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Briefe an meine Insel

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Möwe und Mensch II

Möwe

Eng
eng, hier.
Picken! los pick’!
bis die Schale bricht.
Frei!

Warm
warm, weich,
im weichen Nest.
Jetzt will ich aber
fort.

Flieg’!
Flieg’ weit.
Spür’ höchste Lust.
Leg’ ein Ei oder
mehr.

Sitz’ !
Sitz’ drauf,
auf den Eiern,
bis dann die Schale
bricht.

Mensch

Da liegt im Ei die Möwe voll verborgen,
den Schutz der Schale um sich rum und ruht.
Ein Riss erscheint, fast unsichtbar. Nun gut,
erfahre, wie sie rauskommt, halt erst morgen.

Ein Federbällchen! Ja, sie ist geschlüpft;
von Elternvögeln, die sie warm umhüllen
und unermüdlich ihren Schnabel füllen
noch lang umhegt. Doch dann: die Möwe hüpft

davon. Und Wind und Sturm und Kraft der Sonne
genießt sie, wie auch wilde Liebeswonne.
Gepaart mit ihresgleichen kehrt sie treu

zurück und baut das Nest zum Eierlegen,
zur Brut, die beide Möwen sorgsam pflegen.
So bleibt es immer: Leben schafft sich neu.

Malte Ewertsson im Juni 2017

Amrumgenuss…

der Himmel gemalt in Pastell
das Rauschen des Meeres die Musik
die Stimmen der Natur umpfangen meine Seele
das Licht der Insel wärmt tief in mir
Atmen wird wieder weiter
meine Leichtigkeit des Seins, sie ist zurück

…welch Amrumglück.

Gudrun Krüßmann im Juni 2017

Gedanken eines Parkinsonpatienten
2017 im 40. Jahr auf Amrum

Die Jahre vergehen, sie schwinden dahin,
da frag’ ich mich manchmal, wo treibe ich hin?
Bin ich dem Leben noch gewachsen, hat es für mich einen Sinn,
muß ich mich ändern oder so bleiben wie ich bin?
Ist mein Leben erfüllt oder ist es leer?
Eine Antwort auf alles fällt mir so schwer!
Ich suche die Lösung und finde nur Fragen.
Da wünscht man sich weit weg an solchen Tagen!

Ich schau’ in den Spiegel und seh einen Kranken,
da kommen mir urplötzlich ganz andere Gedanken:

Ich fühle den Parkinson, wie er mich langsam von innen auffrisst.
Angst steigt in mir hoch und spüre, dass das alte Leben bald zu Ende ist.

Ich muss jetzt lernen, mein restliches Leben neu zu leben,
die Tage besser zu nutzen, die mir noch gegeben.

Darum machen wir Urlaub, so oft es noch geht,
auf Amrum in der Nordsee, wo der Wind so schön weht!

Auf dieser Insel, da ist jeder Tag wie ein neues Leben,
für mich kann es kaum etwas Schöneres geben!

Ich vergesse den Parkinson, die Ängste, die mich von innen auffressen,
den Tremor, den Schwindel, die Schmerzen und das Vergessen!

Ich hätte 50 Jahre Amrum so gerne voll gemacht, doch da hat der Parkinson mich heftig ausgelacht!

Rainer Brückner im April 2017

Amrum, getragen vom Winde
um Dich die raue See
Gesang der munteren Möwen
entstresst bei Dir der Mensch

Natur und Ruhe
Friede und Freud
Das Einfache der Zeit
Auf Amrum will man sein

Marcel Förster, März 2017

Amrumer Leuchtturm in Bad Harzburg

Moin, moin, liebe Insulaner!

Im Sommer kommen wir wieder nach Wittdün, ungefähr schon zum zehnten Mal….

Jedes Jahr schauen wir uns auf Amrum den schönen Leuchtturm an. Damit wir ihn zwischendurch nicht immer nur auf Fotos oder im Video ansehen müssen, habe ich mir erlaubt ihn “nachzubauen”. Er ist massiv aus Beton, Mörtel und Kiesel-/ Bausteinresten und wiegt ungefähr 145 kg! Seine Abmessungen: unterer Durchmesser ca. 240 mm, oberer Durchmesser ca. 95 mm, Gesamthöhe ca. 1850 mm. Er leuchtet in der Dämmerung und ist ein echter Blickfang geworden.

Herzliche Grüße aus dem Nordharz,

Regine & Rainer Pitzschke, Bad Harzburg

Echter Blickfang...

Echter Blickfang…

 

 

 

 

 

 

kommt & geht
Mensch
flügelschlagendes
Luftbewegen
was bleibt?
Meer

Kik Tavener im Dezember 2016

Acht Tiergedichte
Amrum, September 2016

Die Möwe I

Die Möwe nimmt dich nur am Rande wahr
Und lässt dich, wie du bist.
Ihr Blick geht in die Weite.

Doch wenn du etwas isst,
So stellst du plötzlich etwas dar,
Dann zeigt sie ihre forsche Seite.

Und nahst du etwa ihrem Ei,
So gibt‘s ein furchtbares Geschrei,
Dann wirst du sie so richtig kennenlernen –
Und dich entfernen…
Und glaube mir: Du kommst nicht mehr zurück!

