Die Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum erweitert ihre Flotte um ein neues Geschäftsfeld. Mit der 89 Meter langen „INSEL FÖHR“ setzt die Reederei erstmals auf einen Shortsea-Frachter und verbindet dabei langfristiges Investment mit moderner, verbrauchsarmer Technik. Doch bevor das Schiff im Nord- und Ostseeraum unterwegs sein wird, steht noch eine besondere technische Ausrüstung an.

Neuer Geschäftszweig für die W.D.R.
Die Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum GmbH (W.D.R.) hat mit der MS „INSEL FÖHR“ erstmals einen Shortsea-Frachter in ihre Flotte aufgenommen. Das in China gebaute Schiff tritt eine siebenjährige Charter an.
Gebaut wurde die MS „INSEL FÖHR“ bei Jiangsu Dajin Heavy Industry Co. Ltd. in China. Dort übernahm die W.D.R. den Neubau. Nach einer mehrwöchigen Reise erreichte das Schiff am Montag die kanarische Insel Las Palmas. Am Freitag wird es den Hafen von Lissabon ansteuern.
Nach der Überführung nach Europa wird der 89 Meter lange Frachter eine siebenjährige Zeitcharter bei der Baltic Shipping Company A/S mit Sitz in Kopenagen antreten. Eingesetzt wird das Schiff unter dem Charternamen MS „BALTIC STRENGTH“. Es fährt unter der Flagge Madeiras. Das nautisch-technische Management übernimmt die Kontor 17 MPM GmbH in Hamburg.
„Mit der ‚INSEL FÖHR‘ ergänzen wir unser bisheriges Geschäft um ein langfristig angelegtes Investment in der Frachtschifffahrt“, sagt W.D.R.-Geschäftsführer Axel Meynköhn. „Dabei war es uns wichtig, in ein modernes und möglichst verbrauchsarmes Schiff zu investieren.“

Optimiertes Design soll Brennstoff sparen
Die „INSEL FÖHR“ basiert auf dem niederländischen „Eco Freighter“-Konzept. Trotz des konventionellen Antriebs ermöglicht das optimierte Schiffsdesign einen gegenüber vergleichbaren Schiffen deutlich reduzierten Brennstoffverbrauch.
Doch dabei soll es nicht bleiben. Die W.D.R. investiert zusätzlich in einen Windzusatzantrieb. In den kommenden Monaten wird die „INSEL FÖHR“ mit zwei sogenannten VentoFoils ausgerüstet. Dabei handelt es sich um senkrecht stehende, flügelartige Windleitsysteme aus Aluminium.
Die technischen Voraussetzungen dafür wurden bereits beim Bau des Schiffes geschaffen. Die erforderlichen Fundamente für die VentoFoils sind bereits vorhanden.
Nach Angaben des Herstellers kann die Nutzung der Windkraft den Brennstoffverbrauch – abhängig vom Einsatzprofil und den jeweiligen Windverhältnissen – um bis zu 20 Prozent weiter reduzieren.
Künftig zwischen Nord- und Ostsee unterwegs
In den kommenden Jahren wird die „INSEL FÖHR“ vor allem im Nord- und Ostseeraum eingesetzt. Das Schiff ist für die sogenannte Trampfahrt konzipiert. Dabei fährt der Frachter nicht auf einer festen Linienroute, sondern wird je nach Bedarf für unterschiedliche Transporte eingesetzt.
Die „INSEL FÖHR“ kann verschiedene Ladungen transportieren. Dazu zählen unter anderem Getreide, Dünger, Kalk, Splitt und Holz.
Damit eröffnet die W.D.R. ein neues Geschäftsfeld. Während die Reederei bislang vor allem mit ihren Fähren für die Verbindung zu den nordfriesischen Inseln bekannt ist, kommt mit dem Frachter nun ein Schiff hinzu, das im internationalen Seeverkehr eingesetzt wird.
Die wichtigsten Schiffsdaten
Die MS „INSEL FÖHR“ wurde 2026 gebaut und gehört zum Schiffstyp General Cargo/Mehrzweckfrachter (MPP).
- IMO-Nummer: 1133907
- Schiffstyp: General Cargo/Mehrzweckfrachter (MPP)
- Baujahr: 2026
- Tragfähigkeit (DWT): 5.200 Tonnen
- Bruttoraumzahl (GT): 3.850
- Laderaumvolumen (Grain): 7.645 Kubikmeter
- Werft: Jiangsu Dajin Heavy Industry Co. Ltd., China
89,98 Meter lang und 15,45 Meter breit
Auch bei den Abmessungen zeigt sich, dass die „INSEL FÖHR“ für den Transport größerer Mengen ausgelegt ist. Das Schiff ist über alles 89,98 Meter lang. Die Länge zwischen den Loten beträgt 88,10 Meter.
Die Breite auf Spanten liegt bei 15,45 Metern, die Seitenhöhe bei 7,40 Metern. Der maximale Tiefgang beträgt 6,20 Meter.
Der Laderaum erstreckt sich über eine Länge von 61,60 Metern. Er ist 12,85 Meter breit und 9,75 Meter hoch. Die Lukenöffnung misst 61,60 × 13,15 Meter.
Damit verbindet der Neubau die für einen Mehrzweckfrachter erforderliche Ladekapazität mit einem auf reduzierten Brennstoffverbrauch ausgelegten Schiffsdesign. Hinzu kommt künftig die Unterstützung durch Windkraft – eine Kombination, mit der die W.D.R. in ein neues Kapitel ihrer Unternehmensgeschichte startet.
Quelle: Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum GmbH
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

