Vier Wochen Tourismus mit/trotz Corona …


Hohe Frequenz von Anreisen …

Als am 1.Mai endlich wieder Urlauber nach Amrum kamen, lagen die Gefühle bei Einheimischen und Urlaubern zwischen Hoffen und Bangen.  Wie reagieren unsere Gäste auf all die Einschränkungen, kann man unter den gegebenen Randbedingungen überhaupt entspannt Urlaub machen? Wird es zu vermehrten Corona Infektionen kommen, wenn so viele zusätzliche Menschen aus vielen verschiedenen Regionen Deutschlands und auch aus dem Ausland auf die Insel kommen?   Die einheimische Bevölkerung musste sich auch erst einmal wieder daran gewöhnen, so viele Menschen, um sich zu haben. In den vergangenen Monaten war es sehr ruhig auf der Insel, Abstand halten war kein Problem, es ergab sich von selbst.

„Es gab nur einige wenige positiv getestete Urlauber, die dann umgehend wieder abgereist sind,“ so Dr. Claudia Derichs, „zurzeit gibt es keinen Corona Fall auf Amrum. Bei all den erfolgten Schnelltests, die inselweit durchgeführt wurden, gab es durchschnittlich etwa einen positiven Schnelltest pro Tag, bei dem wir dann einen PCR Test durchführten. Bei der hohen Anzahl ist das erfreulich wenig. Dieses ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass alle neu anreisenden Urlauber einen Test vorweisen müssen, der nicht älter als 48 Stunden ist.“ Wie Dr. Claudia Derichs weiter mitteilt, geht es mit den Impfungen der Amrumer sehr gut voran. Weit über die Hälfte der Amrumer Bevölkerung wurde bereits das erste Mal geimpft. Einheimische, die noch nicht geimpft worden sind, können sich jetzt bei den Inselärzten melden und einen Termin vereinbaren. „Auch wenn die Anzahl der Geimpften täglich zunimmt und die Fallzahlen momentan gering sind, ist es wichtig, dass wir uns weiterhin an die Hygiene-Regeln halten,“ so Claudia Derichs.

Tolle Sonnenuntergänge wieder für Alle möglich …

In der Gastronomie hat sich die gute Vorbereitung zur Modellregion bestens bewährt. „Unsere Gäste sind sehr zufrieden und dankbar, wieder ein Restaurant besuchen zu dürfen. Für die meisten ist der Restaurantbesuch im Urlaub der erste seit vielen Monaten. In den meisten Bundesländern beginnt man erst jetzt wieder mit der Außengastronomie. Gerne nimmt man in Kauf, dass ein Test vorliegen muss, der nicht älter als 24 Stunden ist“, so Sonja Oppermann vom Restaurant Likedeeler in Steenodde. „Es ist für unser Team natürlich ein deutlich höherer Aufwand und auch sehr personalintensiv, das umfangreiche Hygienekonzept anzuwenden. Leider ist es zurzeit sehr schwierig, zusätzliches Personal für die Gastronomie zu finden“.

Auch für die Amrumer Vermieter ist der Aufwand zurzeit deutlich höher. „Ich benötige sehr viel mehr Zeit zur Kommunikation mit den Gästen, bis jeder verstanden hat, unter welchen Bedingungen ein Urlaub auf Amrum möglich ist,“ so eine Wittdüner Vermittlerin mehrerer Ferienwohnungen, „die administrativen Arbeiten erfordern so manche Spätschicht. Die Gäste sind aber freundlich und dankbar, hier Urlaub machen zu können“.

Amrum News bat Tourismus Chef Frank Timpe um ein erstes Feedback nach den ersten vier Wochen Tourismus mit/trotz Corona

Herr Timpe, wie fällt ihr Feedback nach vier Wochen Tourismus nach dem langen Lockdown aus?

„Wir alle sind erleichtert und dankbar wieder Urlauber auf der Insel begrüßen zu dürfen.  Der für viele etwas holperige Start im Rahmen der Modellregion war eine gute Generalprobe, für die dann ab dem 17. Mai weitergehenden Öffnungen.  Hievon konnten dann auch die Betriebe profitieren, die sich anfänglich nicht an der Modellregion beteiligt haben.

Gibt es schon erste Rückmeldungen?

Die Stimmung ist sowohl bei den Gästen als auch bei den Gastgebern sehr gut. Teste und Hygienemaßnahmen sind zur Routine geworden und die Urlauber fühlen sich nicht sonderlich dadurch beeinträchtigt. Ganz im Gegenteil, viele sind dankbar, dass so viel getestet wird, sie fühlen sich dadurch deutlich sicherer. Natürlich sind die zusätzlichen Hygienemaßnahmen für die Vermieter und Gastronomen ein nicht unerheblicher zusätzlicher Aufwand.

War die Teilnahme an der Modellregion richtig?

Auf jeden Fall. Auch wenn der doch sehr zügige Start nach der Ankündigung ein Sprung ins kalte Wasser war, ist es besser gelaufen als viele befürchtet haben. Wer konnte sich am Anfang schon vorstellen, dass die vielen geforderten Teste überhaupt bewältigt werden können? Die Initiative der Amrumer mit der Bereitstellung von Testeinrichtungen und die perfekte Organisation der Durchführung ist sicherlich ein wesentlicher Faktor für diesen Erfolg gewesen.  Das von einigen erwartete Chaos ist ausgeblieben, nicht zuletzt durch das Engagement der Vermieter und Gastronomen, es trotz anfänglich vieler offener Fragen zu versuchen. Der Dank unserer Gäste, nach all den Wochen im Lockdown wieder Urlaub machen zu dürfen, zeigt eindeutig, dass es richtig war, an der Modellregion teilgenommen zu haben.

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Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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