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Hämmern, Klopfen, Bohren und Malen auf Position 54° 40`08,98“N und 8° 18`30,65“E

Das wird dem aufmerksamen Dünenwanderer nicht entgangen sein: Seit Juni diesen Jahres wird immer mal wieder am Norddorfer Quermarkenfeuer gewerkelt. Alle fünf bis sieben Jahre sind – so Wolfgang Stöck, Leiter der Außenbezirke Amrum und Tönning des Wasser- und Schifffahrtsamtes Tönning – Ausbesserungsarbeiten oder, wie dieses Mal, umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig.

Hämmern, Klopfen, Bohren und Malen...(Foto: Fabian Ploppa)

Hämmern, Klopfen, Bohren und Malen…(Foto: Fabian Ploppa)

Nach Aufstellung des Generalplans zur Bezeichnung der Westküste im Jahre 1904 von Walter Körte, der für das “Seezeichenwesen Küste” zuständig war, wurde das Quermarkenfeuer 1905 von der Berliner Firma Julius Pintsch AG gebaut. Dieses nördlichste Leuchtfeuer auf Amrum besteht aus verschraubten, gusseisernen Mantelplatten. Die Bauwerkshöhe beträgt 8,4 m über Gelände, die Feuerhöhe 22 m über MThw (Mittleres Tide Hochwasser). Das dreifarbige Dauerfeuer dient als Leit- und Quermarkenfeuer für das Fahrwasser “Vortrapptief” und hat eine Tragweite von 16,1 sm (weiß), 12,9 sm (rot) und 11,8 sm (grün), Kennung: Ubr. 6 Sek ( dh: 1,5 Sek dunkel, 4,5 Sek Lichterscheinung).

4 fach Wechseleinrichtung mit  Stecksockellampe 600 Watt, 120 Volt mit je 2500 Betriebsstunden. Fällt die Lampe im Brennpunkt aus, dreht sich automatisch eine Reservelampe in den Brennpunkt. (Foto WSA)

4 fach Wechseleinrichtung mit Stecksockellampe 600 Watt, 120 Volt mit je 2500 Betriebsstunden. Fällt die Lampe im Brennpunkt aus, dreht sich automatisch eine Reservelampe in den Brennpunkt. (Foto WSA)

Zuerst wurde das Feuer mit Gas betrieben. Reste des Gasbunkers findet man heute noch – westlich des Turms. Zuständiger Leuchtturmwärter war der in Norddorf wohnende Gustav Nahmens. Zusammen mit dem Leuchtturm wurde das Feuer 1936 auf elektrisches Licht umgestellt. Seit dem 5. Dezember 1984 wird das Licht – ebenso wie das aller anderen Leuchtfeuer auf Amrum – vom Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning aus ferngesteuert.

Aktuell also sind die Sanierungsarbeiten noch in vollem Gange. Vor allem der 2. Anstrich im roten Bereich fehlt noch. Warten auf stabiles Wetter ist hier angesagt. Sehr aufwändig sind die Arbeiten allemal – so Stöck und rekelt sich auf seinem Schreibtischstuhl (mit Aussicht auf den Seezeichenhafen – sehr schön). Das größere Material wie neue Scheiben oder Türen werden per Radlader über den Strand transportiert. Kleinmaterial wird in einem extra angeschafften Bollerwagen von der Vogelkoje aus über den Bohlenweg transportiert. Anstrengend. Apropos Scheiben: einige mussten ausgetauscht werden – eine sehr kniffelige Angelegenheit. Besonders die Herstellung – gebogen und gleichzeitig trapezförmig. Zum Glück gibt es noch die original erhaltene Scheibenschablone von 1905. Das erleichtert die Arbeit für die Glaserei enorm.

...erstrahlt der Turm wieder in makellosem weiß und rot!(Foto: Fabian Ploppa)

…erstrahlt der Turm wieder in makellosem weiß und rot!(Foto: Fabian Ploppa)

Jetzt schon – auch ohne den Endanstrich – erstrahlt der Turm wieder in makellosem weiß und rot. Es freuen sich die Kapitäne, die Segler, die Gäste, die Amrumer, die Arbeiter nach getaner Arbeit, Wolfgang Stöck und vor allem die Amrumer Fotografen.

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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