Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Die 112 setzt eine komplexe Rettungskette in Gang. Die DRF Luftrettung warnt: Ohne bessere Abstimmung zwischen 112 und 116 117 drohen Lücken im System. Was jetzt passieren muss, damit Hilfe noch schneller ankommt.
Warum die 112 Leben rettet

DRF Luftrettung zum Europäischen Tag des Notrufs am 11.2.
Die einheitliche Notrufnummer – wenn jede Minute zählt
- Notrufnummer 112 wählen, wenn es lebensbedrohlich wird
- Eine optimal funktionierende Rettungskette ist entscheidend für das Überleben und die Genesung von Patientinnen und Patienten
- Unser Appell im Rahmen der Notfallreform: Vernetzung von Rettungsdienst und ärztlichem Notdienst beziehungsweise zwischen 112 und 116 117
- Luftrettung bei Dunkelheit ausbauen, Digitalisierung in der Notfallrettung vorantreiben
Im Ernstfall zählt jede Minute – wer die Notrufnummer 112 wählt, rettet potenziell ein Leben. Darauf soll der heutige Europäische Tag des Notrufs aufmerksam machen, denn die Notrufnummer 112 ist in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union einheitlich. Bei einem Anruf in Deutschland lösen die angeschlossenen Integrierten Leitstellen eine Kette von geeigneten Rettungsmaßnahmen aus, in bestimmten Fällen auch den Einsatz eines Rettungshubschraubers. Insbesondere bei potenziell lebensbedrohlichen Krankheits- oder Verletzungsbildern lassen sich die Überlebens- und Heilungschancen deutlich erhöhen, wenn die sogenannte Prähospitalzeit möglichst kurz gehalten wird, also der Zeitraum zwischen dem Eintritt des Notfalls und dem Beginn der Versorgung in einer geeigneten Klinik.
Im Notfall wird über die 112 schnelle Hilfe angefordert. Viele Menschen wissen allerdings nicht, welche Prozesse der Notruf in Gang setzt und dass alle Beteiligten der Rettungskette aktiviert werden, um schnell die richtigen, teils lebensrettenden Maßnahmen in die Wege zu leiten. Der 11. Februar, der Europäische Tag des Notrufs, soll die Notrufnummer 112 bekannter machen und die Bevölkerung für dieses Thema sensibilisieren.
Wann die 112 – wann die 116 117?

Die 112 ist vor allem bei akuten, lebensbedrohlichen Notfällen zu wählen!
Besonders bei gesundheitlichen Notfällen, also immer dann, wenn Lebensgefahr besteht, ist die Notrufnummer 112 zu wählen. Darunter fallen zum Beispiel schwere Unfälle mit verletzten Personen oder der Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, Kreislaufkollaps, schwere Atemnot, starker Blutverlust, Vergiftungen und andere lebensbedrohliche Situationen.
Wird die 112 gewählt, initiieren die Mitarbeitenden in den Integrierten Leitstellen den zügigen, oftmals lebensrettenden Einsatz medizinischer Rettungsmittel für dringliche Notlagen. Jeder Patient soll schnellstmöglich genau die Hilfe bekommen, die er braucht. Bereits in den Leitstellen werden bei klar definierten Meldebildern mit Verdacht auf eine akute Lebensbedrohung bodengebundene Notärzte oder Rettungshubschrauber alarmiert. Diese bringen nicht nur hochqualifiziertes medizinisches Personal schnell zum Patienten, sondern stellen auch den unverzüglichen Weitertransport in eine geeignete Klinik sicher.
Für behandlungsbedürftige medizinische Beschwerden, die kein Notfall sind beziehungsweise nicht lebensbedrohlich, steht in Deutschland der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 zur Verfügung.
Die Rettungskette vom Notruf bis zur Klinik
Schnelle Hilfe aus der Luft
Die Luftrettung ist ein wichtiger Bestandteil des Gesamtsystems Notfallrettung. Sie leistet vor allem dann lebensrettende Arbeit, wenn es um die Versorgung schwerstverletzter und -erkrankter Patienten geht. Denn wenn alle Glieder der Rettungskette optimal ineinandergreifen, erhöhen sich die Überlebens- und Genesungschancen für die Patienten. Krankenhausaufenthalte oder der Umfang von Reha-Maßnahmen werden im besten Fall verkürzt. Neben der Verringerung von Leid tragen somit eine optimale Diagnostik und Therapie am Einsatzort auch zur Kostensenkung im Gesundheitswesen bei.
Luftrettung als Schlüssel im Notfallsystem

