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Ungewohnt schwache Beteiligung auf der Einwohnerversammlung in Norddorf…

 „Gab es überhaupt eine Einladung zur Einwohnerversammlung in der Tageszeitung“, fragte sich ein Besucher der Informationsveranstaltung der Gemeindevertretung Norddorf in Anbetracht der ungewohnt schwachen Beteiligung. Bürgermeister Peter Koßmann bedauerte sodann auch eingangs, dass sich gerade mal fünfzehn Norddorfer eingefunden hatten, um die Gelegenheit zu nutzen, sich umfangreich informieren zu lassen und eigene Fragen und Anregungen anbringen zu können.

Das Klimagerät - Stein des Anstoßes...

Das Klimagerät – Stein des Anstoßes…

Zumal der Bürgermeister erst kürzlich Kritik an dem Erscheinungsbild der Strandstraße geäußert hatte und in Norddorf doch an vielen Stellen Projekte umgesetzt werden über dessen Verlauf an diesem späten Nachmittag berichtet werden sollte.

An dem vor der baldigen Fertigstellung stehenden Dorfgemeinschaftshaus sorgte zum Beispiel ein an der Fassade montiertes Klimagerät bei vielen vorbeikommenden Norddorfern für Verwunderungen und negative Kommentare. Zumal das Erscheinungsbild des Gebäudes und der Außenanlagen durchweg begrüßt und als gelungen bezeichnet werden. Nach der Versammlung nutzte ein Teil der Mitglieder der Gemeindevertretung das Zusammentreffen für einen Ortstermin am Dorfgemeinschaftshaus und verschaffte sich mit dem Architekten einen aktuellen Überblick. Wie auf der Versammlung verlautet wurde, wird der Kinobetrieb am 17. April aufgenommen. Die offizielle Einweihung der Baumaßnahme, zu der dann auch Entscheidungsträger aus der Landespolitik und der Aktiv Region erwartet werden, soll im Mai stattfinden, erklärte Koßmann.

Vor dem Hintergrund der wieder anlaufenden Vermietungssaison und der derzeitigen Baustellendichte im Ort forderte Koßmann erneut die Einhaltung der Ruhezeiten ein. Er verwies auf die Möglichkeit unvermeidlichen Baulärm in die Tageszeiten zu legen, in denen der Gast die Beeinträchtigung als nicht so extrem Ruhestörung empfindet. „Kein Handwerker muss morgens um sieben den Winkelschleifer anschmeißen, die neuesten Charts über den Bau brüllen lassen und der Bagger muss auch nicht um halb acht warmlaufen“, führte der Bürgermeister nur drei häufig genannte Beschwerdepunkte an.

„Die Arbeiten zur Breitbandversorgung waren nach einem zügigen Verlauf im Herbst im neuen Jahr nicht wieder angelaufen“, berichtete Gemeindevertreter Gerhard Schau. Hier sei das Unternehmen aufgefordert worden, die provisorisch verschlossenen Kopflöcher der Horizontalbohrungen, aus denen die Leerrohre herausragten, umgehend zu schließen. Dies sei nun erfolgt. Wo jetzt noch Rohre aus dem Boden ragen, werden Verteilerkästen montiert. Über die Standorte der Masten, die die Richtfunkantenne zum Empfang des DSL-Signals in Norddorf und Wittdün aufnehmen sollen, wurde am vergangenen Freitag beraten.

Tourismuschef Frank Timpe gab einen Überblick über die touristischen Ereignisse und den Vermietungsverlauf 2013. „Die aktuell vorliegenden Zahlen aus unserer Gästestatistik nach Meldescheinen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch als vorläufig anzusehen und weisen für das Jahr 2013 noch zur Zeit einen leichten Rückgang in Höhe von – 1,49 % (-1,89 % Ndf.) bei den Gästezahlen und –2,95 % (-3,48% Ndf.)bei den Übernachtungen für die Insel Amrum aus“, erläuterte Timpe die Fakten. „Diese Zahlen werden sich erfahrungsgemäß bis Ende März noch stabilisieren“, relativierte der Experte. Sprich es sind von den Vermietungsbetrieben unter zehn Gästebetten noch nicht alle Gastkarten zurückgeflossen. „Also schaut noch einmal genau nach, ob nicht noch ausgefüllte Gastkarten irgendwo zu Hause rumliegen“, rief Bürgermeister Koßmann auf. Er verdeutlichte, dass die Kurabgaben ein wichtiger Baustein bei den Amrum Touristiken ist, um die vielfältigen Aufgaben eines Kurbetriebes zu bewältigen und entsprechende Projekte umzusetzen. „Das gepflegte Erscheinungsbild und eine funktionierende Infrastruktur sprechen den Gast an und werden ihn auch in Zukunft in Norddorf und ganz Amrum verweilen lassen“, zeigte sich Koßmann überzeugt.

2013 erlebte die Insel einen späten - aber dann doch  stabilen Sommer

2013 erlebte die Insel einen späten – aber dann doch stabilen Sommer

Wie Frank Timpe weiter ausführte, seien laut aktuell vorliegenden Zahlen des Statistischen Landesamtes (diese berücksichtigen nur den gewerblichen Beherbergungsbereich ab 10 Gästebetten – auf Amrum rund 60%)  ein gesamtinsularer Rückgang der Gästezahlen von -1,5 %, während die Übernachtungszahlen bei einer “roten 0” von -0,04 % gelandet sind.

„Nach einem sehr durchwachsenen ersten Halbjahr in 2013 waren die Prognosen für den weiteren Jahresverlauf zunächst nicht rosig, die weitere Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte verlief dann doch erfreulicher als erwartet“, resümierte der Touristchef.

In Anbetracht der leichten Zuwächse in 2011 und 2012 auf Amrum seien die Ergebnisse in der Gesamtbetrachtung noch zufriedenstellend. Das traumhafte Sommerwetter im vergangenen Jahr hat nicht nur zahlreiche Tagesgäste nach Amrum gezogen, sondern war sicherlich beste Werbung für den Nordseeurlaub. Für das laufende Jahr könne er verständlicherweise keine verbindlichen Aussichten geben, doch habe die Insel bisher einen ganz ordentlichen Start erlebt. Zudem beschert das Jahr einige gut gelegene Brückentage, die zu verlängerten Wochenenden einladen. Allerdings bereite ihm die mögliche Auswirkung des wiederum sehr kurzen Zeitkorridors der Hauptferien Sorge.

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.
Amrumer Fotowettbewerb 2015