Die Möwe hat dich stets im Blick.-

14.09.16

Die Möwe II

Zu Menschen weiß die Möwe stets
(nach Augenmaß)
denselben Sicherheitsabstand zu wahren.

Rückt man ihr nah, so rückt sie ab.
Drum liegen Mensch
und Möwe sich nur selten in den Haaren.

Die Möwe kann das, denn sie muss
so gut wie nie
nach China oder mit dem Aufzug fahren!-

15.09.16

Knutt (und Sanderling)

Wohl dem, der einen Namen hat –
Am Meeresstrand wie in der Stadt!

Ich denke etwa an den Knutt:
Des Name ist ein Sonderding
(genau wie der vom Sanderling).

Man denkt an eine Frau mit Dutt,
Doch hat’s auch irgendwas von Knut.

Egal, was dieser Knutt nun tut:
Er ist stets Ausnahme, nicht Regel
Im Einheitsreich der Meeresvögel.

Er weiß sich glücklich abzuheben
Von all den Möwen, Schwalben, Pfeifern,
Den Schnepfen, Gänsen, Lummen, Läufern.

Es ist so wie im Menschenleben:
Man muss halt einen Namen haben –
Wer nicht hat, lasse sich begraben!-

17.09.16

Der Seehund

Der Seehund draußen auf der Seehundsbank
Kennt keine Langeweile, Gott sei Dank!
Er sieht die Wattewolken wandern –
Noch keine je glich einer andern –
Und nach der Ebbe kommt die Flut,
Und alles ist wie neu und gut.

Dann heißt es Fische fangen, ach wie fein!
Es gibt nichts Schöneres als Seehund sein!
Dann wird das Wasser wieder niedrig;
Und ist das Wetter nicht zu widrig;
So folgt die nächste Teestunde:

Das ist das Glück der Seehunde!-

21.09.16

Der Einsiedlerkrebs

Der Einsiedlerkrebs siedelt ein:
Der Krebs ist am liebsten allein.
Der Einsiedlerkrebs
Verachtet den Plebs,
Dem Mitkrebs entflieht er,
Bleibt lieber ein einsamer Siedler.

Nur selten, für ganz kurze Zeit,
Da siedelt er auch wohl zu zweit
Und geht aus dem Haus:
Es stürben sonst aus
Die Krebseremiten,
Des Krebsgeschlechts edelste Blüten!-

16.09.16

Die Miesmuschel

Die Miesmuschel hockt ewig mies
In Sand und Schlick und Kies.
Sie hasst der Sonne Scheinen,
Sie möchte fluchen, klagen, weinen.

Nur bei ganz miesem Wetter
Wird ihre Laune etwas netter.
Man sagt, bei schwerer See und höchster Flut
Sei sie bisweilen sogar gut.-

24.09.16

Die Schollen

Sie haben beide Augen auf der rechten Seite –
Das erste so wie auch das zweite.
Warum um Himmels willen sind
Die Schollen auf der linken Seite blind-?

Wir halten Schollen nicht für sehr politisch –
Hingegen halten wir sie für sehr britisch:
Vermutlich herrscht im Reich der Schollen tief im Meer
Wie auf der Insel – Linksverkehr!-

16.09.16

Die Alge (ein Un-Tier)

Die Alge sieht gar köstlich aus.
Sie gilt als echter Seemannsschmaus.
Sie ist das Brot von morgen,
Enthebt die Menschheit aller Sorgen…
Ja ja, man wird sich noch mal balgen
Um Algen-!

Doch vorerst ist‘s noch nicht so weit.
Noch ist für andre Schmäuse Zeit.
Noch isst die Menschheit lieber Hummer,
Verdrängend allen Kummer,
Und trinkt der Seemann seinen Schnaps aus
Zum Labskaus.-

22.09.16

Christian Engelken, Hannover

 

Moin Amrum

… Wo so hoch die Dünen stehen, wo am Kniep die Brandung braust, wo der Westwind nie verstummt …
Auszug aus dem Friesenlied

