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Friesischer Adventskalender ist da! A ki, a schep, a stäärschiter

Jeden Tag eine neue Vokabel: das sollte zu schaffen sein…

Pfeffernüsse im September sind blöd, aber so ein friesischer Adventskalender, den kann man nicht früh genug kaufen, der ist nämlich schnell weg. Die Beziehung zwischen Margret Fischer und der Föhrer Ferring-Stiftung ist daher ein Glücksfall. „Ich freue mich, dass jemand mein Hobby so mag“, sagt die 63-jährige Wyker Hobbymalerin, die jetzt zum zweiten Mal den Adventskalender der Stiftung gestaltet hat. Bereits im Jahr eins war der ein Topseller. „Es war wirklich Liebe auf den ersten Blick“, bestätigt Stiftungsvorstand Volkert Faltings schmunzelnd.

Lange hatte das Team der Stiftung vergeblich jemanden gesucht, der malerisch lebendig, kundig und friesenherzig Ideen umsetzt, die das Interesse an friesischer Sprache und Kultur wach halten. Aber dann kam Margret Fischer! 2016 schlug der erste Adventskalender so ein, dass man aufgrund der Bestellungen freudig bemerkte, dass es auch in England, Schottland – den USA sowieso – und in der Schweiz Spaß machte, die friesischen Begriffe hinter den 24 Türchen zu lernen und sich an den feinen, colorierten Bleistiftzeichnungen zu erfreuen.

Eine erfreute Margret Fischer

Längst sind zum Weihnachtsthema Grußkarten, Konfirmations-, Trauer-, Oster- und Einfach-nur-schön-Karten dazugekommen. Seit dieser Woche ist der neue Adventskalender fertig. „Beim Motiv mit winterlichem Haus, vor dem der Weihnachtsmann die Stiefelchen der Bewohner füllt, habe ich mich von meinen Kindheitserinnerungen leiten lassen“, sagt Fischer, der bei der Gestaltung viel freie Hand gelassen wird. Die Friesisch-Vokabeln innen drin passieren hingegen eine strenge Jury. „Sonst laufen hier gleich die Telefone heiß“, sagt Faltings und lacht. Charmant die Feinheit, auf die man Acht gibt: Heißt auf Öömrang etwas anders als auf Ferring, dann werden beide Vokabeln genannt. Deshalb trägt der Titel des zweiten Julkalender auch eine numerische Zwei, denn schreiben hätte man sonst müssen „di ööder“ fürs Amrumer und „de naist“ fürs Föhrer Friesisch. Aber dafür ist auf dem schönen Stück bei so viel Türchen kein Platz.

Den Kalender und die neuen Weihnachtskarten gibt es im Buchhandel auf Amrum und Föhr, direkt bei der Ferring-Stiftung und online im Friisk-Shop. Der große Adventskalender kostet 4,95, als kleinere Grußkarte 2,80, die Weihnachtskarten 1,60 Euro.

 

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Über Undine Bischoff

Journalistin und Texterin. Fuhr mit drei Jahren zum ersten Mal über den Kniep – in einer Schubkarre. Weil ihr Vater da draußen eine Holzhütte baute, zwanzig Feriensommerjahre lang. Betextet Webseiten und Kataloge, schreibt für verschiedene Medien und natürlich für Amrum News.
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