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Nicole Ahland – Die Raumfinderin

Nicole Ahland im Zwischenraum von Land und Meer

Nicole Ahland im Zwischenraum von Land und Meer

“Na, da habe ich mir ja einen Tag ausgesucht.” Am Donnerstag, als die Fotokünstlerin Nicole Ahland auf Amrum war, trieb der Wind den Regen waagerecht vor sich her. “Aber ich bin begeistert” sagte die 46-jährige aus Wiesbaden. “Das Licht ist viel interessanter, eine ganz andere Welt als die letzten Wochen im Sonnenschein auf Föhr.

Im Museum Kunst der Westküste war Ahland gerade in der Ausstellung “Empty Rooms – Die Schönheit der Leere” zu sehen. Als “Artist in Residence” wohnte sie einen Monat lang neben dem Museum, zog über die Insel und ließ sich für neue Arbeiten inspirieren. “Ich bin wirklich in jeden Winkel gekrochen”, sagt Ahland, die begeistert ist von dem Vertrauen, was die Insulaner ihr, einer Fremden, in Form von überlassenen Schlüsselbunden entgegenbrachten.

Ihr Spezialgebiet sind Räume im Umbruch, die sich – analog zur Gesellschaft – eben auch verändern. “Dafür habe ich auch ganz besondere Orte auf Amrum gefunden”, sagte Ahland. Erster Umbruch-Raum: die alte, leere Einschwimmhalle in Norddorf, wo gerade Wände rausfliegen, damit ein Pottwal-Skelett für die neue Ausstellung hineinpasst. Das Café Knülle am Nebeler Strand faszinierte Ahland wegen seiner Verbindung von drinnen und draußen. Dieser Mix aus Strandkorbvermietung, Café und Kunstverein (mit von Künstlern gestalteten Porzellanbechern) mitten auf einem der breitesten Strände Europas fand Ahland sehr originell. Mitbesitzer Kalle Wruck fuhr sie mit dem Trecker hinaus. Am Regentag: menschenleer. Als ebenfalls besonders empfand sie die DLRG-Station an Wittdüns Strandpromenade. Drinnen ober-spartanisch, draußen eine One-million-Dollar-Aussicht über den Kniep bis nach Nirgendwo. Für Nicole Ahland, die in dem schmalen, halboffenen E-Mobil, was ihr Amrums Tourismus-Chef Frank Timpe zur Verfügung stellte, zwar ziemlich nass wurde, dafür aber an allem nah dran war, war der Ausflug eine tolle Erfahrung. Über ihre Erlebnisse und die Zeit auf Föhr, über ihre Arbeiten und den Kontakt zu den Insulanern spricht sie am Sonntag mit Dr. Christiane Morsbach beim Artist Talk im Museum Kunst der Westküste in Alkersum. Eintritt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Anmeldung erbeten: 04681 747400 / info@mkdw.de

 

 

 

 

 

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Über Undine Bischoff

Journalistin und Texterin. Fuhr mit drei Jahren zum ersten Mal über den Kniep – in einer Schubkarre. Weil ihr Vater da draußen eine Holzhütte baute, zwanzig Feriensommerjahre lang. Betextet Webseiten und Kataloge, schreibt für verschiedene Medien und natürlich für Amrum News.
Amrumer Fotowettbewerb 2015