Manche Dinge verändern sich langsam, entwickeln sich über Tausende von Jahren. Als die Gletscher der Eiszeit sich vor etwa 200000 Jahren nach Norden zurückziehen, hinterlassen sie im norddeutschen Wattenmeer einen großen mit Steinen übersäten Sandhaufen, spärlich bedeckt mit Heidekraut. Noch viele Jahrtausende vergehen, bis die ersten Menschen diesen kargen Sandhügel für sich entdecken. Und die Friesen? Die Friesen lassen sich noch viel, sehr viel Zeit. Erst 3000 Jahre später wird Jesus Christus geboren, und dann verstreichen nochmals 800 Jahre, bis auf Amrum die ersten Friesen siedeln. Urkundliche Erwähnung findet die Insel um 1231. Zu dieser Zeit befindet sich Amrum im Besitz des dänischen Königshauses. Im frühen Mittelalter leben hier unter bitterer Armut nur wenige Menschen. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie größtenteils von der Salzbrennerei, bis der Fischfang das Leben der Inselbewohner in den nächsten Jahrhunderten bestimmt und die Walfischerei im Nordmeer geradezu Reichtum auf die Insel bringt. Die „sprechenden“ Grabsteine auf dem Friedhof von Nebel erzählen die Lebensgeschichten und Schicksale der Walfischfänger aus dem „goldenen Zeitalter“. 1864 wird Amrum, nach einer fast 1000 jährigen Zugehörigkeit zu Dänemark, deutsch. Der Fischfang sowie Ackerbau und Viehzucht spielen bald keine bedeutende Rolle mehr, aus Kuhställen werden Ferienwohnungen: „Kuh raus, Kurgast rein“, so kann man es im Reiseführer nachlesen. Der Fremdenverkehr bestimmt mehr und mehr das Inselleben.
Als wir Ende August auf Amrum im Wittdüner Hafen von Bord der „Adler-Express“ gehen, ahnen wir nicht, welch wundervolle Urlaubstage uns auf dieser nordfriesischen Insel erwarten. Ich, als eingefleischter Inselliebhaber, möchte zu gerne herausfinden, welche Faszination von der Insel ausgeht, welche die Touristen Jahr für Jahr auf diese Insel treibt. Gibt es die Liebe auf den ersten Blick? … Es gibt sie. Schon nach wenigen Minuten, nachdem uns die Fähre an Land gespuckt hat, sitzen wir im Bus auf der Fahrt nach Nebel, unserem Urlaubsort. Kaum haben wir Wittdün hinter uns gelassen, durchfahren wir einen lichten Mischwald, der immer wieder Blicke auf sanft gewellte Dünen freigibt, bewachsen mit lila und rosafarbener Heide. Hinter den fünf stillen Dörfern auf der halbmondförmigen Insel, Wittdün, Steenodde, Süddorf, Nebel und Norddorf, versteckt sich geradezu ein Paradies aus Sand, See und Sonne. Eine Landschaft wie gemalt, geprägt von Beschaulichkeit und erholsamer Ruhe. Die Amrumer Dünenwelt bedeckt etwa die Hälfte der Insel, wird von einem Netz von Bohlenwegen erschlossen, teils mit Plattformen versehen, von denen man sich gedankenverloren unter hohem Himmel in die Weite des Meeres und über den Horizont träumen kann. In Nebel, wohl dem schönsten Ort der Insel, haben wir in der Frühstückspension „Ekke Nikkepenn“ unsern Urlaub gebucht. Wie sich herausstellen soll, eine gute Wahl. Nebel, ein ruhiges Dorf mit Charme. Alte Kapitänshäuser und reetgedeckte Friesenhäuser strahlen besondere Geborgenheit aus, liebevoll bestückt mit intensiv duftenden Rosenstöcken in ihren Vorgärten. Der Mühle und dem „Öömrang Hüs“ sollte der Urlauber in Nebel unbedingt einen Besuch abstatten. Die Mühle, deren Mühlwerk aufwändig intakt gehalten wird, dient heutzutage als Heimatmuseum und bietet Raum für Kunstausstellungen. Direkt gegenüber der Mühle haben auf dem Heimatlosenfriedhof Unbekannte, die das Meer an Amrums Küste spülte, ihre letzte Ruhestätte gefunden. Ihr Grab schmückt ein schlichtes Holzkreuz. Auch das Öömrang Hüs, das originalste Friesenhaus auf Amrum, wurde zum Museum umfunktioniert. Die Wohnstube schmücken eine dekorative Kachelwand und ein schmiedeeiserner Ofen. Die Küche bietet dem Beschauer eine fast mittelalterliche Feuerstelle und vermittelt so einen Eindruck von friesischer Wohnkultur im 18. Jahrhundert. In der Kapitänsstube des Öömrang Hüs kann geheiratet werden. Für uns kommt diese Möglichkeit jedoch um Jahrzehnte zu spät.
Der Anstieg der Meere und die Zahl gewaltiger Sturmfluten haben in der geologischen Geschichte das Landschaftsbild des Wattenmeeres und der Insel geprägt. Der Blanke Hans, wie die Nordsee respektvoll genannt wird, ist Amrum offensichtlich sehr zugetan. Was der Blanke Hans der benachbarten Insel Sylt an Sand nimmt, wird auf Amrum zur Freude aller Naturfreunde und Inselliebhaber als riesige Sandbank angeschwemmt. Der Kniep. Des einen Freud, des anderen Leid. Im Kniepsand und in den Untiefen der See vor Amrum strandeten im Laufe des 19. Jahrhunderts über 170 Schiffe, was den Amrumer Strandräubern von großem Nutzen war und die Inselbewohner immer wieder mit wertvollem Strandgut beglückte.
