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Der erste Herbst Sturm über Amrum…

Schon Tage vorher wurde der Sturm „Sebastian“ über die Wettervorhersage angekündigt. Die meisten Insulaner hatten sich entsprechend vorbereitet. Die Gartenmöbel wurden rein geholt, Strandkörbe vom Strand geholt und alles was nicht „niet und nagelfest“ ist, best möglich befestigt. Am Morgen kamen schon heftige Windboen über die Insel gefegt. Zwischen starken Regengüssen und Sonnenschein schwächte der Wind auch mal ein bisschen ab, doch wie angekündigt am Spätnachmittag kam dann der „Sebastian“ mit voller Wucht. Wer sich bei dem Wetter raus traute, am besten nur in absoluter Funktionskleidung: Regenjacke, -hose und, -stiefel. Der Strand war „unter Wasser“, der Bolenweg in Nebel und Süddorf aufgeschwemmt, an der Steenodde Mole kam ein Segelboot auf Seitenlage, heruntergefallene Äste, und auf den Weiden der Pferde stand das Wasser Knöchel tief.

Der Schiffsverkehr wurde bereits am nachmittag eingestellt, die Fähren um 15:15 Uhr und 17:25 sowie die Adler-Schiffe nach Sylt, Hooge und Nordstrand fielen aus. Auch der Busverkehr wurde am Nachmittag eingestellt! In der Touristinformation am Fähranleger gab es viel zu tun. Nicht alle fanden ein Quartier für die Nacht! Um kurz nach 17.00 Uhr erreichte die Nordfriesland als letztes Schiff den Anleger von Wittdün. Nachdem die Fahrzeuge vom Schiff waren, wurden teilweise schon die Fahrzeuge der Urlauber verladen, die auf der Inserl gestrandet waren. Es wurden Decken vom Schullandheim Banhorn organisiert und die Uralauber übernachten an Bord der Nordfriesland. Zwischen 4:00 und 4:30 soll sie nach Dagebüll ablegen.

Die Freiwilligen Feuerwehren mussten nur in Norddorf wegen zweier umgekippten Bäume ausrücken. So traf der Sturm Amrum heftig, hinterließ jedoch keine schweren Schäden. Natürlich haben wir von Amrum News ein paar Eindrücke einfangen können:

 

Filme: Kinka Tadsen und Peter Lückel

 

Eindrücke unserer Redakteurin Undine Bischoff:

Das Wetter gestern schlug uns waagerecht um die Ohren. Und da ich in Wittdün ganz oben auf der Düne wohne (yep; Meerblick), war an ein Öffnen der Fenster nicht zu denken (auf klapp gehen sie nicht). Also saß ich sturmumtost hinter knackenden Wänden und pfeifenden Fensterspalten und hörte mein eigenes Radio nicht mehr. Später im Bioladen hieß es, ab nachmittags fallen ALLE Fähren aus. Na ja, spätnachmittags fährt genau EINE (17:25), und die fiel tatsächlich aus. Aber wenn Inselgäste das so erzählen, schwingt da immer ein bisschen der Stolz des Abenteurers mit. Vor dem derzeit unbewohnten Privathaus gegenüber spielten wir Stehauf mit einer Mülltonne – den ganzen Tag. Kaum hatten wir sie aufgerichtet, das Papier eingesammelt und die Tonne hinter dem Gartenzaun verkeilt, rollte sie wieder jemand auf die Straße. Wo sie wieder umfiel. Das Gemüse beim Take away-Stand von Bauer Schult in Norddorf sah heute noch leckerer aus – immer frisch beregnet. Von inselfernen Freunden hatte ich den ganzen Tag begeisterte Mails im Postkasten: „Seid ihr schon von der Außenwelt abgeschnitten?“ – „Gehst du bei dem Wetter auch ins Wasser?“ 1. Ja. 2. Nein.

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