Startseite » Kultur » Lecker essen am Watt und schöne Kunst an der Wand: Felix Karweick stellt im Likedeeler aus…
Lünecom

Lecker essen am Watt und schöne Kunst an der Wand: Felix Karweick stellt im Likedeeler aus…

Im Likedeeler, dem schönen Restaurant in Steenodde gleich am Watt, gibt es wieder Kunst zu sehen. Felix Karweick stellt aus, der gerade kürzlich beim Künstlertreffen des Rotary Clubs in Norddorf von sich reden machte, als er gleich zu Beginn sein geheimnisvolles „Meeresleuchten“ zu einem guten Preis an einen Amrumer Sammler verkaufen konnte.

Kunst im Likedeeler: Felix Karweick stellt aus...

Kunst im Likedeeler: Felix Karweick stellt aus…

Im Gastraum des Likedeeler hängen jetzt knapp zwanzig seiner Bilder, darunter Mischtechniken mit Öl oder Acryl, colorierte Tuschezeichnungen und Illustrationen für die Vorträge von Kai Quedens – zu wahren Begebenheiten der Inselgeschichte.

Blickt man auf den Lebenslauf, den der 42-Jährige gleich daneben gehängt hat, findet sich dort eine schöne Beschreibung seines Wirkens. Dort steht: „In Lübeck geboren und aufgewachsen, ist Felix Karweick der Küste, dem Meer und allem, was daran, darauf, darüber und darunter so geschieht in tiefer Zuneigung verbunden.“ Tatsächlich zeigt Felix Karweick, der über die Illustration zur Malerei fand, viel Meer, seine Bilder heißen „Möwe – gemeinsamer Start“, „Frauen am Strand – Der Abend und der Morgen“ oder „Birken bei Vogelkoje“. Felix Karweick zeichnet „seit ich einen Stift halten kann“. Tierzeichnungen mag er auch, verbunden mit grotesken und humorvollen Elementen: seine tierische Band „Soulsister“, Kegelrobben, die mit Möwen kegeln (verkauft), Krabben, die Tango tanzen, ein Rollmops auf Rollschuhen, den Pottwal mit Zylinderhut und eine blaue Maus in Öl (die beiden letzten hängen in der „Maus“).

Tierisch gut überm Tisch: „Soulsister“

Tierisch gut überm Tisch: „Soulsister“

Mit dem Likedeeler verbindet Karweick eine Lecker-Essen-Liebe. „Es ist schon Tradition, dass ich dort eine Scholle zu mir nehme“, sagt Karweick. „Mit Champignons und im leicht knusprigen Mantel“. Man muss unbedingt ins Gästebuch schauen und zwischen den Gastkommentaren Karweicks Zeichnungen suchen, die jedes Mal, – „so eben dahin gestrichelt“ – herrliche Karikaturen auf ein soeben gestilltes Hungergefühl sind. „Schollikaritur“ nennt er sie. Den Likedeeler-Chef Klaus „Jesse“ Jessen, der sein Elternhaus 1989 zum Restaurant ausbaute, kennt er schon lange. „Freie Hand“ hat er ihm gelassen bei der Hängung und Auswahl seiner Bilder. Wie lange sie zu sehen sein werden? „Bis zum Biikebrennen, denke ich“, sagt Karweick, der, wenn er Ende September wieder nach Amrum kommt, noch ein neues „Meeresleuchten“-Bild mitbringen will. „Die große Variante“, verspricht der Künstler.

Kunst auch im Gästebuch: Karweicks Schollikarituren

Kunst auch im Gästebuch: Karweicks Schollikarituren

Vor dem Hintergrund ist es schön zu hören, wie Felix Karweick, der auf der Insel immer bei seinem Freund (und Kunstmaler) Otfried (Pancho) Schwarz wohnt und dort auf der Veranda malt, überhaupt zum ersten Mal auf die Insel kam. Er wollte nämlich eigentlich ab in die Welt, irgendwohin möglichst weit weg, damals als Belohnung fürs Abitur 1993. Aber nicht allein. Nur – alle Freunde waren verplant. Alle – bis auf einen: Johannes Nachtigall. „Ich fahre nach Amrum“ wiederholte der nur stoisch, als Karweick ihn zum Fernreisen überreden wollte. „Mensch“, sagt Karweick aus der Erinnerung, „ich habe dem gesagt, das sei doch gerade mal 300 Meter entfernt, da könne er doch auch noch nach der Rente hinfahren.“ – „Nur nach Amrum!“, sein Kompagnon blieb hart. Also: Campingplatz Wittdün, erster Abend: Karweick (unerfahren) stolpert hinter Nachtigall (zügiger Schritt) durch die Dünenberge Richtung Kniep. Nachtigall (kurz vor dem letzten Dünengipfel): „Pass auf, jetzt kommts!“. Felix Karweick kann sich noch genau daran erinnern, was er dachte, als er die Nasenspitze über den Dünenkamm hob und den Kniep sah – endlos weit und weiß: „Mich hätte es nicht gewundert, wenn in dem Moment Laurence of Arabia dort entlang geritten wäre.“ Sein Freund erklärte ihm, dass der schmale, blaue Streifen da hinten das Meer sei. Seitdem ist für Karweick klar: „Immer wieder Amrum! 180 Grad Himmel, wo hat man das schon?“ Zurück in Lübeck vermisst er die Luft und den Duft der Insel. „Die Wäsche riecht noch tagelang danach. Eine ganz spezielle Mischung.“

Mag Tiere und hat ein Löwen-Faible: Die Gürtelschnalle stammt noch aus Schulzeiten

Mag Tiere und hat ein Löwen-Faible: Die Gürtelschnalle stammt noch aus Schulzeiten

Eine ganz spezielle Mischung von Felix Karweicks Kunst gibts nun also im Likedeeler zu sehen.

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Über Undine Bischoff

Journalistin und Texterin. Fuhr mit drei Jahren zum ersten Mal über den Kniep – in einer Schubkarre. Weil ihr Vater da draußen eine Holzhütte baute, zwanzig Feriensommerjahre lang. Betextet Webseiten und Kataloge, schreibt für verschiedene Medien und natürlich für Amrum News.
Amrumer Fotowettbewerb 2015