Ministerpräsident Daniel Günther zu Besuch auf dem Hof Martinen …


Rundgang über den Hof

Das war ein sehr besonderer Tag für Familie Martinen, denn der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Daniel Günther besuchte den Hof der Familie auf Amrum. Mit diesem Besuch kam der Ministerpräsident der Einladung von Oke Martinen nach, die bereits etwas über ein Jahr zurückliegt.

Im Februar 2020 berichtete der Amrumer Landwirt Oke Martinen in seinem Vortrag auf dem Kreisbauerntag, an dem auch der Ministerpräsident teilnahm, über die zunehmende Gänsepopulation und die massiven Schäden durch Gänsefraß. Nach Schätzungen des Schleswig-Holsteinischen Bauernverbandes kommt es dadurch jährlich zu acht Millionen Euro Verlusten in der Landwirtschaft. Die unter Naturschutz stehenden Nonnengänse bedrohen nicht nur die Existenz des jungen Landwirtes Oke Martinen, sondern auch die vieler weiterer Landwirte an der Westküste, denn die Anzahl der Gänsepopulation steigt jährlich um 10 %. Um sich persönlich ein Bild der Lage zu machen reiste der Ministerpräsident am gestrigen Mittwoch auf die Nordseeinsel. Der Kreisvorsitzende des Bauernverbandes Südtondern Wolfgang Stapelfeldt freute sich, dass dieses Treffen heute stattfinden konnte und begrüßte den Ministerpräsidenten sehr herzlich. Begleitet wurde Daniel Günther vom Landrat Florian Lorenzen, sowie dem Kreispräsident Manfred Ueckermann und vielen weiteren Kommunalpolitikern.

„Es ist wichtig, dass wir miteinander ins Gespräch kommen, das ist auch die Idee dieses Besuches. Es wird nicht so einfach sein das Problem zu lösen, es gibt mehrere Facetten. Ich möchte deutlich machen, dass wir ein Interesse daran haben, dass Landwirtschaft auf den Inseln weiter stattfindet und es möglich ist, dass diese hier eine Zukunft hat. Da haben wir auch eine Verantwortung als Politik und das ist der Grund meines Besuches”, betonte Günther. Beim heutigen Ortstermin war es Oke Martinen wichtig, dem Ministerpräsidenten nicht nur die Schäden durch den Gänsefraß aufzuzeigen, sondern auch im Gespräch nach Lösungen zu suchen. Wichtig war es dem jungen Landwirt aber auch, seinen Betrieb zu präsentieren um einen Eindruck zu vermitteln, was er bisher alles erreicht hat und wohin der weitere Weg des Betriebes, den er gemeinsam mit seinem Vater Irk Martinen betreibt, führen soll. Nach einem deftigen Mittagessen inklusive eines süßen Nachtisches in der großen Scheune folgte eine Hofführung. Begleitet von Fernsehteams wie RTL, SAT1 und dem NDR, sowie Vertreter*innen der Presse erklärte Oke Martinen dem Ministerpräsidenten die Problematik des Gänsefraßes und erläuterte die Zusammensetzung der hohen Kosten, die die bisherigen Vergrämungsmaßnahmen im Verlauf verursacht haben.

Verabschiedung vom Ministerpräsidenten …

„Bereits 10.000 Euro haben wir für Vergrämungsmaterialien ausgegeben, und wirklich alles ausprobiert. Am Ende haben wir es aufgegeben, weil die Gänse sich an alles gewöhnt haben. Sie fressen bis 50 Meter vor dem Stallgebäude alles weg. Auch unser Roggenertrag ist in den letzten acht Jahren um 75 % eingebrochen. Es muss auf jeden Fall etwas passieren, denn die monetären Verluste steigen jährlich und unsere Ressourcen sind aufgebraucht.”, so Oke Martinen. Aufmerksam folgte der Ministerpräsident den Erläuterungen des Amrumer Landwirts. „Ich glaube wenn man sich das hier anguckt merkt man, über Entschädigung alleine wird es nicht gehen. Über Jagdrechtsausweitung wird es wahrscheinlich auch alleine nicht gehen, sondern es bedarf einer ganz vielfältigen Kulisse an Maßnahmen. Durch andere Betriebsbesichtigungen ist mir die Gänsefraß-Problematik vertraut und die Reduktion der Erträge auf 25 % ist eine erhebliche Einschränkung. Es ist mir gut vor Augen geführt worden, dass dies ein Problem ist, welches wir zu lösen haben”. Es gibt zu nutzende Spielräume und diese nehme er mit in die Landesregierung. “Darüber müssen wir uns abstimmen”, versprach Ministerpräsident Günther, der sich herzlich bei Familie Martinen für die Gastfreundschaft und beim Bauernverband für die Organisation dieses Treffens bedankte.

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Über Susanne Jensen

Susanne Jensen wurde 1965 in Hamburg geboren. In Appen bei Pinneberg aufgewachsen, kam sie nach der Erzieherausbildung 1985 auf die Nordseeinsel. Die Mutter von zwei heut erwachsenen Söhnen arbeitete anfangs einige Jahre in der Fachklinik Satteldüne und war dann von1992 bis 2016 als Erzieherin in den Kindergärten Wittdün und Nebel beschäftigt. Nun ist Susanne wieder tätig als Erzieherin in der Fachklinik Satteldüne.

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