Durch einen herrlichen Mischwaldgürtel, der sich kilometerweit von Wittdün bis Norddorf erstreckt und ausgiebige Wanderungen und Radtouren im Schatten ausladender Baumkronen erlaubt, wandern wir an unserem ersten Urlaubstag in Richtung offener See. Bevor wir den langestreckten Kniepsand erreichen, geht der lichter werdende Wald in eine phantastische Dünenlandschaft über, mit leuchtenden Hagebuttenbüschen inmitten von Strandhafer und rosa–lila Heidegewächsen. Endlich geben die Dünen den Blick auf die offene See frei, blaugraue Wellen mit tanzenden Schaumkronen rollen unermüdlich an den flachen Sandstrand. Das Meer, immer wieder ein erhabener Anblick, ein Spiegelbild unserer Seele, mal ruhig, dann wieder rau und aufgewühlt. Frischer Seewind weht uns um die Nase, während wir die salzhaltige Luft beim Erreichen des Strandes wohltuend auf Haut und Lippen spüren. Wir genießen den ersten Strandtag in vollen Zügen, machen zwischendurch auf der Terrasse des Strandpiraten, dem Restaurant, das für das leibliche Wohl der Urlauber hier mit reichhaltigen Angeboten sorgt, eine Mittagspause. Den Tag beschließen wir mit einer Wanderung zum Watt auf der östlichen Seite der Insel, wo große Schafherden auf weitausladenden Salzwiesen und Deichen für Inselschutz sorgen. Mit stoischer Ruhe gehen die Schafe hier ihrer täglichen Arbeit nach.
Um die Amrumer Odde zu erkunden, sollte man nichts mit den Füßen haben, wie zum Beispiel Fersensporn oder den „Hallus valgus“, den abnorm vorspringenden Fußballen an der Großzehe. Relativ wenige Urlauber machen sich auf den langen Marsch zur nördlichen Inselspitze. So wird das Vogelparadies der Möwen, Rotschenkel, Kiebitze, Austernfischer und sonstigem Geflügel nicht von übermäßigen Störungen strapaziert. Ausgiebige Rastplätze für Millionen von Zugvögeln bieten darüber hinaus das Wattenmeer und die ausgedehnten Salzwiesen.
Der Inselurlauber sollte sich zuerst einen Überblick über die Insel verschaffen. Mit diesem Wissen klappern wir mit dem „Insel-Paul“, der blauweißen Inselbahn, die Sehenswürdigkeiten der Insel ab, zuckeln durch die Dörfchen mit ihren kleinen Straßen und Gassen. Für große Menschen ist der Sitzkomfort im „Insel-Paul“ nicht gerade üppig, aber was tut man nicht alles, um etwas über die Geschichte der Insel und ihrer Bewohner zu erfahren.
Ein Ausflug mit dem Bus nach Norddorf ist am dritten Urlaubstag geplant. Im Strand 33, dem Restaurant direkt am norddorfer Strandübergang, genießen wir den Blick aufs Meer bei Flammkuchen und Pannfisch. Vom Badestrand ist die Südspitze Sylts gut zu erkennen. Zurück nach Nebel wandern wir durch die Dünen in südlicher Richtung bis zum Quermarkenfeuer, einem kleinen Leuchtturm mit herrlicher Aussicht über die beeindruckende Dünenwelt. Hier lohnt es sich, eine kleine Rast einzulegen, den Blick übers Meer schweifen zu lassen und den dahinziehenden weißen Wolken am blauen Himmel nachzuschauen. Über einen Bohlenweg geht es weiter zum Steinzeitgrab, dann zur Vogelkoje und durch den Inselwald zurück nach Nebel. Müde kehren wir abends beim einzigen „Italiener“, Venezia, auf der Insel ein. Im Angebot sind Fisch, Fleisch, Pasta und natürlich Pizza. Die Bedienung ist uns offensichtlich sehr zugetan. Nach mehrmaligen Besuchen gibt es immer einen Grappa gratis. Ein Vergnügen ist es auch, ein Angebot aus der handgeschriebenen Speisekarte des maritimen Gasthauses Seekiste in Nebel anzunehmen. Die Gäste sitzen hier in dem außergewöhnlichen Friesenhaus entweder im Garten oder im geschmackvoll gestalteten Anbau eines Wintergartens, an dessen gläserner, lichtdurchfluteter Decke sich üppige Weinranken zum Licht strecken.
Ein zweiter Ausflug führt uns, von Nebel aus über den Strand vorbei am Amrumer Leuchtturm, durch den Steenodder Wald und den Steenodder Deich nach Wittdün. Vorher gilt es aber, 172 Treppenstufen hoch zur Spitze des Leuchtturms in Angriff zu nehmen. Wird man doch von dort oben mit einem grandiosen Blick auf die Dünen, die See und die Halligen belohnt.
Das lebendige Wittdün, der jüngste Ort Amrums, wurde 1889 als Seebad gegründet. Hier herrscht auf der Hauptstraße kleinstädtisches Leben mit Geschäften aller Art, Cafes, Restaurants, Eisdielen sowie Modegeschäften für die Damenwelt. Wie im Fluge vergehen unvergessliche Tage. Viel zu schnell naht das Ende des Urlaubs. Dem Abschied folgt zwangsläufig ein Neubeginn zu Hause. Abschied bedeutet auf Amrum, noch einmal auf dem Kniep die Sonne ins Meer plumpsen zu sehen. Hatten wir bei Ankunft auf der Insel das Gefühl, der Großstadt und dem Alltag mit all seinen Problemen entflohen zu sein, so verschiebt sich unsere Gemütslage auf der Fähre in Richtung Festland wieder, leider. Sogar der Himmel weint kurzfristig.
Vorbei an verschlafenen Halligen, die einsam und still verstreut in der Nordsee liegen, und an mit Seehunden und Kegelrobben bevölkerten Sandbänken steuern wir wieder den Ausgangspunkt einer erlebnisreichen Reise, den Hafen von Strucklahnungshörn auf Nordstrand, an. Möwen, die das einlaufende Schiff auf den letzten Metern begleiten, begrüßen uns mit lautem Kreischen und aufgeregtem Flügelschlag.
Nach sechsstündiger Autofahrt zuhause angekommen, schließe ich für einen Moment die Augen. Ich träume mich zurück in den Urlaub, glaube die Brandung der bewegten Nordsee im Küstenwald zu hören, den würzigen Duft von Kiefern zu riechen und warmen Kniepsand unter meinen Füßen zu spüren. Hier kann man Freiheit geradezu einatmen …, draußen, weit draußen, in sich ruhend, auf dem weitläufigen Kniep? Amrum, eine Insel mit fünf Sternen… Ich freue mich auf ein Wiedersehen.
Moin Amrum!

