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Nach der Badesaison wird die nächste Schutzmaßnahme vor Ban Horn durchgeführt …

Grund für die nächste Schutzmaßnahme: Sandabbruchkannte vor Ban Horn

Im Spätsommer beziehungsweise im Herbst werden wieder unzählige Lastwagenladungen über den sandreichen Kniepsand im Norden Amrums transportiert. Die verantwortlichen Küstenschützer des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) haben auf Nachfrage bestätigt, dass wie bereits in den Jahren 2014 und 2016 Sand zur Sicherung eines rund 500 Meter langen Küstenabschnitts vor dem Schullandheim Ban Horn am Norddorfer Kniepsand Sand im aufgefahren werden wird. Dies geschieht erneut im Trockenbetrieb. Dabei wird auch bei dieser Maßnahme der Sand von dem Kniepsand, gut 2 km weiter südlich der Badestelle Norddorf, entnommen und per Spezial-LKW über den Kniepsand gen Norden transportiert.

Diese Maßnahme kennen die Insulaner schon aus dem letzten Jahr

Wie Frank Barten, Leiter des Geschäftsbereichs 5 “Küstenschutz und Häfen: Neubau, Instandhaltung und Betrieb” mit Betriebssitz Husum erklärte, wird mit der geplanten Maßnahme der Gefahr entgegengewirkt, dass die Nordseefluten an dem bezeichneten Küstenabschnitt durchbrechen und die Norddorfer Marsch geflutet werden könnte.

Die auf der Innenseite der stark angefressenen Düne, die das Landschulheim Ban Horn noch von der Nordsee trennt, verbauten Geotextilsäcke, stellen derzeit die letzte Sicherungslinie dar. Wenn der Sandpuffer wieder aufgefahren sein wird, sollen diese, so die derzeitige Planung, wieder ausgebaut werden.

150 Geotextil-Container…

Im Januar wurden rund 150  Geotextil-Container auf dem Fahrradparkplatz am Strand mit jeweils etwa 1 Kubikmeter Sand befüllt (Einzelgewicht rd. 1,5 t). Rund 230 weitere, unbefüllte Geotextil-Container werden seit dem vor Ort vorgehalten. Als Sicherheit für den Notfall gedacht, wurden die Säcke aufgrund des Gefährdungspotenzials dann doch vorsorglich vor Ban Horn zum Gebäudeschutz verbaut.

Die Maßnahme ist bereits vom Land genehmigt und die Finanzierung, die im Verhältnis 90 (Land S-H) zu 10 (Gemeinde) steht, ist bewilligt. Das Amt Föhr-Amrum wird der Auftraggeber sein und entsprechend ausschreiben. Diese Maßnahme stellt eine, so haben es die Sturmfluten im vergangenen Winter an Amrums Nordspitze deutlich gezeigt, überaus wichtige Sicherungsmaßnahme dar. Südlich des ADS Schullandheims Ban Horn gab es auf 500 Metern besonders markante Abbrüche der Randdünen und auch im Bereich der Wasserwechselzone wurde Sand ausgeräumt. Unter den Randdünen befindet sich zwar der sogenannte Risum-Deich, der einen Dünendurchbruch verhindern würde, doch deckt dieser Deich nicht den gesamten gefährdeten Bereich ab.

Das 2014 mit 27.000 m³ und 2016 mit rund 38.000 m³ Sand angelegte Depot zum Schutz der Randdünen vor Ban Horn hatte sich laut dem LKN bewährt. So wurde ein Teil des natürlichen Sandtransports vom Kniepsand vorweggenommen. Allerdings ist dieser Sandpuffer durch die unnachgiebig auflaufende Brandung der Nordsee mittlerweile gänzlich aufgezehrt und vielmehr noch weitere Substanz verloren gegangen. Der Kniepsand wandert zwar seit Jahren nach Nordosten und legt sich derzeit mit etwa 90 Metern pro Jahr vor den betroffenen Küstenabschnitt. „Behält er diese Dynamik bei, wird er sich in etwa vier Jahren schützend vor den Südteil der Amrum Odde legen. Wellenenergie und Wellenangriffe würden sich dann deutlich verringern“, prognostizierten die Fachleute des LKN in der Vergangenheit.

Norddorfs Bürgermeister Peter Koßmann hatte in den zurückliegenden Jahren viele Gespräche mit Politikern und Küstenschützern geführt und wurde nicht müde jedes Mal wieder die Notwendigkeit einer Schutzmaßnahme zu verdeutlichen. Bei jedem Sturm wurden enorme Sandmassen weggerissen. Im Winter 2016/2017 forderte Koßmann sogar vor einem anstehenden Orkan die dort wohnenden Angestellten auf, vorsorglich ins Dorf zu ziehen. Nur so sah er bei der ernsten Lage die Sicherheit gewährleistet.„Wir müssen die Zeit überbrückt bekommen, bis der von Süden anwachsende Kniepsand sich vor den gefährdeten Bereich schiebt. Derweil findet dort noch eine regelrechte Auskolkung statt“, verdeutlichte Koßmann im Winter.

Pendelverkehr

Die Verantwortlichen hoffen, dass die Gäste auch für die nächste Maßnahme die Notwendigkeit der Schutzmaßnahme erkennen und sich nicht durch die Speziallastwagen, die im Pendelverkehr über den Kniepsand fahren werden, in ihren Urlaubsfreuden stören lassen werden.

Das Amt Föhr-Amrum zeichnet ganzjährig und somit fortlaufend für den biotechnischen Küstenschutz auf Amrum verantwortlich. In dessen Zuge werden kontinuierlich Pflanzungen von Strandhafer und das Stellen von Sandfangzäunen zu den Küstenschutzmaßnahmen gehören. So konnten in den vergangenen Jahren an der gesamten sandigen Küste Amrums immer wieder große Sandpolster entlang der sandigen Küste durch den biotechnischen Küstenschutz angehäuft werden. Diese dienen bei hohen Kanten- und Sturmfluten als sich verzehrender Schutz für Amrums Randdünen.

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.
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