewesen, verriet der Mitarbeiter der Post bei der Demontage.

Wie nun Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus auf Nachfrage erklärte, sei er Ende des vergangenen Jahres von der Zentralstelle der Post in Hamburg über die anstehende Aufgabe der Agentur durch die bisherige Betreiberin informiert worden. Zudem wurde er gefragt, ob er eventuell jemanden wüsste, der für den Betrieb einer Postagentur infrage käme. „Es waren dann auch Mitarbeiter zu Gesprächen auf der Insel, konnten aber bei ihrer Akquise keinen Geschäftstreibenden in Wittdün als neuen Betreiber gewinnen. „Es ist sehr bedauerlich, dass wir nach derzeitigem Stand, der mir von offizieller Seite der Zentralstelle der Post in Hamburg vorliegt, mit nur noch einer Postagentur auf Amrum auskommen müssen. Damit ist leider eine Serviceleistung für Insulaner und Gäste der Insel verloren gegangen“, so Jungclaus. Für ältere Insulaner und solche ohne Fahrzeug bedeutet diese erneute Ausdünnung eine deutliche Erschwernis. Der Versand eines richtigen Paketes stellt da schon eine logistische Anforderung dar. Die Inanspruchnahme der Hilfe von Dritten wird nötig. „Bei dem Versand von Koffern per Post werden Serviceleistungen privater Unternehmen angeboten“, empfiehlt der Bürgermeister.

„Wir können als Gemeinde leider nicht in diesen Prozess eingreifen“, verdeutlicht Jungclaus. Das Geschäftsverhältnis bestünde ausschließlich zwischen der Post und einem Betreiber solch einer Agentur. Die Gemeinde könne keinen Druck ausüben und auch nie solche Aufgaben übernehmen, um die Mindestanforderungen an den Service zu den vorgegebenen Öffnungszeiten zu leisten. Hier seien vielmehr private Geschäftstreibende mögliche Vertriebspartner“, so seine Hoffnung, dass gewisse Gerüchte, es gäbe doch jemanden, der den Service weiterführen würde, Realität werden könnten.

Der Betreiber der Postagentur, André Kruse, der seit Februar 2009 in Nebel tätig ist, konnte und wollte zu bestehenden Spekulationen und Gerüchten über eine Zweigstelle in Wittdün derzeit keine Stellung nehmen.

Thomas Oelers

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.

4 Kommentare

  1. Und eine Agentur in der Tourist-Information am Fähranleger ist nicht möglich?

  2. vielen Dank für Ihr Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Filialbereich der Deutschen Post.
    Für die Kooperation gibt es jedoch einige Voraussetzungen, deren Erfüllung für den Betrieb einer Filiale bzw. eines Verkaufspunkts unabdingbar sind.
    Moin,
    ich denke doch, dass die Gemeinde in der Tourist-Information am Fähranleger eine “eigene” Poststation betreiben könnte (so sie denn wollte). Hier der Auszug aus dem Schreiben der POST an Herrn Suhr ( aus den Kommentaren vom Nov.13)
    …”Hierzu zählen zum Beispiel das Vorhandensein eines eingerichteten Ladenlokals, ein bestehendes Hauptgewerbe sowie eine positive Nachfrageprognose nach postalischen Leistungen….”
    Die hier aufgeführten Bedingungen sind von der Gemeinde darsellbar. ( Wo ein Wille – ist auh ein Weg).

    cu bis denne Ralf Jürgen

  3. Nicht zu vergessen, in Norddorf ist auch seit Jahren kein Postservice mehr vorhanden. Wenn man nach Nebel fährt gibt es zu gewissen Zeiten lange Schlangen. Die Mitarbeiter sind aber sehr bemüht und zuvorkommend.
    Die Norddorfer Gemeinde hat es in der Hand gehabt, im neuen Haus neben dem Kino etc. auch einen Raum für eine Agentur mit einzuplanen. Somit würde die ständige Wanderung nach Nebel der Vergangenheit angehören. Es wäre von Vorteil, wenn alle Bürgermeister der Insel gemeinsam sich der Sache annehmen würden. Dann hätte man auch mehr ” Gewicht” gegenüber der Deutschen Post in Hamburg.

  4. Ich unterstütze den Vorschlag des Lesers Martin S. in dem Gebäude der Amrum Touristik am Anleger eine Postagentur einzurichten. Da, wie zu lesen war, die Postagentur auch für den Kofferversand genutzt wurde, liegt eine sachliche Verbindung mit dem Dienstleister für den Tourismus nahe. Allerdings müssten für den Paketdienst zusätzliche Flächen in dem zur WDR benachbarten Gebäude der Amrum Touristik zur Verfügung stehen oder aber der Leerstand für die aufgegebene Postagentur genutzt und die Fläche angemietet werden. Vielleicht ließe sich aber auch nur eine Kooperation mit der WDR für die Lagerung und Ausgabe von Koffern und Paketen eingehen; es sei denn, die WDR könnte direkt für Arbeit einer Postagentur begeistert werden. Für die sonstigen Agenturdienste außerhalb des Paketdienstes würden die Räumlichkeiten der Amrum Touristik vermutlich ausreichend sein.
    Ansonsten könnte ich mir grundsätzlich die Zuordnung einer Postagentur auch bei einem der Koffertransportdienste vorstellen.

Amrumer Fotowettbewerb 2015