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Kurze Stippvisite auf dem Fähranleger …

Kleine Kegelrobbe auf dem Fähranleger

Da staunten die Passagiere auf dem Wittdüner Fähranleger nicht schlecht, als während der Schiffsentladung am Vormittag an Fähranleger 2 plötzlich eine junge Kegelrobbe auftauchte. Diese war über die Niedrigwassertreppe des Fähranlegers, dort wo im Sommer die Ausflugsschiffe anlegen, aus der Nordsee gerobbt. Das Interesse war natürlich bei den Anwesenden sofort geweckt. Vom Smartphon über den Fotoapparat bis hin zur Profikamera war alles dabei, um das Jungtier abzulichten.

Die Kegelrobbe machte es den Fotografen recht leicht einige witzige Fotos zu schießen. Mann könnte fast vom Posen sprechen.

In der Zeit, in der auf den informierten Seehundjäger gewartet wurde, robbte die Kegelrobbe interessiert und recht schnell Richtung Fähre und lies sich dabei nicht großartig von dem Trubel bei der Schiffsverladung stören. Kleine Ablenkungsmanöver halfen dann aber, um das Findelkind von der Schwarzfahrt auf der Fähre abzuhalten.

Holger Lewerentz befördert das Jungtier in eine Transportkiste

Der für den Schutz der Kegelrobben und Seehunde beauftragte Seehundjäger Holger Lewerentz attestierte nach der ersten Sichtung einen unverletzten aber unterernährten Zustand. Bei der ersten Berührung zeigte sich das Jungtier allerdings standesgemäß angriffslustig und war nicht sonderlich begeistert, als Lewerentz es mit gekonntem Griff in die Transportbox verfrachtete.

Nach genauerer Betrachtung konnte Lewerentz, der zu den auf Amrum ansässigen staatlich beauftragten Seehundjägern gehört und somit für den Schutz und die Betreuung der Meeressäuger verantwortlich ist, vermelden, dass es sich um ein Weibchen handelt. „Das Jungtier ist rund vier Wochen alt und schon komplett abgestillt. Das Fell ist bereits durchgefärbt und es gibt keine Atemgeräusche und Hinweise auf Entzündungen“, erklärt Lewerentz.

Das Gewicht schätzte er zwischen 10 und 12 kg und vermutet, dass das stürmische Wetter das Jungtier in der rauen Nordsee überfordert hat. „Normal hätte das Gewicht zwischen 30 und 40 kg liegen müssen“, so der Seehundsjäger. Bereits mit der Mittagsfähre ging es dann für das Tier aufs Festland nach Dagebüll, wo es von den Mitarbeitern der Aufzuchtstation in Friedrichskoog (www.seehundstation-friedrichskoog.de/de) abgeholt wurde. Als Nummer 11 in der Geburtensaison wird es auf etwaige Krankheiten Untersucht und mit Elektrolyten erstmal aufgepäppelt.

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.
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