Heiße Diskussion um Heizungsblut …


Ca. 20 Zuscher*innen besuchten die Informationsveranstaltung

Was ist Heizungsblut? Heizungsblut ist eine Wärmeträgerflüssigkeit, die den Frostschutz gewährleistet und laut Herstelleraussage bis zu 27% Energie und damit auch CO2 einspart. Diese Flüssigkeit wird anstatt des üblichen Wassers in den Heizkreislauf eingefüllt.

Darüber haben sich die Amrumer Stefan Theus und Wolfgang Stöck informiert und die Firma LMP – Umweltprojekte zu einem Vortrag auf Amrum eingeladen.

Am 26.10. um 19.00 startete die Veranstaltung mit einer kurzen Begrüßung durch Wolfgang Stöck, der gleich das Wort an Norbert Lübbke – Dipl. Wirtschaftsing. – weiter gab. Dieser stellte mit Hilfe eines kurzen Videos und verschiedener Grafiken die Arbeitsweise von Heizungsblut vor.

Unter den ca. 20 Zuhörer*innen waren einige Heizungsbaumeister, die natürlich von Berufs wegen  sehr an dem Thema interessiert waren. So dauerte es nicht lange, bis die ersten kritischen Fragen gestellt wurden. So ging es um Themen wie hydraulischen Abgleich, Vorlauftemperaturen, Energieeffizienz, Gewährleistung, Bafa Förderung und so weiter. Das ganze bewegte sich oft in einem Bereich, bei dem die Mehrzahl der Zuhörer nicht bis ins letzte Detail folgen konnten. Also eine äußerst technische Diskussion.

Auch gab es ein regelrechtes Tauziehen zwischen Aussagen wie “unser Produkt wird vom der BAFA gefördert”, was die Heizungsfachleute im Publikum bezweifelten. Oder es gibt Gewährleistung oder nicht, beziehungsweise die Garantie entfällt. Für den Zuhörer natürlich schwer nachvollziehbar was jetzt den Tatsachen entspricht.

Auch die entstehenden Kosten wurden genannt und diskutiert. 1 l Heizungsblut kostet zehn Euro. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus hat circa 200 Liter Wasser im Heizkreislauf. Also 2000 € für das Heizungsblut plus natürlich Kosten für den Installateur der den Wechsel vornimmt.

Norbert Lübbke erklärt Tabellen und Grafiken

Norbert Lübbke stellte im weiteren Verlauf des Abends ein Modellhausprojekt vor, in dem zwei identische Häuser nebeneinander betrieben wurden. Das eine Haus mit Heizungsblut, das andere Haus mit Wasser. Von den Zählerständen konnte man die unterschiedlichen Verbräuche und die Einsparungen durch das Heizungsblut in einer Tabelle ablesen. Inwieweit das wissenschaftlich fundiert ist, war nicht so ganz klar und wurde auch seitens des Publikums bezweifelt.

Ein Heizungsbaumeister aus dem Publikum erklärte, dass eine deutliche Energieeinsparung auch durch einen hydraulischen Abgleich und der Optimierung der Vorlauftemperatur zu erreichen sei. Dazu bräuchte man kein Heizungsblut.

Fazit des Abends: immer wieder schwer nachvollziehbare Diskussion zwischen Fachleuten.  Nach einer längeren Diskussionsphase sind dann die meisten Zuschauer aufgestanden und haben die Räumlichkeit verlassen. Zunehmend genervt über die Diskussionen klappte auch irgendwann Norbert Lübbke sein Laptop zu und beendete damit den Abend.

Kommentar eines Zuschauers: „Schade um die Zeit“.

Wolfgang Stöck und Stefan Theus, die diesen Abend organisiert haben, hatten sich bestimmt mehr versprochen. Mit Sicherheit hatten sie den guten Vorsatz eine umweltschonende Technologie auf die Insel zu bringen. Das ist an diesem Abend aber sicherlich nicht gelungen.

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

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