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Poppmusik auf Plattdüütsch – die „Tüdelband“ gibt ihr Debüt in der „Blauen Maus“…

Mit seiner Künstler-Auswahl hat Jan von der Weppen, oder kurz Janni Maus, erneut ein gutes Händchen bewiesen. Mit dem Auftritt der „Tüdelband“ aus Hamburg am vergangenen Wochenende erlebten die Gäste der Kultkneipe einen wahren Leckerbissen. Platt schnacken können sicher recht viele Menschen hier im Norden, doch Poppmusik auf Plattdüütsch als Berufsmusiker singen, das ist in der Musikszene eher selten.

vl. Tim Schicker, Mire Buthmann, Malte Müller, Malte Zill

vl. Tim Schicker, Mire Buthmann, Malte Müller, Malte Zill

Mire Buthmann, Malte Müller, Malte Zill und Tim Schicker spielen seit dem Spätsommer 2009 zusammen als „Tüdelband“ und haben sich schon weit über Norddeutschland einen Namen gemacht. „In Stuttgart habe ich schon die Liederinhalte etwas mehr erklärt“, schmunzelt Mire Buthmann. Aus ihrer Feder stammen auch die Lieder, die von lebensnahen Geschichten erzählen und gefühlt immer noch einen im Sinn haben. Herrlich frisch kündigte die sympathische Siebenundzwanzig-Jährige die Songs an und verstand es die Besucher von Beginn an zum Mitsingen und Mitmachen zu animieren. „Wir wollen es uns ja nicht mit den Stuttgartern verscherzen“, strahlte die Frontsängerin und verwies auf die auch auf Hochdeutsch hinterlegten Liedertexte im CD-Cover. Mit ihrer am 03. Oktober ultrafrisch erschienenen CD „Sommerkinner“ im Gepäck waren sie auf die Insel gereist. „Nich lang Snacken Kopp in Nacken“, gab Mire Buthmann vor und legte schon los. „Zum Klatschen müsstet ihr das Bier absetzen“, wurde bereits kurze Zeit später ermahnt. Herrlich. „Die außergewöhnliche Band füllt mit ihren Texten “op Platt” die kulturelle Lücke zwischen schnödem Girlie-Pop und altbackener Mundart. Quirlig, mit viel Charme“, beschreibt sich die Band selbst und trifft damit ganz klar den gewonnenen Eindruck.

Nett auch in Gummistiefeln

Nett auch in Gummistiefeln

Die Freude am Musizieren war zu spüren und auf der kleinen Bühne fühlten sich die Vier sichtlich wohl. „Wir spielen überall, wo man uns lässt“, so die quirlige Musikerin. Auch ein Fischladen gehörte schon zu den Konzertorten. „Das war schon eine besondere Erfahrung in solch einem gefliesten Laden zu spielen“, erinnerte sich Tim Schicker. Ob man als Berufsmusiker nur von einem Projekt leben kann, interessierte mich. Es reicht leider noch nicht ganz. Mire Buthmann arbeitet noch in der Kirchenmusik und auch die anderen Bandmitglieder sind in weitere Projekte eingebunden.

Die Sängerin wohnt zwar in Hamburg St. Pauli, doch liegt ihr Ursprung bei Bad Segeberg “mitten op Dörpen”. Dat Holsteiner Platt schnacken habe sie erst spät für sich entdeckt. Beim Übertragen eines hochdeutschen Songtextes ins Plattdeutsche kam der Spaß an der Sprache. In der Kindheit haben ihre Großeltern zwar mit ihr Platt gesprochen, aber selbst sprach Mire Buthmann nur Hochdeutsch.

Der nächste Auftritt der „Tüdelband“ ist am 25.Oktober im „Knust“, Neuer Kamp 30 in Hamburg.

http://www.dietuedelband.de

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.
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