Die Amrumer Windmühle gilt neben dem Leuchtturm als zweites Amrumer Wahrzeichen. Sie steht etwa 18 m über NN auf dem höchsten Geesthügel in Nebel und ist vermutlich mit ihren über 300 Jahren in der Bauart eines Kellerholländers die älteste Achtkant-Windmühle Deutschlands. Erk Knudten war der erste Müller, der zwischen 1770 und 1771 die Mühle erbaute. Er kaufte sie 1770 in Holland, wo sie seit ca. 1670 in Betrieb war, und verschiffte sie nach Amrum. Erst hier bekam sie die Reetdachbedeckung. Bis 1963 wurde auf dem Mühlenhügel Mehl gemahlen; dann musste der letzte Amrumer Müller, Hans Kristensen, den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen einstellen. Seit 1964 übernahm der Verein zur Erhaltung der Amrumer Windmühle e. V. die Räumlichkeiten und baute sie zu einem Heimatmuseum zur Inselgeschichte um. Seit 1967 ist die gesamte Anlage, die komplett mit Müllereimaschinen des letzten Betriebszustandes ausgerüstet ist, denkmalgeschützt. Das alte Gebäude bedarf steter Instandhaltung; oft mussten kostenintensive Reparaturarbeiten durchgeführt werden. So verursachte im August 2011 eine Orkanböe erhebliche Schäden; ein Mühlenflügel brach ab. Inselbewohner und Stammgäste spendeten rund 100.000 €, um die Windmühle wieder windgängig machen zu können. Auch im letzten Jahr haben erneut aufwendige Instandhaltungsarbeiten stattgefunden. Während der Saison werden an Sonn- und Feiertagen sowie während des wöchentlichen Föhrer Bauernmarktes am Sportplatz die Flügel in Bewegung gesetzt. Demnächst soll hier in Zusammenarbeit mit dem Nebeler Bäcker und dem Süddorfer Landwirt wieder Mehl gemahlen werden. Für gewöhnlich stehen die Windmühlenflügel in X-Form („Schere“) gegen den Wind, sodass man gut die vorherrschende Windrichtung ausmachen kann. Findet in Nebel eine Beerdigung statt, werden zu Ehren des Verstorbenen die Flügel in die senkrechte bzw. waagrechte Form („ins Kreuz“) gestellt.
Der Friedhof der Namenlosen liegt genau gegenüber der Mühle. Hier sind all die unbekannten, vorwiegend am Kniepsand angespülten Leichen beerdigt, die seit Errichtung der Gedenkstätte im Jahr 1906 auf Amrum angelandet sind. Die erste hier beigesetzte Strandleiche wurde am 23.8.1906 gefunden, und seitdem bezeichnet das Datum auf jedem Holzkreuz stets den Tag der Leichenauffindung. Es sind 31 Kreuze in zwei Reihen, die die Gräber der unbekannten Namenlosen kennzeichnen. Die letzten beiden unbekannten Strandleichen wurden am 28.9.1954 aufgefunden und hier bestattet. Etwas abseits der beiden gegenüberliegenden Grabreihen, etwas versteckt, gibt es ein weiteres, das 32. Kreuz, auf dem das Datum 4.6.69 verzeichnet ist. Hier wurde ein zunächst unbekannter weiblicher Leichnam bestattet, von dem jedoch ein Zahnstatus erhoben wurde, anhand dessen einige Zeit später eine Identifikation gelang. Die Monate später ausgemachten Angehörigen entschieden sich allerdings gegen eine Exhumierung und Überführung an den Heimatort, sodass seitdem auf dem Friedhof der Namenlosen doch eine namentlich bekannte Person begraben ist.
Der „Baagberag“ ist ein prähistorischer Grabhügel, der westlich des Namenlosenfriedhofs und nördlich des Sportplatzes liegt. Er ist auf der historischen Karte „Amrum – Reise durch die Zeit“ verzeichnet, ist jedoch – im Gegensatz zu vielen anderen Grabstätten auf Amrum – eher unscheinbar, und selbst viele Insulaner dürften ihn wohl kaum kennen. Die Grabhügel auf Amrum sind bedeutende archäologische Zeugnisse aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit. Sie geben Einblicke in frühere Bestattungsriten, dienen aber auch als historische Landmarken und als Aussichtspunkte. Größeren Bekanntheitsgrad haben unter anderem der „Klööwenhuuch“ zwischen Nebel und Norddorf, der „Naierhuuch“ in Norddorf, der „Katarhuuch“ in Nebel, der „Eesenhuuch“ und das Gräberfeld in Steenode.
In etwa vom Baagberag aus gingen die Aufnahmen über den Friedhof der Namenlosen hinweg auf die Mühle mit Blickrichtung West. Es ist faszinierend, wie kontrastreich die Ansichten zu den unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten sowie zu besonderen Anlässen sein können.
Die Nebeler Windmühle ist von vielen Seiten zu betrachten und wird sicherlich noch öfter in der Serie „Amrumer Kontraste“ auftauchen.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum













