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52. Sommerausstellung in der Mühle: Vernissage „Kinka Tadsen. Fotografien“

Nach zehn Jahren wieder zu Gast in der Nebeler Mühle:

Kinka Tadsen stellt ihre neuen Fotografien aus. Diesmal in Farbe – kein Schwarz-Weiß. Großflächige schöne Formate und kleine, zierliche Bildstrecken schmiegen sich unter den niedrigen Decken entlang der historischen Wände und zeigen unterschiedlichste Motive Amrumer Landschaft. Fotos zwischen Himmel und Erde. In der heimeligen Mühlenatmosphäre wirken die vielseitigen Aufnahmen, die auf Alu Dibond oder Leinwand gezogen sind, schlicht und angenehm unprätentiös. Sie lockten schon am ersten Ausstellungstag mehr als einhundert Besucher in die Mühle und sind dort noch bis zum 26. August zu sehen.

Kinka Tadsen mit Mutter Monika

Kinka Tadsen mit Mutter Monika

„Die Fotos entstanden fast alle in den letzten zwei Jahren, einige speziell in Vorbereitung auf diese Ausstellung“, erzählt die Fotografin, die vielen auch als Reporterin für AmrumNews oder den Inselboten bekannt ist und sich mit ihrem Fotostudio „Knipskasche“ einen Namen als Hochzeitsfotografin gemacht hat. Inselfriesisches Understatement! „Knipskasche“ ist nämlich Öömrang (Amrumer Friesisch) und heißt schlicht Fotoapparat.

Zurückhaltung – das zeichnet Kinka Tadsen auch stilistisch als Fotografin aus und spiegelt sich wider in ihrem fotografisch-künstlerischen Blick auf die Amrumer Strandlandschaften, mit dem sie die phänomenalen Wechselspiele des Lichtes zwischen Himmel, Meer und Strand einfängt. Sie möchte Farben und Licht realistisch wiedergeben, so wie sie die Landschaft unmittelbar gesehen hat und beschränkt sich deshalb in der digitalen Nachbearbeitung auf die Merkmale klassischer Filmentwicklung, die noch Bestandteil ihrer Ausbildung in Bad Oldesloe war.

Tolle Nachtaufnahmen...

Tolle Nachtaufnahmen…

Natürlich sei auch die Technik wichtig,; für diese Ausstellung – ganz in Farbe – hat sie Neues gewagt; doch vor allem komme es auf den richtigen Blick an, erklärt die vom großen Ansturm auf ihre Vernissage freudig überraschte Fotografin. Die Gelegenheit für ihre Landschaftsaufnahmen ergebe sich oft, wenn sie mit ihrer schweren, großen Kameraausrüstung am Kniepsand die Vorbereitungen für ihre Hochzeitsaufnahmen treffe.

Als ein herausragendes Beispiel dafür empfinde ich die helle, großflächig auf Leinwand gezogene Fotografie mit dem schlichten Namen „Kniep-Spiegelung“. Wie sich da – quasi am Wegesrand des Hochzeitssettings – Himmel und Wolken in dem unscheinbaren Priel vor der Dünenkante zeigen, ist einfach wunderbar und lässt erahnen, was Kinka meint, wenn sie in ihrer kleinen Ansprache beinah beschwörend formuliert: „Augen auf! Sehen, sehen, sehen!“

Viel Betrieb zur Eröffnung...

Viel Betrieb zur Eröffnung…

Die wunderschöne Bildstrecke „Sternenhimmel“, die bei einem nächtlichen Streifzug mit der Kamera entstand, und weitere dieser besonderen Frühjahrsfotografien, von denen einige am 1. März in AmrumNews veröffentlicht wurden, hatten bereits online für große Begeisterung gesorgt und sind jetzt auch in der Mühle zu bestaunen.

Leider ist es schier unmöglich, hier alle Fotos zu beschreiben. Gehen Sie in die Ausstellung und machen Sie sich selbst ein Bild. Es lohnt sich!

Aber lassen Sie sich von den roten „verkauft“ Punkten auf einigen Exponaten nicht abschrecken: Fotografien kann man reproduzieren…

Schwierig könnte es allerdings werden, noch ein Exemplar der limitierten Auflage des Mühlen-Kalenders zu bekommen, den die Fotografin am Sonntagvormittag als Überraschung präsentierte: Auf ihrem täglichen Weg mit den Hunden hatte sie die Nebeler Mühle im Jahreslauf immer wieder fotografiert und überreichte Lennard Langfeld nun anlässlich ihrer Vernissage das erste Exemplar.

Sie freue sich wirklich sehr über die Einladung des Amrumer Mühlenvereins, in der Nebeler Mühle auszustellen, sagte Kinka und bedankte sich in ihrer liebenswürdigen Art bei allen, die zur Eröffnung gekommen waren.

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Über Astrid Thomas-Niemann

Astrid Thomas-Niemann ist gelernte Schifffahrtskauffrau sowie studierte Sprach- und Erziehungswissenschaftlerin. Sie hat viele Jahre als Schifffahrtsanalystin gearbeitet und lebt seit 2015 in Wittdün. Als junge Frau kam Astrid 1981 das erste Mal auf die Insel und besuchte auf Zeltplatz II die Niemanns aus Hamburg, die Amrum seit 1962 urlaubsmäßig die Treue halten, inzwischen bereits in der 4. Generation.
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