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„Denk ich an Amrum…“  Klänge, Worte und Videobotschaften

Am vergangenen Freitagabend lud der Förderverein der Fachklinik Satteldüne zu einer Benefizveranstaltung ins Norddorfer Gemeindehaus ein.
Sarah Iwersen, erste Vorsitzende des bereits 2011 gegründeten Fördervereins, begrüßte die zahlreich erschienen Gäste, und berichtete eingangs über die Aufgaben und Ziele der Fachklinik.

Sarah Iwersen begrüßte die zahlreich erschienen Gäste

Sarah Iwersen begrüßte die zahlreich erschienen Gäste

Behandlungen der Haut, Atemwege, sowie Übergewicht und Mukoviszidose sind Spezialgebiete für ca. 2000 Kinder und Jugendliche pro Jahr aus allen Regionen Deutschlands, die hier geboten werden.
Der Förderverein will diese Aufgaben und Ziele unterstützen, Angebote erweitern, Anschaffungen tätigen, materielle Hilfen für sozial Benachteiligte anbieten, und vieles mehr.
Iwersen kündigte den Besuchern nun einen „bunten Blumenstrauß“ aus musikalischem Genuss und Videobotschaften von „typischen Amrumern“ an, und begrüßte mit dem Publikum herzlich das Sylter Blechbläserensemble unter der musikalischen Leitung von Organist und Kantor Martin Stephan.

Das Ensemble besteht aus Mitgliedern passionierter Laienmusiker aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen. Klinikdirektorin der Fachklinik Saskia Louwers, selbst an der Trompete, stellte das heutige Ensemble vor. Holger Burmester (Tuba), Erhard Stern (Posaune), Martin Stephan (musikalischer Leiter, Organist, Horn/Trompete), Jörn Engert (Horn/Arrangeur vieler Musikstücke), Robert Platt (Trompete). Ebenso führte Louwers durch Programm, und nahm das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte, mit Werken von der Klassik bis hin zum Lateinamerikanischem Tango.
Der erste Teil wurde eröffnet mit dem Stück „Intrade“ von Melchior Frank, gefolgt von „Sommerpsalm“ von Waldemar Ahlen.
Die erste Videobotschaft gestalteten junge Patienten der Fachklinik. Fünf 10 bis 12 jährige erzählten, woran sie denken, wenn sie an Amrum denken. Und da waren sie sich alle einig, ob sie das erste Mal oder schon öfter auf der Insel waren – Meer, Dünen, Sand, Leuchtturm, Watt und die Sonnenuntergänge sind für sie die wichtigsten Dinge von Amrum.
Nebels Bürgermeister Bernd Dell-Missier zeigte dem Publikum seinen Lieblingsplatz, den „Kanonenberg am Hexenwald“, dort wo er als Kind oft spielte und sich gern daran zurückerinnert. Ihm ist der Erhalt der einzigartigen Inselnatur ein großes Anliegen. Der Amrumer Künstler Kai Quedens beschrieb das Teehaus Burg in Norddorf, wo er sich als junger Student etwas Geld dazuverdiente, und sogar Richard von Weizsäcker zu seinen Gästen zählen durfte. Seine schönste Erinnerung ist aber das Kennenlernen seiner großen Liebe, just an diesem Ort.
Wellem Peters, Inhaber der „Seekiste“ in Nebel berichtete von der Verwirklichung seines Traumes ein eigenes Lokal auf Amrum zu führen, welches er heute noch mit Herzblut betreibt. Peters las eine Anekdote aus alter Zeit, die die Besucher zum schmunzeln brachte.
Umrahmt wurden in diesem Teil die Botschaften vom Bläserensemble mit Stücken von Mendelssohn-Batholdy, Händel und anderen Meistern der Klassik.

...ein leises „schööön“ aus den Zuschauerreihen

…ein leises „schööön“ aus den Zuschauerreihen

In der Pause hatten die Besucher die Möglichkeit, sich bei einem Gläschen Wasser, Sekt oder Wein zu unterhalten, und selbst den einen oder anderen Gedanken „Denke ich an Amrum, dann…“ auszutauschen.
Nach musikalischer Eröffnung des zweiten Teils kamen nun die 8-10 jährigen Patienten der Fachklinik Satteldüne zu Wort: „Wenn ich an Amrum denke, dann denke ich an Fussball spielen, den tollen Spielplatz der Satteldüne, Schätze finden, Sport, klettern und toben“. So die einhellige Meinung der jungen Menschen: Amrum, die beste Insel!
Weiter ging es mit dem Leuchtturmwärter Helmut Bechler. Ihm liegt Amrums Natur am Herzen, und jeden Morgen, wenn er den Leuchtturm aufschließt, genießt er den Blick über das Meer und seinen endlosen Sandstrand. „Hier gehe ich nicht mehr weg“ sagt Bechler schmunzelnd.
Auch Pastor Hildebrandt, seit einigen Jahren auf Amrum als Inselpastor tätig, genießt Amrum mit seiner zauberschönen Landschaft, in der man zu sich selbst findet.
Die letzte Videobotschaft wurde von Ute Feddersen-Hansen vorgetragen. Seit vielen Jahren auf Amrum „sesshaft“ geworden, ist sie aktiv mit dem Inselleben verbunden. Tätig als Lehrerin an der Fachklinik Satteldüne in der Dünenschule empfindet sie das Leben auf Amrum als Geschenk hier leben und arbeiten zu dürfen. „Durchatmen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein“, so ihre Worte. Ihr Hobby wurde das Tanzen in der Amrumer Trachtengruppe, das Pflegen der alten Tradition. Ein Video eines Tanzes der Trachtengruppe konnten die Besucher als Abschluss der Videobotschaften genießen.
Das Bläserensemble füllte den zweiten Teil mit weiteren musischen Werken, unter anderem von Poulenc, Brahms und Velàzquez. In der Stille zwischen den Stücken hörte man ein leises „schööön“ aus den Zuschauerreihen. Und ja, es war einfach schön!
Erste Vorsitzende Iwersen bedankte sich abschließend bei allen Mitwirkenden, Organisatoren, Unterstützern und Spendern, und lud herzlich dazu ein, die Fachklinik gern zu besuchen um sich weiter über die Arbeit des Fördervereines zu informieren.
Ein besonderer Dank ging an die Jugendlichen der Technik-AG der „Öömrang Skuul“, die mit Regisseur Wolfgang Fastenrath die Videobotschaften gefilmt und die Leitung des technischen Ablaufes des Abends inne hatten.
Ein begeisterter Applaus folgte am Ende für das Blechbläserensemble, das sich seinerseits mit Zugaben bei ihrem Publikum bedankte, und somit ein gelungener Abend seinen Ausklang fand.

Susanne Jensen für Amrum-News

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