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„Wolf im Schafspelz…“

Mario Bruns während eines Rennens…

Wer hätte vermutet, dass auf Amrum ein sehr erfolgreicher Rennfahrer lebt. Nur ganz wenige wissen von der Leidenschaft Mario Bruns für schnelle Motorräder. 2017 war sein bisher erfolgreichstes Jahr. Mario Bruns wurde Deutscher Vizemeister der Amateure im Motoradfahren und Gewinner der 1. Rennserie Bridgestone 100 von Art Motor.

Schon vor 30 Jahren begann Mario mit dem Motoradrennen, aber durch Beruf und Familie trat das Hobby in den Hintergrund. Der Rennbazillus hat ihn jedoch nicht losgelassen und im Jahre 1995 begann Mario wieder Rennen zu fahren, zunächst Enduro Rennen (Querfeldein Rennen). Er belegte hier immerhin den 3.Platz bei den Mecklenburger Meisterschaften. 2007 ging es dann als 40 jähriger zum ersten Mal auf eine richtige Rennstrecke und 2013 startete er zum ersten Mal bei der von Art Motor ausgerichteten Deutschen Amateurmeisterschaft.

Marios Rennmaschine ist eine Ducato Tamborini von Moto Guzzi ( 2 Zylinder, 2 Ventile ,1100 ccm , 115 Ps). Mit Ihr können Spitzengeschwindigkeiten von über 240 km/h erreicht werden. Bei der Deutschen Amateurmeisterschaft werden 10 Rennen pro Jahr auf 5 verschiedenen Rennstrecken gefahren. Bis zu 10.000 Zuschauer verfolgen die Rennen auf den bekannten Rennstrecken wie Hockenheim oder Assen/Holland. Bei den Sprintrennen wird 15 Minuten plus 2 Runden gefahren und es sind bis zu 30 Maschinen am Start.

Mario Bruns, Deutscher Vizemeister der Amateure

2017 wurde erstmalig die Bridgestone 100 Endurance Rennserie ausgetragen. Hier starten Zweier Teams in 3 verschiedenen Klassen (unterschieden nach Baujahr und Hubraum) über eine Renndauer von 100 Minuten. In diesem Zeitraum sind 3 Fahrerwechsel vorgeschrieben, so dass jeder Fahrer 2 Etappen a 25 Minuten absolviert. Mario startete mit seinem alten Freund Guido Wemhöner. Bei den 5 Wertungsläufen, die unter anderem auch auf dem Sachsenring ausgetragen wurden, waren sie am Ende immer unter den Spitzenteams und gewannen schließlich den 1.Platz in der Gesamtwertung aller 3 Klassen. Der Start wird als sogenannter Le Man Start durchgeführt – das Motorrad steht bereit und die Fahrer rennen nach den Startsignal zu ihren Maschinen und los geht’s.

Auf die Frage, ob dieses ein gefährliches Hobby ist, antwortete Mario: „ Motorradfahren auf öffentlichen Straßen ist deutlich gefährlicher, da Motoradfahrer oft übersehen werden. Die gefährlichsten Situationen sind Berührungen der Fahrer untereinander, insbesondere in den Kurven. Auf der Rennstrecke befinden sich aber hochkonzentrierte, gut ausgebildete Fahrer, die das Risiko einschätzen können. Die Ausrüstung ist in den letzten Jahren auch sehr viel sicherer geworden. Ein Rennkombi hat mittlerweile Airbags im Nacken, an der Schulter und an der Brust.“

Die Beteiligung an Rennserien ist schon etwas zeitaufwendig. Viele Wochenenden ist Mario mit seinem als Werkstatt umgebauten Transporter zu den verschiedenen Rennstrecken unterwegs.

Privat fährt er kein Motorrad.

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Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.
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