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Fahrwasserkennzeichnungen müssen pünktlich vor der Saison gesetzt werden…

Aufmerksame Beobachter des maritimen Geschehens haben sicher schon längst den ehemaligen Tonnenleger des Wasser- und Schifffahrtsamtes Tönning (WSA) „Johann Georg Repsold“ im Seezeichen Hafen Wittdün entdeckt. Als „Lev Taifun“, so wurde das Schiff nach dem Verkauf benannt, wurde für die Monate März-Mai und von Ende Juli und den August dieses Jahres gechartert. „Wir brauchten für die Barkensetzboote, die in Wittdün stationiert sind, ein Begleitschiff, da die Arbeitsboote zwar im offenen Seegebiet agieren, aber laut der Zulassung nicht ohne Begleitschiff dorthin fahren dürfen“, erklärt Außenbezirksleiter Wolfgang Stöck vom WSA. Da sich die bisher aus der eigenen Flotte eingesetzten Schiffe an anderen Positionen in Arbeit befinden, charterte das Amt den ehemaligen Tonnenleger. „Jeweils in den Niedrigwasserwochen, sprich die Wochen, in den die Ebbe am Tag ist, fährt die „Lev Taifun“ von Wittdün aus“.

Pricken stecken

Pricken stecken

Der Außenbezirk Amrum zeichnet für 337 schwimmende Seezeichen auf rund 320 km betontem Fahrwasser verantwortlich. Dabei erfolgt die Bearbeitung, Reparatur und Lagerung der Seezeichen im Tonnenhof in Wittdün. Für die typischen Wattfahrwasser, die sich schon fast bei jeder Tide leicht verändern, werden Pricken und Barken, also Birken Stangen mit nach oben beziehungsweise nach unten gerichteten Zweigen verwendet. In der Regel überleben diese Markierungen der kleinen Fahrwasser den Winter nicht und müssen jedes Jahr erneuert werden. Das geschieht von den sogenannten Barkensetzbooten aus, die eine starke Pumpe an Bord haben, um die Markierungen einzuspülen. Jährlich werden etwa 1800 Stück dieser Stangenschifffahrtszeichen zur Bezeichnung der Wattfahrwasser zwischen den Inseln und Halligen gesetzt.

Wie in jedem Frühjahr gilt es zudem, die im Herbst ausgebrachten Fahrwassermarkierungen im Seegebiet schleswigholsteinische Nordseeküste von der Winterausführung, die auch Eisgang ohne Schaden an teuren Beleuchtungseinheiten überstehen, wieder gegen die mit kompakter Leuchttechnik ausgestatteten Fahrwassertonnen auszutauschen. Für diese Arbeiten wird der im Wittdüner Seezeichenhafen stationierte Tonnenleger „Amrumbank“ eingesetzt. Dessen Mannschaft zeichnet zudem ganzjährig für die Kontrolle und den Austausch der Seewassertonnen zwischen der deutsch-dänischen Grenze und der Eider verantwortlich. Durch den Ausfall des ansonsten in Tönning stationierten Tonnenleger „Triton“, muss die „Amrumbank“ dessen Aufgaben übernehmen und wird zwischenzeitlich in Büsum stationiert, von aus auch die Seezeichen auf der Elbe bearbeitet werden können.

Beide Tonnenleger

Beide Tonnenleger

Der bis 1983 in privater Hand betriebene Vertragstonnenleger “Hildegard”, der Familie Ricklefs aus Steenodde, wurde aus dem Vertrag entlassen und seit dem 1.Januar 1984 übernahm das WSA mit der “Johann Georg Repsold” vom Standort im Wittdüner Seezeichenhafen aus die Aufgaben. Bis November 2011 wurde das am 25. Februar 1964 bei der Hitzlerwerft in Lauenburg vom Stapel gelaufene und 41,45 Meter lange und 8,02 Meter breite Schiff außer Dienst gestellt und Anfang 2012 an die “Innoven GmbH” verkauft. Nach der Überführung von Rendsburg nach Bremerhaven wurde das Schiff auf “LEV TAIFUN” getauft. Auf einer dort ansässigen Werft wurde die Technik überarbeitet und innovativ und energiesparend umgebaut. Daher steht die Abkürzung LEV für “Lowest Emmesion Vessel” im Namensteil des Schiffes. Die Nutzung reicht von Eigennutzung des Eigentümers zu Versuchszwecken über Vercharterung im Zuge der Ansiedlung von Windrädern in der Nordsee, bis hin zu Ausbildungszwecken.

 

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.
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