Den Wolken zum Trotz – Sternstunde mit Crazy Horst in der Maus …

Perfekt aufeinander eingespielt

An diesem Abend war der Begriff Sauwetter noch milde ausgedrückt. Draussen schüttete es, drinnen in der gut gefüllten Maus dampfte es wie nach dem Aufguss und feuchte Jacken verstärkten die Duftnote nasser Nordseesommer, was der Laune im Publikum aber keinen Abbruch tat. Nur die drei Horste sahen reichlich blass aus. Die Nacht davor waren sie bereits in der Maus versackt, und zwei Abende davor hatten sie auch schon gespielt – Rock ´n Roll hört eben nie auf, und das ist gut so.

Und es braucht gerade mal zwei Songs, und sie sind wach und da – und wie! Schon beim Start mit dem Element of Crime Klassiker An Land zeigt sich: Der Sound ist – Entschuldigung – geil, warm und rund. Georg Himmelblau spielt wie immer barfuss, oder wie er es nennt in „Addidas Rio Reiser“, und auch sonst fühlt sich die Band sichtlich zuhause. Hexe, Claas und andere vertraute Gesichter im Publikum tun das ihrige dazu, und beim dritten Song Na, wie geht et hören auch die Neuzugänge auf zu schnacken und widmen ihre ganze Aufmerksamkeit der Bühne.

Ein gelungener Abend macht auch den Wirt glücklich

Crazy Horst nehmen dieses Mal Tempo raus und packen dafür noch mehr Leidenschaft rein. Felix lange Finger erklettern ein Gitarrensolo nach dem anderen und die Beats von Doc Ollyday geben dem Ganzen eine Sattheit, die einfach Spass macht. Die mittlerweile nicht mehr ganz neue Neubesetzung ist wunderbar eingespielt. Man muss auch gönnen können, und das können sie. Spätestens beim bewusst schiefsten Gitarrensolo, das die Maus je hören musste, ist klar – das kann man nur, wenn man es wirklich kann. „Felix, ich will ein Kind von Dir!“ krakeelt es aus dem Publikum, was Sänger Georg Himmelblau mit einem trockenen „Guck mal Draußen, da muss noch eins stehen“ kontert.

Dann kommen die leisen Töne mit dem selbstkomponierten Niebüll, in dem Georg singt: „Anderswo ist es wie hier, hier ist es so wie da, ich fahre ich fahre, ich fahr“. Und drei Minuten lang sitzen wir alle im DB Abteil mit Blick auf die Mäuse zwischen den Gleisen. Danach Regen – ein Liebeslied, und im Publikum gucken wir uns an und merken: Das hier ist wirklich einfach nur schön. Und eigentlich ist es mehr als das. „Ihr ward noch nie so gut wie heute!“ brüllt jemand von der Bar. Und auch der nächste Element of Crime Song Kaffee und Karin klingt wie schon An Land fast besser als das Original. Richtig laut können die drei natürlich auch. Eine attraktive Frau aus der ersten Reihe blickt verklärt Richtung Georg Himmelblau und singt „Ich hab Uran im Urin“. Das muss man auch erstmal bringen.

Crazy Horst Fans – the next generation

Mitten im Refrain bricht eine Gruppe junger Urlauber herein und grölt textsicher den Rest des Songs mit. Crazy Horst Fans the next generation. Sie tanzen sich zur Bühne durch, und Wirt Jani schmeisst schnell die CD mit dem Song ein, damit sich die Live-Besetzung unauffällig vom Acker machen kann. Draußen vor der Maustür, beim obligatorischen Ausklingen sind sich alle einig, es war ein fantastischer Abend. Wer dabei war, war dabei. Und, Element of Crime…falls ihr mal nach Amrum kommt, zieht Euch warm an. 

Sybille Hasenclever für Amrum-News

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