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Berlin, trotz und alledem…

Dass die Nordseeinsel Amrum für Katja Ebstein etwas ganz besonderes ist, ist wohl inzwischen bekannt. Die kleine Insel mit der großen Freiheit ist für die Sängerin, Entertainerin und Musical-Darstellerin nicht nur ein beliebter Rückzugsort, sondern auch eine zweite Heimat geworden. Hier fühlt sie sich wohl und hier kann sie in aller Ruhe entspannen und die Seele baumeln lassen.

Katja Ebstein im Norddorfer Gemeindehaus

Katja Ebstein im Norddorfer Gemeindehaus

Die Liebe zu Amrum begann bereits im Alter von gerade einmal sieben Jahren, als die junge Katja im Rahmen der „Berliner Kinderlandverschickung“ erstmals auf die Insel kam. Damals wie heute ist sie von der Natur, dem Spiel von Ebbe und Flut sowie den Weiten des Kniepsands beeindruckt. Seit den siebziger Jahren besitzt Ebstein auch ein Haus auf der Insel, in das sie mindestens ein bis zweimal jährlich kommt und in dem sie dann einige Wochen des Jahres verbringt. Auch heute noch ist Katja Ebstein eine sehr gefragte Frau und dadurch natürlich auch viel unterwegs. Bei der Frage nach Heimatgefühlen, schlagen nach eigener Aussage zwei Herzen in ihrer Brust. Auf der einen Seite Berlin, als pulsierende und sich ständig verändernde Weltmetropole. Auf der anderen Seite die kleine naturschöne Nordseeinsel Amrum, mit einer der größten Sandkisten Europas. „Berlin ist meine Haut aber Amrum ist meine zweite Haut“, antwortet Katja Ebstein mit einem fröhlichen Lachen im Gesicht. Gerne ist Ebstein auch als „Amrum-Botschafterin“ im Einsatz. Erst kürzlich war sie in der Reisereportage „Wunderschön! Amrum-Strände ohne Ende“ im WDR-Fernsehen zu sehen“, in der sie den Zuschauern ihre Lieblingsinsel vorstellte.

Und wenn Katja Ebstein wie am vergangenen Montag Konzerte auf Amrum gibt, dann ist das Gemeindehaus in Norddorf traditionell gut besucht! „Es ist immer wieder etwas besonderes, es ist (m)ein Heimspiel“, freut sich Ebstein, bevor es auf die Bühne geht. Diesmal waren knapp 300 Interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer ins Gemeindehaus gekommen, um den aus Funk und Fernsehen bekannten „Weltstar“ auch einmal live zu erleben.

Bei ihrem diesjährigen Amrum-Gastspiel stand sie mit ihrem Erfolgsprogramm „Berlin…..trotz und alledem!“ auf der Bühne. Musikalisch wurde Ebstein dabei auch dieses Mal wieder vom Pianisten Stefan Kling am Flügel begleitet. Dass das Konzert aufgrund einer organisatorischen Panne erst mit einer 25 minütiger Verspätung begann, nahmen ihr die Zuschauer kaum übel. Und wenn doch, hatte sie die Sympathien des Amrumer Publikums während ihres Auftritts schnell wieder zurückgewonnen.

...auch dieses Mal wieder vom Pianisten Stefan Kling am Flügel begleitet

…auch dieses Mal wieder vom Pianisten Stefan Kling am Flügel begleitet

„Berlin…..trotz und alledem!“ versteht sich (nicht nur) als eine Hommage an ihre Heimatstadt. In Berlin wuchs Katja Ebstein auf, hier verbrachte und verbringt Sie einen großen Teil Ihres Lebens. Berlin bedeutet ihr wahnsinnig viel. „Berlin ist für mich eine Stadt mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, erklärt Ebstein. Während des zweistündigen Programms, zeichnet Ebstein singend und rezitierend mit menschlichen Liedern und zahlreichen Gedichten ein Bild das alten und des neuen Berlins. Dabei verschmelzen die Konturen der Stadt mit ihrer Person. Neben der sprichwörtlichen Berliner Kessheit macht Katja Ebstein die Sentimentalität der Berliner ebenso spürbar, wie ihr Leben zwischen Schrebergärten und Asphalt. Der Spannungsbogen reicht vom Kaiserreich und den 1920er Jahren, die Nazizeit über die Wendezeit bis hin in die Gegenwart. Während des Programms schlüpfte Ebstein in viele verschiedene Rollen und machte so den Wandel Berlins für das Publikum erlebbar. In einem Augenblick ist sie dabei das freche Augenrollende Gör von nebenan, wenig später die ernsthafte Interpretin eines Kunstliedes. Ebstein bestach einmal mehr mit ihrer beindruckenden Vielseitigkeit. Auch aus der Tatsache, dass Katja Ebstein ein sehr politischer Mensch ist, macht sie bei ihren Auftritten keinen Hehl. Während des Konzerts wies sie auf viele Missstände unserer Gesellschaft hin, bezog mehrfach deutlich Position und sprach sich dabei gegen Krieg, für den Frieden und für ein faires und respektvolles Miteinander der Menschen untereinander aus. Dafür erntete sie immer wieder Szenenapplaus.

„Berlin…..trotz und alledem!“ ist ein begeisterndes und mutiges Programm, vorgetragen mit einem lachenden und einem weinenden Auge und mit der leisen Hoffnung auf Veränderung. Das Amrumer Publikum hing wieder einmal gespannt und begeistert an ihren Lippen und erlebte dabei einen denkwürdigen und sehr unterhaltsamen Konzertabend. Nach einigen Zugaben, ging das Konzert mit dem damals wie heute immer wieder nachdenklich stimmendem Anti-Kriegs-Lied „Sag mir wo die Blumen sind“ und mit viel Beifall zu Ende.

Fans und Freunde von Katja Ebstein dürfen sich schon auf das nächste Amrum-Konzert freuen. Bereits am 28.Dezember 2014 steht sie mit ihrem weihnachtlichen Programm der etwas anderen Art “Es fällt ein Stern herunter” ab 20:00 Uhr mit Pianist Stefan Kling erneut im Gemeindehaus auf der Bühne. Informationen und Ticketvorverkauf bei der AmrumTouristik unter veranstaltungen@amrum.de .

 

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Über Andreas Buzalla

Andreas Buzalla ist ein waschechter Berliner. 1978 dort geboren, hat er unzählige Urlaube mit seinen Eltern auf der Insel verbracht. 2004 erfüllte er sich seinen großen Traum auf der Insel zu leben. Dazu absolvierte er eine Lehre zum Reiseverkehrskaufmann bei der AmrumTouristik. Heute arbeitet er als Assistent der Veranstaltungsleitung der AmrumTouristik. Seit 2004schreibt er als freier Journalist im Amrum-News Team.
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