Hubertus Lemke im August 2016

 

AMRUM GANZ IN W

„Willkommen“ Wunderbare Wochen werden wahr.

Wittdün:     Wow! Wertvoller Wohnraum wurde wirklich, weil’s Wittdüner wollten.

Wandelbahn: Weiter, weiter Weitblick! Will – witzige Wortspiele wagend – weilen.

Wandererheim:  Winddurchpustet, wettergegerbt, wundgelaufen.
Wiedersehensfreude!
Winterabend – wohlige Wärme – weintrinken, weiterlesen.

Wriakhörn:    Wunderliche, würdevoll watschelnde Wildgänse wimmern.

Wasserwelt:  Wellhornschnecken waschen, Windeln wechseln.
Wrack, weit weg, wahrnehmbar, wenn wenig Wasser.
Wogende Wellen wiegen wonniglich.
Wow! Wattwürmer wühlen wie wahnsinnig.
Wehender Westwind wirbelt wuchtige Wolkenwände wie Watte.
Wirr wechselnde Witterung? – weisheitsvolles Wetterwirken waltet!
Wichtige Warnungen wissender Wasserwacht.

Wegrand:     Würg! Widerliche Wauwauhaufen wütend wegschaffen.
Weiße, wuschelige Wollschafe werden wohlschmeckende Würste.

Wiese, Wald: Waagrechte Wege, windendes Wurzelwerk, würziger Wohlgeruch,
wackelnder Weidezaun, wiehernder Wallach,
wiederkäuende Wiederkäuer.

Wehmütiger Weggang: Winken!  werde wiederkommen! wann?…warten!

Malte Ewertsson im Juli 2016

Auf dem „Kniep“ spazieren geh’n,
Dünen auf Amrum, wunderschön.
Möwen im Wind, Salz auf den Lippen,
sich Grog hinter die Binde kippen,
so wandern wir am Nordseestrand
weder im Stress, noch im Po Sand.

Hubertus Lemke

Mülheim an der Ruhr, den 21.65.2016

Der Amrumer Leuchtturm

Der Leuchtturm sagt: “Ich find es dumm,

ich leuchte bloss im Kreis herum,

hab’ Tag wie Nacht, oh Mann, oh Mann,

stets den gleichen Anzug an.

Weiss-rote Ringe um den Bauch,

dicker machen die mich auch!

Tagsüber hab’ ich nichts zu schaffen,

da können Touris mich begaffen,

tausend Fotos von mir schiessen,

von oben dann den Blick geniessen.

Kaum wird es dunkel, dann ist Schluss,

weil ich ja wieder leuchten muss.

Immer schön im Kreis herum,

Gott, was fühle ich mich dumm.”

Und die Moral von der Geschicht:

Leuchtturm werden lohnt sich nicht.

Es sei, ich geh auf Reisen,

da könnt ich mich beweisen!

Rainer Brückner Juni 2016

Die Kniepsandkrabbe

Die Krabbe lief am Kniepsandstrand,

wo sie viel leck’re Muscheln fand.

Die Krabbe lächelte ganz keck,

die fress’ ich jetzt den Möwen weg

und fraß sie voller Hochgenuss.

‘Ne Möwe kam, zack dann war Schluss!

Und die Moral von der Geschicht:

Wer rumkrebst ohne Übersicht

und nur nach unten schaut beim Essen,

der wird von oben aufgefressen.

Erfahrene Gäste aber wissen:

Man wird auch gern mal zugeschissen!

Rainer Brückner Juni 2016

Meine Insel

Endlose Weiten an einem Strand aus herrlich feinem weissen Sand,

hohe Dünen, Wald und Heide, welch’ grandiose Augenweide!

Versinkt der Himmel wolkenschwer am Horizont im weiten Meer,

die Brandung sich am Ufer bricht in einer schäumend weissen Gischt.

Mächtige Wolken traumhaft schön, die mit der Sonne untergeh’n

in wunderbarer Farbenpracht, die langsam weicht der schwarzen Nacht.

Tausend Sterne jetzt am Himmel steh’n und auf die Insel niedersehen.

Das Meeresrauschen mit dem Wind nun deine Wegbegleiter sind.

Wenn dann des Leuchturms helles Licht kreisend durch das Dunkel bricht,

bis dass die Nacht dem Tage weicht und dich der Möwen Schrei erreicht,

die Sonne aus dem Meer aufsteigt und ihre ganze Schönheit zeigt,

dann muss man Amrum einfach lieben, sonst wärs’t am Festland du geblieben!

