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25 Jahre Hausmeister in großem Stil: Ehrung für Fahmy Sayed Bendary

Geehrt für 25 Jahre bei der Amrum Touristik Norddorf:
Fahmy Bendary mit Vize-Bürgermeister Christoph Decker, Gunnar Hesse und den Kollegen Marc Motzke, Jörn Könnecke und Jan Petersen (v. r.).

Gestern, am 30. März, wurde Fahmy Sayed Bendary für 25 Dienstjahre bei der Amrum Touristik Norddorf geehrt. “Das muss man erst mal schaffen”, sagte Norddorfs stellvertretender Bürgermeister Christoph Decker und hob das Glas auf den Jubilar. “Herzlichen Glückwunsch!” Im Kreise seiner Kollegen konnte Bendary, der aus Ägypten stammt, den Ehrentag zur Nachmittagsstunde schon voll genießen, denn da hatte er die Tagesarbeit schon hinter sich. “Auf die nächsten fünf Jahre” sagte der 59-Jährige. Zu Sekt und Orangensaft gabs Häppchen aus der Küche des “Seeblicks”, und einen Glückwunsch von Hotelchef Gunnar Hesse, Vorsitzender des Tourismusausschusses. An seinen ersten Arbeitstag kann Fahmy Bendary sich noch sehr gut erinnern: “Ein Kollege wies mich ein – Müll sammeln. Das wurde damals mit dem Fahrrad gemacht. Herbert hatte das ganze Rad voll mit Tüten. Und ich fuhr leer hinterher. Ich konnte kaum Deutsch, aber mit Händen und Füßen gings.”

Seine offizielle Bezeichnung ist Außendienstmitarbeiter. “Das ist Hausmeister in großem Stil”, sagt Bendary und lacht. Er kommt aus dem Sinai. In Sharm El Sheikh, im Süden der Halbinsel zwischen Asien und Afrika hatte er früher ein Restaurant. Dann kam der zweite Golfkrieg – und die Touristen blieben weg. 1990 kam er nach Deutschland, im Schlepptau seiner damaligen Frau, einer Reiseleiterin, die er auf dem Sinai kennengelernt hatte. Sie lebten kurz in Würzburg, dann in Schweinfurt. “Dort hatte ich eine Stelle als Platzwart im Tennisclub.” Und dort sah er auch die Stellenanzeige für ein Hausmeisterpaar auf Amrum. “Wir haben uns vorgestellt, aber es hieß gleich, die Stelle allein reicht nicht zum Leben.” Dann suchte man in Norddorf ein Allround-Talent für die Außenflächen der Gemeinde. Bendary hatte einen Führerschein und ein gutes Zeugnis aus Schweinfurt; seit März 1992 ist er dabei, damals eingestellt vom heutigen Ehrenbürgermeister Norddorfs, Karl-Heinz Schult.

Noch einmal hoch die Gläser, seine Kollegen lachen: “Auf den ägyptischen Salzstreuer!” Dahinter steckt die Anekdote von einem eisigen Wintertag und Fahmy Bendary, der festgeschnallt auf einem Pritschenwagen von oben schaufelweise die Straße streute.

Nach Ägypten fährt er immer noch jedes Jahr, zusammen mit seiner Amrumer Lebensgefährtin. “Sehen und gesehen werden”, sagt er und grinst. “Meine Schwestern und Cousinen leben in Kairo.” Wie groß muss der Schritt damals gewesen sein von Ägypten hierher auf diese kleine Insel? Fahmy Bendary lacht. “Hier Touristen, dort Touristen; hier Düne, dort Wüste; hier Nordsee dort Rotes Meer. “Kein großer Unterschied. Nur andere Temperatur und Sprache.”

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Über Undine Bischoff

Journalistin und Texterin. Fuhr mit drei Jahren zum ersten Mal über den Kniep – in einer Schubkarre. Weil ihr Vater da draußen eine Holzhütte baute, zwanzig Feriensommerjahre lang. Betextet Webseiten und Kataloge, schreibt für verschiedene Medien und natürlich für Amrum News.

Ein Kommentar

  1. Hai Famy,

    wünsche Dir alles Gute zu Deinem Jubeltag 🙂

    Mögest Du mit Deiner Gute-Laune-Einstellung den Gästen und der Gemeinde noch lange erhalten bleiben.

    Heiko

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