59. Mitgliederversammlung des Amrumer Mühlenvereins – fleißige Helfer gesucht …

Die Amrumer Windmühle ist wieder in Bewegung – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Nach umfangreichen Restaurierungen kann sie erstmals seit Jahrzehnten wieder Getreide mahlen. Auf der 59. Mitgliederversammlung wurde jedoch klar: Für die Zukunft des historischen Wahrzeichens werden dringend weitere helfende Hände gesucht.

Die Nebeler Windmühle

Am Samstag, dem 2. Mai, fand im Restaurant „Strandpirat“ die 59. Jahreshauptversammlung des Vereins zur Erhaltung der Amrumer Windmühle e. V. statt.

Anwesend waren 20 Vereinsmitglieder, somit war die Versammlung beschlussfähig. Unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Volker Langfeld berichteten die Vorstandsmitglieder Kai Quedens (erster Stellvertreter), Martin Pörksen (zweiter Stellvertreter), Kassenwart Jess Tadsen, Schriftführerin Astrid Thomas-Niemann sowie die technischen Berater Leonard Langfeld und Felix Schade über die Aktivitäten des vergangenen Jahres rund um die Mühle.

Vereinsvorstand von li. Felix Schade, Kai Quedens, Lennard Langfeld, Martin Pörksen, Volker Langfeld, Jes Tadsen, Astrid Thomas-Niemann

Nach einer Gedenkminute für die verstorbenen Vereinsmitglieder wurde das Protokoll der Vorjahressitzung verlesen und der Kassenbericht vorgetragen. Dabei wurde berichtet, dass das letzte Geschäftsjahr zwar aufgrund der hohen Kosten für umfangreiche Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen mit einem Minus abgeschlossen wurde. Dank der in den Vorjahren gebildeten Rücklagen sowie einer Förderung durch die „Aktivregion Uthlande“ konnten jedoch nicht nur alle beschlossenen Maßnahmen umgesetzt und finanziert werden, sondern es besteht weiterhin ein deutliches Plus in der Vereinskasse. Der Verein steht also nach wie vor auf soliden Beinen und wird auch künftig die notwendigen Maßnahmen für den Erhalt der Amrumer Mühle stemmen können.

Die beiden Kassenprüfer Leif Quedens und Christian Engels bestätigten eine einwandfreie Kassenführung, und die Versammlung entlastete den Vorstand unter Enthaltung der eigenen Stimmen einstimmig.

Nach einer kurzen Pause, in der sich die Anwesenden ein Brokkoli-Süppchen schmecken ließen, berichtete der Vorstand über die Entwicklungen der vergangenen Jahre und gab zugleich einen Ausblick in die Zukunft.

Sturmschaden 2011

Insbesondere die Stürme „Anatol“ im Dezember 1999 sowie ein lokales Sturmereignis im August 2011 setzten der alten Mühle stark zu und führten über Jahre hinweg zu aufwendigen Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden auch dendrochronologische Untersuchungen durchgeführt, die ergaben, dass Teile der Holzkonstruktion bereits um 1670 entstanden sind. Die Amrumer Windmühle ist damit über 350 Jahre alt.

Ziel für die kommende Zeit ist es, die Mühle wieder so instand zu setzen, dass sie ihre ursprüngliche Aufgabe erfüllen kann: das Mahlen von Getreide. Seit August 2011 wurden rund 400.000 Euro in Restaurierungsmaßnahmen investiert, weitere 120.000 Euro flossen in die Erneuerung des Mahlsteins und den Einbau eines historischen Motors. Damit ist die Windmühle nach 63 Jahren wieder in der Lage, Getreide zu Mehl zu verarbeiten. Geplant ist, das auf Amrum angebaute Getreide zu mahlen und es anschließend von örtlichen Bäckern zu Brot und Brötchen weiterverarbeiten zu lassen. Auch für die Amrumer Bierbrauer „Kniip Brauster“ soll künftig Korn geschrotet werden.

Auf der Mitgliederversammlung wurde außerdem Kathrin Spranzel vorgestellt, die seit Anfang des Jahres fest beim Mühlenverein angestellt ist und hauptsächlich als Empfangskraft im Museum tätig ist. Sie berichtete, dass sich das Mühlenmuseum und die Besichtigungen weiterhin großer Beliebtheit erfreuen – insbesondere, seit sich die Mühlenflügel wieder regelmäßig drehen. Das Kassenhäuschen am Eingang wurde erweitert, und im hinteren Bereich der Mühle entstand ein Spiel- und Erlebnisraum, der vor allem jüngere Besucher anspricht.

Die Mühle im Kreuz zeigt eine Trauerfeier an

Volker Langfeld erläuterte zudem die Bedeutung des sogenannten „Ins-Kreuz-Stellens“ der Mühle: Stehen die Mühlenflügel in einem 90-Grad-Winkel („im Kreuz“) und sind die Windklappen geöffnet, findet an diesem Tag eine Trauerfeier auf Amrum statt. Sind die Flügel hingegen geschlossen, wurden sie vom Wind ungewollt in diese Stellung gedreht.

Mühlentag immer am Pfingstmontag

Die Vereinsführung rief dazu auf, sich ehrenamtlich zu engagieren. Helfende Hände werden stets benötigt – insbesondere für handwerkliche und technische Tätigkeiten. Ob Wartungsarbeiten an der Mechanik, Malerarbeiten oder Rasenpflege: Jeder, der Interesse hat, ist herzlich willkommen. Auch für das nächste große Ereignis, den Deutschen Mühlentag am 25. Mai 2026 (Pfingstmontag), werden noch Unterstützer gesucht.

Zum Abschluss bedankte sich Claudia Derichs, Vereinsmitglied und direkte Nachbarin der Mühle, bei Volker Langfeld und der gesamten Vereinsführung für ihr engagiertes Wirken im Zeichen des Amrumer Wahrzeichens „Nebeler Mühle“. Dies wurde von allen Anwesenden mit großem Applaus gewürdigt.

Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay., hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. War seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin und mittlerweile Ehefrau Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ gearbeitet hat. In 2024 ist er endgültig in den ärztlichen Ruhestand getreten. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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