Rainer Brückner Juni 2016

SCHATTEN UND LICHT (für A. D.)

 

TOTEN-INSEL

 

Das Totenkreuz

Auf die Insel

Eingezeichnet

 

Gekommen vom Osten:

Kinder toben ihre

Wilden Spiele auf

Naßschwerem Sandgrab

 

Schreibtränen aus Westen

Der Flaschenpost vertraut:

Selle beweint den

Krebstod der Oma

 

Gedächtnis im Norden:

Dankworte zum Abschied

Treu erneuert am

Jahrtag des Todes

 

Schwarzwinter im Süden:

Dem bleimüden Gewicht

Lähmender Schwermut

Schließlich erlegen

 

 

LICHT-INSEL

 

Heller Sonnenschein

Erwärmt die Luft. Der Himmel

Strahlt Freude ins Herz.

 

Licht,

Liebes Licht

Durchbricht dunkelste Wolken,

Belebt kräftig die Insel,

Licht!

 

Untergang, glutrot

Und gleißender Aufgang um

Die sternmilde Nacht.

 

Malte Ewertsson   im Mai 2016

Abendsonne übern Kniep

Das Licht wirft Schatten auf meiner Hand
langsam geht unter die Sonne am Strand.

Mein Blick zum Horizont ist weit
in mir ein Gefühl ganz ohne Zeit.

So komm ich an auf meiner Insel
in mir gemalt wie ein Bild ohne Pinsel.

Ich arme tief, ich atme ein
ich bin da – hier will ich sein.

ANGEKOMMEN….

Gudrun Krüßmann, Ostern 2016

inselleben

gischtende brandung
wind von see
barfuß über feuchten sand

tagträumen
gesichter sonnenwarm
mit verschlungenen händen

lachen
unter möwengefiedertem Himmel
dem horizont entgegen

randvollen herzens
schweigen

ganz in dir ruhen!

Dieter Suger, April 2006

Möwe und Mensch I

Möwe, oberhalb des Imbissstands

Schau!
da unten,
da sind Leute,
die sitzen um den
– Tisch.

Ah!
die unten,
die was essen,
ja, doch, die essen
– Fisch.

Ab!
nach unten,
nichts wie runter,
zum Fressen, los jetzt!
– Zisch!

Weg!
von unten,
wie die meckern.
Ist ganz toll dreckig.
– Wisch!

Mensch, unterhalb der Möwe

Von milden Lüften sacht empor gehoben,
die Möwe sanft sich an die Wolke schmiegt.
Wo zärtlich fein der Wind die Schwingen biegt,
da zieht sie lichte, weite Kreise oben.

Der Vogel stürzt herab, beginnt zu toben,
kreischt laut, stibitzt, was auf dem Teller liegt
und flattert damit fort. Die Frechheit siegt.
Der Tisch voll Mist gleicht einem Schweinekoben.

Mein Fisch – mit ihr davon, wie auch mein Traum
vom Fliegen. Doch Erkenntnis greift neu Raum:
Die Möwen können ziemlich viel verschmutzen

und nicht nur lieblich, sondern lästig sein.
Ich hol den Besen, kehr’ dann alles rein,
und Freiheit ist nicht fliegen, aber putzen.

Malte Ewertsson im November 2015

 

InselReich

voll grau
eins
helldunkler
als das andere
schlürft
himmel
meer
und
mehr noch,
weite
.
November 2015! Ki Tavener

A m r u m

Juwel der Nordsee –

wo Sonne, Wolken, Wind,

so manche Sehnsucht stillt!

Der Möwe Schrei über’s weiter Meer –

von würz’ger Kiefern-Waldesluft

umhüllt!

Richard Ebert im Oktober 2015

Amrum

Amrum ist ein Gedicht, Amrum ist ein Lied, aber wir brauchen es nicht neu dichten. Und gesungen wurde es auch schon oft. Was Amrum so liebenswert macht, wird bereits im Öömrang-Lied genau beschrieben. Seine vier Strophen erscheinen auf Steinen, die über die Insel verteilt sind.

Der Wittdüner Stein beschreibt: „huar bi kniip a braanang bromet, / huar a waastwinj ei ferstomet, / iiwag spelet mä det sun,“. Da werden stellvertretend gleich am Eingang zur Insel die heilenden Naturkräfte besungen, nach denen wir uns sehnen, die wir hier im Urlaub erleben wollen, und die uns Erholung verschaffen. Das ist sicherlich ein Hauptgrund, weshalb wir nach Amrum kommen.

Aber Amrum macht noch mehr aus, als seine erfrischende Natur. Auf dem Weg von Nebel nach Norddorf können wir auf dem Stein inmitten der landwirtschaftlich genutzten Fläche lesen: „skraal san ääker lun an fäänen,“. Und meine Bewunderung und Hochachtung gilt den Insulanern, die dafür sorgen, dass die Natur vielleicht zwar karg, aber intakt bleiben darf, so wie sie ist; die auf Golf- und Flugplätze und die damit verbundenen Einnahmen verzichten und stattdessen leben: “rikdum as hir ei tu fun,“.

