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Sie wehen wieder am Strand von Nebel, die Kunstflaggen

Wer an den Nebeler Strand geht sieht sie schon von Weitem, sie schmücken den Bohlenweg in Richtung Wasser und besonders bei viel Wind trotzen sie mit ihren bunten Farben gen Himmel. Die Flaggen des Kunstverein Amrum, designt und kreiert von sechs Künstlern. Auf die positive Resonanz des letzten Jahres hin, hat sich der Kunstverein wieder den Flaggen zugewandt. Kuratorin in diesem Jahr war Valeska Hageney, die es sich natürlich nicht nehmen ließ persönlich die Flaggen zu hissen. Mit Sonnenschein, einer leichten Briese und begleitet von Kalle Wruck und Philipp Ricklefs, die Gründer des Kunstverein Amrum, wurden die Kunstobjekte am Nebeler Strand „gelüftet“.
Aufstellen der Flaggen

Aufstellen der Flaggen

„Auf viele Menschen üben Flaggen eine Faszination aus. Mit dem Wahrnehmen einer Flagge, stellt sich automatisch die Frage nach ihrer Bedeutung, dem Inhalt des Dargestellten. Sie fordert auf, über ihre Herkunft, im geographischen wie im politischen Kontext, zu spekulieren. Es gibt immer eine Metaebene, die es mittels den dargestellten Attributen und Symbolen zu dechiffrieren gilt. Eine Flagge ist nie einfach nur ein buntes Stück Tuch im Wind! Abstrakt in ihrer Erscheinung, hat sie doch das Versprechen einen tieferen Sinn zu beherbergen. Eine Flagge diente schon immer als Kommunikationsmittel zwischen den Menschen und in dieser Eigenschaft liegt für uns eine Analogie zur bildenden Kunst. Vergleichbar mit der Betrachtung eines Kunstwerks, muss bei dem Betrachten einer Flagge über das rein visuell Wahrnehmbare hinaus gedacht werden. Diese gemeinsame Schnittstelle macht es für den Kunstverein Amrum interessant, Künstler aufzufordern, sich mit dem Objekt Flagge zu beschäftigen. Welche Konzeption bzw. welchen Charakter die einzelnen Exemplare annehmen, ist den Künstlern überlassen. Lediglich die maximale Fläche und eine rechteckige Form werden vorgegeben.

Bei Wind zu betrachten...

Bei Wind zu betrachten…

Die öffentliche Präsenz am Strand und die natürliche Neugierde der Badegäste versprechen eine direkte Erweiterung der Auseinandersetzung der Gesellschaft mit zeitgenössischer Kunst außerhalb der gängigen White Cubes bzw. anderen Kulturinstitutionen, welches ein grundlegendes Anliegen des Kunstverein Amrum ist,“ erläutert Philipp Ricklefs und ergänzt: „Die ganze Sommersaison über sind die Flaggen „on display“. Den Elementen über den Sommer ausgesetzt, findet bei den Kunstwerken ein Transformationsprozess statt, der den neuen Industrieprodukten über die Zeit, im stetigen Verfall begriffen, eine Aura des Gebrauchsobjekts verleiht. Das Ende der Ausstellung, und damit die Finissage, stellt das Einholen der verschlissenen Überreste der Arbeiten im Herbst dar. Die Flaggen sind darüber hinaus in ihrer druckfrischen Variante als Edition konzipiert und können über den Kunstverein erworben werden.“

Die Künstler des diesjährigen Flaggenprojektes sind : Cornelia Baltes // Edouard Baribeaud // Norbert Bisky // Amelie Grözinger // Caroline Kryzecki // Ralf Ziervogel
Näheres über die Künstler und weitere Projekte des Kunstverein Amrum ist über die homepage zu erfahren :www.kunstverein-amrum.de
Kinka Tadsen/Philipp Ricklefs
Fotos: Sandra Hermannsen
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Über Kinka Tadsen

Kinka Tadsen erblickte 1972 in Hamburg das Licht der Welt. Aufgewachsen ist sie dann auf Amrum. Abitur hat sie auf Föhr gemacht und sich für eine Fotografenlehre in Bad Oldesloe entschieden. Fotografen- und Lebenserfahrung hat sie in der großen weiten Welt auf diversen Kreuzfahrtschiffen als Bordfotografin gesammelt. 2003 folgte dann die Rückkehr nach Amrum. Seit 2008 gehört sie als freie Journalistin zum Amrum-News Team.
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