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Die Salzwiese – Nationalparkthema 2017

Das Nationalpark-Themenjahr widmet sich 2017 ganz den Salzwiesen. Auch wenn Amrum nur sehr kleine Salzwiesen hat und prozentual in der Masse von über 10.000 ha untergeht, haben auch unsere Salzwiesen eine sehr große ökologische Bedeutung. Sie sind gleichzeitig Rast-, Nahrungs- und Brutplatz von etwa 50 verschiedenen Vogelarten sowie Lebensraum von 2.000 Insektenarten. Hiervon kommen 800 Arten nur in den Salzwiesen vor. Ein Beispiel ist der Halligfliedergallrüsselkäfer, auch Halligfliederspitzmausrüsselkäfer genannt, der von der Halligfliedergallrüsselkäferschlupfwespe als Wirt für deren Larven genommen wird. In den vergangenen Jahren wurde die Beweidung der Salzwiesen immer weiter zurückgefahren und somit haben diese sich in ein Ökosystem der Extraklasse gewandelt. „Die Entwicklung der Salzwiesen in unserem Nationalpark ist eines der eindrucksvollsten Beispiele für die erfolgreiche Naturschutzarbeit seit dessen Gründung im Jahr 1985“, sagt der Leiter der Nationalparkverwaltung Detlef Hansen.

Der Queller - auch Spargel des Nordens genannt...

Der Queller – auch Spargel des Nordens genannt…

Was genau eine Salzwiese ist, kann auf dem Salzwiesenlehrpfad bei Nebel erkundet werden, der von Ostern bis Mitte November dort aufgebaut ist. Wer weniger Lust zum Lesen hat, kann auch an einer der Führungen der Schutzstation Wattenmeer oder des Naturzentrum Amrums des Öömrang Ferian zum Thema Salzwiese teilnehmen. Diese „kulinarischen“ Führungen bringen das Erlebnis Salzwiese auf ihre ganz eigene Art und Weise rüber.

Die Strandaster

Die Strandaster

Ein bisschen was kann aber vorweg verraten werden. Die Salzwiese ist ein Lebensraum der durch Überschwemmungen durch die Nordsee geprägt ist. Sie ist der natürliche Übergang zwischen Wattenmeer und Land. Die Salzwiese wird – je nach Zone – zwischen ein bis zweimal im Jahr und zweimal am Tag überspült und wird so in drei Zonen eingeteilt, die Quellerzone, die Andelzone und die Rotschwingelzone. Durch die Überschwemmungen setzt sich regelmäßig Sediment ab, somit wächst die Salzwiese jährlich in die Höhe, kann damit den Meeresspiegelanstieg ausgleichen und spielt so eine wichtige Rolle im Küstenschutz.

Strandwermut

Strandwermut

Die Zusammensetzung der Tier- und Pflanzenwelt orientiert sich an den Häufigkeiten der Überschwemmung, so leben nah an der Hochwasserlinie salztolerantere Tiere und Pflanzen als an den weiter entfernten Stellen. Die Namen der Zonen orientieren sich an den am häufigsten vorkommenden Pflanzen.

Gerade die Pflanzen, die nicht einfach vor dem Wasser fliehen können, sind stark durch den Salzgehalt im Boden und die Überschwemmungen beeinflusst und haben die verschiedensten Mechanismen erfunden sich diesen Bedingungen anzupassen.

Bekannte Pflanzen der Salzwiese sind unter anderem der Queller, der gerne für Salat verwendet wird oder auch der Strandwermut, aus dem man früher Alkohol gemacht hat.

 

Ein Besuch der Salzwiese lohnt sich immer, besonders ab Juni, wo die Pflanzen dann ihre ganze Pracht entfalten.

 

 

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