Die Öömrang-Skuul gehört zur Gemeinde Nebel, auf deren Stein, gleich neben dem Öömrang-Hüs, steht: “Wat a feedern üs ferareft, / läät’s dach sä, dat det ei stareft!“. Und in beiden Häusern wirkt dieser Vers lebendig fort: im Museum erfahren  wir  etwas von Amrums Vergangenheit und in der Schule lebt Amrums Zukunft, seine Sprache und damit auch Identität.  Und ich wünsche Amrum von Herzen, dass seine Menschen und seine Häuser, in denen sie wohnen, der Insel erhalten bleiben, dass nicht  Amrumer Menschen irgendwann in die Fremde ziehen müssen, weil immer mehr Häuser den Fremden gehören. „Jääw wi’t ap, det wiar en skun,“ steht da in Stein gemeißelt.

Beim gemeinsamen Tun in der Küche des Quartiers in Steenodde wurde ich gefragt: Warum eigentlich immer Amrum? – Und meine Antwort darauf, die steht  auch  auf dem dortigen Stein: „trauhaid luket ütj ark wönang,“. Ja, es ist diese „trauhaid“, die inzwischen entstanden ist, und die mich immer wieder hierher führt. Über die Naturkräfte hinaus erlebe ich eine Natürlichkeit und Bescheidenheit der Menschen hier:  Dieses: „iarelk san diar hart an hun / … / arken koon di diar ferstun“ belebt mich genauso wie die mächtige Natur.

Und zum Jahreswechsel singe ich mit euch, auch wenn ich dann fern der Insel bin:
„leew haa’k di, min öömrang lun, leew haa’k di, min öömrang lun.“.

Malte Ewertsson im September 2015

 

Ein Tag am Strand

Durchatmen.
Nordseeluft inhalieren.
Die unfaßbare Weite genießen.
Glücksgefühl pur !

Sonnenschein tanken.
Möwengeschrei hören.
Muscheln sammeln.
Die Zeit steht still !

Spuren im Sand
vom Winde verweht.
Freiheit,
die einem den Kopf verdreht !

Das Glitzern des Meeres.
Barfuß im Sand.
Diese Schönheit der Natur,
das ist wirklich Urlaub pur !

Diese Zeit hier,
die soll nie vergeh`n.
Alles speichern …
und – nächstes Jahr gibt`s ein Wiederseh`n !

Christina Hinz, 23.08.15

 

Weit draußen am Meer!

Hier draußen am Meer! wo bin ich, ich rieche nur Meer, die Möwen kreischen, der Strand ist noch leer, nur wenig Menschen zieht es am Morgen hier her, kein lärmen, kein hasten, nichts riecht und trübt meine Sinne, nur das Rauschen des Meeres und Möwengeschrei, ein Krabbenkutter fischt langsam nahe am Strand vorbei. Der Wind treibt mir den feinen Sand, ja wohl ich hab ihn gar in der Hand. Das gibt es eben nur hier, hier draußen am Meer.

Die Latschen halte ich in meiner Hand, die taugen nix für den feinen Sand.– Laufen,– nein, nein, bummeln tu ich immer am Wasser entlang. Ist es das Rauschen des Meeres oder Pusten vom Wind, meine Gedanken ganz wo anders sind? Ich kann es selbst kaum glauben, und doch ist es wahr, ein Stück Strandholz ruft mir zu, es tut sich gar mit einer Welle erheben, als wolle es gleich anfangen zu schweben. Still blieb ich stehen und lauschte in den werdenden Tag hinein, wie herrlich kann doch am Morgen so ein Strandgang sein.

Aufgeschrieben am 08.08.2015 Max Ganzel

Amrum im friesischen Wattenmeer,
ganz nah bei den Dänen, da gefällt es mir sehr.

Zum Fähranleger gemütlich per Bahn,
von Dagebüll aus weiter die Nordsee erfahrn.

Zwei Stunden und Wittdün kommt schon in Sicht:
Die Insel-Hauptstadt, wer kennt sie wohl nicht…

Das Eiland ist groß, bietet Wälder und Seen,
verträumte Orte sind einfach nur schön.

Per Fahrrad lässt vieles sich besser erkunden,
so sollte man auch mal die Insel umrunden.

Von Norddorf nach Süddorf und umgekehrt –
es lebt sich leicht und unbeschwert.

Ortsname wie Nebel zudem lässt erahnen:
Nicht immer sorgt Sturmwind für wehende Fahnen.

Freizeit genießen bei Meeresrauschen,
Kniepsand erwandern: Wer möchte da tauschen…

 

Manfred Michael im August 2015

Amrum

Ich sitze hier und ganz allein ,weit weg von Dir das tut mir weh. Ich kann nicht zu Dir ich habe kein Geld meine Sehnsucht ist so groß ich vermisse Dich sehr
So mache ich die Augen zu und sehe Dich in ganzer Schönheit Oh mein Amrum.
Ich rieche die Wälder das Watt und die See oh wie gern würde ich sein bei Dir.
Aber irgendwann ich weiß es bestimmt werde ich sitzen im Friesencafe und werde denken oh wie ist das hier schön und ich werde nicht vergessen wie lang der Weg zu Dir wahr . Das ist mein Schicksal mein Weg zu DIR auch wenn er noch solang und steinig ist ich will zu Dir Oh mein Amrum

