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Mord auf Amrum…

Eigentlich zu Hause im hohen Norden, hat sich eine Skua auf die Insel Amrum verirrt.

Die Skua in ihrer Heimat

Die Skua in ihrer Heimat

Normalerweise lebt diese Raubmöwe pelagisch, d.h. sie ist ihr ganzes Leben auf See und kommt nur zum Brüten und für die Jungenaufzucht an Land. Ihren Lebensunterhalt bezieht sie vor allem während der Brutzeit von anderen Vögeln, indem sie diesen ihren gefangenen Fisch abjagt. Aber auch selbst erlegte Fische, Vögel und auch Säugetiere gehören zu ihrer Nahrung genauso wie Aas. Wenn sie zum Brüten an Land kommt, dann dort, wo viele Seevögel in Kolonien brüten, damit sie ihnen den gefangen Fisch abjagen kann, beispielsweise in Nordschottland, Norwegen, Island und Spitzbergen. Übrigens wird in der einschlägigen Fachliteratur „Handbuch der Vögel Mitteleuropas“ die Skua als der seltenste Seevogel des Nordatlantiks genannt.

Der Mord...

Der Mord…

 

Eine vermutlich geschwächte Skua ist am letzten Samstag auf der Südspitze von Amrum gelandet, wo Karsten Schult sie am Vormittag entdeckte. Um die Mittagszeit hat sie ihre letzten Kräfte mobilisiert und eine Sturmmöwe erlegt. Dazu hat die Skua, wie üblich, ihre Beute mit starken Kopfverletzungen überfallen. Normalerweise ertränkt die Skua nun ihren Fang durch ein Unterwasserdrücken. Da dies auf einem Sandstrand nicht möglich ist, hat sich der Mord über eine viertel Stunde hingezogen. Dieses kaltblütige Kapitalverbrechen wurde von Nick Jürgensen nicht nur beobachtet, sondern auch fotografiert.

Trauriges Ende für beide Vögel...

Trauriges Ende für beide Vögel…

Wahrscheinlich hat die ohnehin geschwächte Skua bei dem Kampf mit der Sturmmöwe ihre allerletzten Reserven verbraucht, denn sie hat sie nicht gefressen. Schon am nächsten Morgen lag die Skua tot neben der erbeuteten Sturmmöwe. Ein bitteres Ende für beide Vögel.

Text und Bilder:

Nick Jürgensen und Sven Sturm

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Lünecom

Ein Kommentar

  1. Ausgezeichneter Artikel / Photo’s
    Wuerde mich ueber weitere Beitraege freuen.

    Die Natur,auch wenn es um “Mord” geht,sollte uns allen
    am Herzen liegen.

Amrumer Fotowettbewerb 2015