Die DRF Luftrettung ist mit 32 Hubschrauber-Stationen in Deutschland für diese Aufgabe optimal aufgestellt. Die Notärzte und Notfallsanitäter der DRF Luftrettung sind hervorragend ausgebildet. Dank modernster medizinischer Ausrüstung zur erweiterten Diagnostik sind sie bereits am Einsatzort in der Lage, eine bestmögliche Erstversorgung zu leisten und die für die weitere Therapie des Patienten geeignete Zielklinik auszuwählen.
„Von einer bedarfsgerechten und optimal auf den Einzelfall bezogenen Disposition der Rettungsmittel profitieren der Patient und das gesamte Gesundheitssystem“, erklärt Dr. Jörg Braun, Leiter Medizin und Geschäftsführer der DRF Luftrettung, das Anliegen der gemeinnützigen Organisation. „Daher bringen wir uns mit unseren Erfahrungen aus den Luftrettungseinsätzen in die versorgungspolitische Diskussion ein, um die Rahmenbedingungen für das optimale Zusammenspiel aller Akteure der Rettungskette stärker an die Bedürfnisse der Patienten auszurichten – auch über Landkreis- und Ländergrenzen hinweg“, so Dr. Braun.
Die DRF Luftrettung setzt sich außerdem für einen Ausbau der Luftrettung in den sogenannten Randzeiten und bei Nacht ein. Sie engagiert sich für eine umfassende digitale Vernetzung aller Akteure der Notfallversorgung und den Einsatz der Luftrettung bei ungünstigen Wetterbedingungen.
Europaweit vernetzt – grenzüberschreitende Hilfe
Der Europäische Tag des Notrufs 112 dient dazu, die Bekanntheit der europaweit gültigen Notrufnummer zu stärken und gleichzeitig die Arbeit aller in den Rettungsdiensten Tätigen zu würdigen. Er findet jedes Jahr am 11. Februar statt – ein Datum, das die Notrufnummer (11.2.) widerspiegelt. Ins Leben gerufen wurde dieser Aktionstag im Jahr 2009 durch das Europäische Parlament, den Rat der Europäischen Union und die Europäische Kommission. Ziel ist es, die europaweite Gültigkeit des Euronotrufs 112 stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern und die Vorteile einer durchgängigen Notrufnummer hervorzuheben. Die Einführung einer einheitlichen Notrufnummer begann in Deutschland in den 1970er Jahren. Im Jahr 1991 wurde die 112 in der EU und einigen Nachbarländern vorwahlfrei und kostenlos – auch über Mobiltelefone – verankert. Seit 25 Jahren dient sie als europaweiter Hilfenotruf und ermöglicht rund um die Uhr die schnelle Alarmierung von Rettungsdienst und Feuerwehr.
Die Verbundenheit in der schnellen Notfallhilfe innerhalb der Europäischen Union zeigt sich nicht nur in der gemeinsamen Notrufnummer, sondern auch in grenzüberschreitenden Einsätzen, die unter anderem von der DRF Luftrettung und ihren Tochtergesellschaften durchgeführt werden – etwa durch die Besatzungen von „Christoph Europa 5“ in Niebüll mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit in Dänemark. Ein weiteres Beispiel ist das Team der ARA Flugrettung mit dem RK-2 aus Reutte, das auch für Deutschland im Einsatz ist. Das Potenzial in diesem Bereich ist in Europa groß.
Über die DRF Luftrettung
Die DRF Luftrettung mit Sitz in Filderstadt ist eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Von 32 Stationen an 31 Standorten in Deutschland aus starten die Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge der gemeinnützigen Organisation zu ihren Einsätzen.
Hierzu gehören Einsätze in der Notfallrettung, Verlegungsflüge von kritisch kranken oder verletzten Personen zwischen Kliniken sowie Rückholungen von Patientinnen und Patienten aus dem Ausland. An 13 Hubschrauberstationen sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an einer weiteren ist die Besatzung im Tagbetrieb mit erweiterten Randzeiten einsatzbereit. An fünf Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungswinde zum Einsatz. Für den kontinuierlichen Ausbau dieser lebensrettenden Aufgabe ist die gemeinnützige Luftrettungsorganisation auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Rund 400.000 Fördermitglieder stehen bereits an der Seite des DRF e.V. Unterstützen Sie uns und werden auch Sie Mitglied. Weitere Informationen finden Sie beim Förderverein DRF Luftrettung.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