Dirk Buchholz, Juni 2015

 

 

Kopf ganz leer
Vor laut-er Meer
Wind
hatte LiebesMacht
im Haar
Lippen
sind gesandet
und
weit mehr
noch
die Augen

Kirsten Tavener, Juni 2015

 

Die Möwe

Vor mir auf dem Sand
ein kleiner Möwenschwarm
mein Weg am Meer führt hindurch

Ich gehe langsam darauf zu
behutsam und still
dennoch
erste Möwen flattern auf
immer mehr
bis dann
alle Möwen im Schwarm
aufgestiegen sind
und kein Vogel noch
am Boden bleibt

Die lebendige Wolke
kreist schwerelos über mir

Ich gehe ein Stück weiter
halte an und
blicke zurück
erste Möwen schweben nieder
immer mehr
bis dann
alle Möwen im Schwarm
niedergesunken sind
und kein Vogel noch
in der Luft bleibt

Der umfassende Schwarm
den alle Vögel bilden
das erst ist – die Möwe

Malte Ewertsson, April 2015

Amrum…..

Rauschende Wellen, Dünengras,
Spuren am Strand. Im Sand, wo ich saß.

Stille im Wald, zwischen den Bäumen,
könnt’ ewig so weiter träumen.

Vogelrufe vom Wattenmeer,
locken, ziehen mich immer wieder hierher.

Monika Burmeister, November 2014

Augen auf beim Wattenlauf…

Gemeinsam wollen wir das Watt erkunden,
habe ganz frei dazu meinen Willen bekundet.
So gehen wir der Sonne entgegen…
Welch neuer Erfahrung werd ich begegnen?

Gedanken überschlagen sich in meinen Kopf
der Wind fährt leicht und luftig dabei durch meinen Schopf
Die Stimmung ist entspannt und heiter
fleißig tragen meine Füße mich immer weiter

Noch lässt der Boden unter mir mich hoffen
doch beim nächsten Schritt sind meine Füße eher Flossen.
Tief sinke ich ein in unergründliche Tiefe
meine Fußsohlen flehentlich nach festem Boden riefen

Ganz tief im Schlick die Muscheln leben
bei jedem Schritt meine Füße beben und sich schnell wieder heben
Denn Muscheln sind nicht rund, sondern spitz und kantig
So bleibt`s nicht aus: die Stimmung kippt und wird „grantig“

Mein Blick schweift voran und sieht nur Weite
darum weiter mit Eifer, so schwank` ich von Seite zu Seite
diesen Schlick irgendwann zu überwinden
Kann nicht beschreiben, was ich dabei empfinde

Schlick und Matsch werden grundsätzlich von mir gemieden
Nun stecke ich mittendrin fast wie getrieben
Doch so ecklig dieser Matsch auch ist
Spür ich daneben tief in mir Humor und Witz

Kaum ist das Mischwatt überwunden
Geht die Herausforderung in die nächste Runde
Das Schlickwatt wartet mit Freude auf uns
Da hätt ich jetzt gerne einen Bus

Doch alles Klagen – Flehen hilt nicht weiter
Voran geht es nur und so versuch ich‘s heiter
Schnell hinter mich zu bringen
Augen zu und durch mir abzuringen

Mit einem großen Schritt ist es vollbracht…

Erlöst geh‘ ich dem Pril auf festen Boden nun entgegen
Ein schönes Gefühl und Freude sich in mir regen
Der Blick übers Watt bei untergehender Sonne
Entschädigt und ist nicht nur für mich die reinste Wonne

Die Gruppe ist sich einig: zurück nur noch über Sand
Wir haben Glück: Der Wattführer Steffen bringt uns sicher zurück an Land
Der Boden unter unseren Füßen nun fest und platt
Dennoch gilt: Augen auf beim Lauf im Watt…

Gudrun Krüßmann, Oktober 2014

Meine geliebte Insel, 
bald dürfen wir dich wiedersehen!
Das Geräusch beim Auffahren auf die Fähre “klack-kalack”. Der typische Geruch nach Salz, Motorenöl….und dann geht es los. Die Sorgen bleiben auf dem Festland und bald schon bist du in Sicht….
Die Fahrt von Wittdün nach Nebel, noch eine Kurve….da ist er, der schönste Leuchtturm überhaupt….Freudentränen, unbeschreibliche Gefühle.
Dann sind wir da, Omas Haus wartet auf uns. Erst die Koffer rein tragen und dann der erste Gang zum Watt. Der Wind, der Gesang der Vögel…dieses wunderbare Licht, Glückseeligkeit, Dankbarkeit.

Und im letzten Jahr durfte ich meinen Mann in der Mühle heiraten. Wie im Märchen, es war ein Traum.
Und allgegenwärtig waren Oma und Opa. Auch wenn sie nicht mehr da sind, sie bedeuten meinem Mann sehr viel. Seine schönsten Kindheitserinnerungen hat er an die Sommerferien bei Oma und Opa in Nebel.
Und so ist es für uns kein Urlaub – sondern ein Heimkommen.

Sei gegrüßt du wunderbares Inselchen, Heimat und Glückseeligkeit. In zwei Wochen sehen wir uns wieder!

Von Martina Renner, August 2014

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Amrumer Fotowettbewerb 2015