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Küstenschutzmaßnahme vor Ban Horn wird noch vor Pfingsten fertiggestellt…

Im Zuge der alljährlich stattfindenden Bereisung verschaffen sich die Küstenschützer des Landes neben den regelmäßigen Deichschauen eine Übersicht über den Zustand der Deiche, Uferschutzeinrichtungen und des biotechnischen Küstenschutzes auf den Inseln Amrum und Föhr. Ministerialdirigent Dietmar Wienholdt vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (MLUR), als Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, Meeres- und Küstenschutz und Dr. Johannes Oelerich, Direktor des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN-SH) mit Sitz in Husum, führten die Fachleute an. „Es stehen verschiedene Bauprojekte auf den Inseln an und wir nutzen die Gelegenheit, unter anderen die Vertreter der Politik vor Ort zu informieren und über neue Entwicklungen im Ablaufzeitplan zu berichten“, umschreibt Wienholdt den Besuch auf Amrum und Föhr.

Die große Hoffnung ist, dass die Breite des  Kniepsandes wieder nach Norden wächst

Die große Hoffnung ist, dass die Breite des Kniepsandes wieder nach Norden wächst

An der derzeit aktuellsten Baustelle auf Amrum, die Sicherung eines rund 350 Meter langen Küstenabschnitts vor dem Schullandheim Ban Horn, hat sich der Baubeginn nochmals um eine Woche verschoben. „Die Einrichtung der Baustelle wird ab dem 5. Mai erfolgen und wir haben die Zusage, dass bis Pfingsten die Maßnahme abgeschlossen ist“, erklärt Frank Barten mit Blick auf den Kniepsand (wir werden noch gesondert berichten). Frank Barten ist seit diesem Frühjahr für den Neubau und die Instandhaltung von Deichen und anderen Küstenschutzbauwerken sowie den Betrieb der landeseigenen Häfen als Geschäftsbereichsleiter beim LKN-SH verantwortlich.

Dietmar Wienholdt, Peter Koßmann und Dr. Johannes Oelerich erötern die Lage vor Ban Horn

Dietmar Wienholdt, Peter Koßmann und Dr. Johannes Oelerich erötern die Lage vor Ban Horn

Weniger gute Aussichten konnte Dietmar Wienholdt Joachim Lorenzen, Bürgermeister der Gemeinde Utersum auf Föhr überbringen. Die geplante Sandvorspülung, bei der 120.000m ³ an den Küstenabschnitt vor Utersum vorgespült werden sollten, wird nicht mehr in diesem Jahr realisiert werden können. „Wir mussten die Ausschreibung aufheben“, verdeutlicht Wienholdt den Hintergrund. Zu abgehoben und überzogen waren die Angebotspreise der Submissionsteilnehmer gewesen, als dass sich der Landesbetrieb darauf einlassen hätte, können. Speziell bei der Einrichtung der Baustelle gingen die Preise durch die Decke. Sicher ein Zeichen dafür, auf welch einem hohen Ross die Nassbaggerbranche derzeit sitzt. „Die Auftragsbücher sind voll und eine doch aufwendig durchzuführende Maßnahme mit einer relativ kleinen Sandentnahmemenge, bei der es zudem große Vorgaben bezüglich Umweltschutz und Bauzeiten gibt, hat nicht einen besonders großen Anziehungsfaktor für die Unternehmen“, erklärt der erfahrene Küstenschützer seine Einschätzung.

Geplant ist nun die Verknüpfung zweier Maßnahmen, bei der im Winter 2016 rund 600.000 m³ vor die Küste Föhrs gespült werden sollen. Mit diesem Sand, der aus der Sandentnahmestelle für Westerland gesaugt werden soll, wird dann sowohl der Deich zwischen Utersum und Dunsum überbaut, als auch das Sanddefizit vor Utersum ausgeglichen werden. „Die Stürme im Herbst haben gezeigt, dass auf diesen Küstenabschnitt eine starke Strömung und ein starker Wellenschlag einwirken“, beschreibt Wienholdt und erachtet die Maßnahme als wichtigste auf Föhr. Eine Übergangslösung für eine rund 350 Meter lange Problemstelle, bei der rund 15.000 m³ Material aus dem Nahbereich gewonnen werden soll, wird nach Möglichkeit kurzfristig umgesetzt.

Dietmar Wienholdt erörtert BM Bernd Dell-Missier die Gesichtspunkte des öffentlichen Eingreifens

Dietmar Wienholdt erörtert BM Bernd Dell-Missier die Gesichtspunkte des öffentlichen Eingreifens

Wie Nebels Bürgermeister Bernd Dell-Missier bei einem Abstecher an das Ende des Waaswai am östlichen Dorfrand den Besuchern erklärte, seien die Anwohner hier bei der Sturmflut im Dezember sehr um ihr Hab und Gut besorgt gewesen. Mit dem Vorbild einer weiter nördlich umgesetzten Schutzmaßnahme mit einer Stöpe warb Dell-Missier für seine Bürger auch in diesem Bereich um eine adäquate Lösung zum Hochwasserschutz. Wienholdt versicherte die Wünsche und Sorgen ernst zu nehmen und eine Ermittlung der Höhen für die einzelnen Häuser zu veranlassen. „Wir müssen allerdings ganz klar sehen, dass Wasserstände, die mit Gummistiefeln noch zu regeln sind, in den Bereich des eigenverantwortlichen Objektschutzes fallen“, so die Küstenschützer einhellig. Sollten die Untersuchungen ergeben, dass hier Wasserstände anstehen können, die eine geschlossene Lösung bedürfen, wird man ein Konzept erarbeiten müssen, so das Versprechen.

Mit einer Informationsveranstaltung, die gleich nach den Sommerferien stattfinden soll, wollen die Küstenschützer über den Sachstand der Planung für den Deichbereich zwischen Wittdün und Steenodde informieren. Aufgrund der besonders schwierigen Geländesituation hinter dem steilen Überlaufdeich und den Berechnungsmodellen, wie sich eine mögliche Überflutung auf das Hinterland auswirken würde, wird eine durchgehende Erhöhung nicht in Betracht gezogen. „Wir müssen in diesem Bereich Wohnhäuser und die Landesstraße, die Verkehrsader für Wittdün und die ganze Insel, schützen. Wiesen gehören dabei nicht zu den Schutzobjekten“, machte Wienholdt bereits bei einer früheren Deichschau deutlich.

Daher soll der Überlaufdeich nur in Teilbereichen erhöht und durch zwei Flügeldeiche, die ins Landesinnere verlaufen, ergänzt werden. Da der Baubeginn für 2016 vorgesehen ist, könne man schon mit dem Ansammeln von Deichbaumaterial, das zum Beispiel bei Tiefbauarbeiten anfalle, beginnen, warben Dr. Johannes Oelerich und Dietmar Wienholdt.

Thomas Oelers

 

 

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.
Amrumer Fotowettbewerb 2015
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