Wasser, Abwasser, Häfen, Tankstelle und Leuchtturm: Seit 50 Jahren kümmern sich die Versorgungsbetriebe um zentrale Aufgaben auf Amrum. Beim Jubiläum kamen Weggefährten, Mitarbeiter und Vertreter der Gemeinden zusammen. Sie blickten zurück auf fünf Jahrzehnte – und auf eine Aufgabe, die sich ständig verändert.

Die Versorgungsbetriebe Amrum sind ein kommunales Unternehmen der drei Amrumer Gemeinden. Sie sind verantwortlich für die zentrale Trinkwasserversorgung, die Abwasserbeseitigung, den Betrieb des Fährhafens in Wittdün und der Mole in Steenodde, der Tankstelle sowie den Besichtigungsbetrieb des Leuchtturms.
Offiziell wurden die Versorgungsbetriebe Amrum 1976 gegründet, damals noch als Wasserwerke Amrum.

Zum 50-jährigen Bestehen hatte der Vorstand zu einem Empfang geladen. Im Rahmen eines Festaktes begrüßte Vorstand Christoph Hagenbruch unter anderem die Bürgermeister der drei Gemeinden, Vertreter von Feuerwehr und Polizei, Vertreter der Nachbarverbände von Föhr und Sylt, aktive und ehemalige Mitarbeiter sowie zahlreiche Weggefährten aus den vergangenen 50 Jahren, die die Entwicklung der Versorgungsbetriebe begleitet und auch mitgestaltet haben. Über 100 Personen waren der Einladung gefolgt.
Vom Hausbrunnen zum Wassernetz
Bis 1974 erfolgte die Wasserversorgung der Insel ausschließlich über Hausbrunnen. Mit der Bebauung der Südspitze von Wittdün wurde der Bau eines Wasserwerkes notwendig, das 1975 in Nebel Westerheide mit zwei Versorgungsbrunnen und einer Rohrleitung nach Wittdün in Betrieb genommen wurde. In den Jahren 1988 bis 1991 wurden dann Nebel, Süddorf und Steenodde an das Leitungsnetz angeschlossen. Norddorf folgte erst zwischen 2006 und 2010.
Unter dem etwa 2,5 km² großen Wasserschutzgebiet liegt eine große Süßwasserlinse. Aus insgesamt sechs Förderbrunnen werden jährlich etwa 400.000 m³ Süßwasser gepumpt, aufbereitet und durch das 43 Kilometer lange Wassernetz an etwa 1.300 Hausanschlüsse geliefert.
Bis 1978 erfolgte die Abwasserbeseitigung über sogenannte „Emscherbrunnen“. Bei dieser mechanischen Abwasserreinigung setzen sich die Schwebestoffe unten ab und bilden Faulschlamm, der entsprechend entsorgt werden musste. Im Jahr 1978 stellten Wittdün, Nebel und Norddorf auf Teichkläranlagen um. Hierbei handelt es sich um naturnahe, biologische Anlagen zur Abwasserreinigung, bei denen das Schmutzwasser über mehrere aufeinanderfolgenden Teiche oder Becken durch physikalische, chemische und biologische Prozesse gereinigt wird.

Neue Technik für sauberes Abwasser
Ab 2002 wurden die Kläranlagen schrittweise auf die moderne, platzsparende SBR-Technik umgerüstet. Hierbei bauen Mikroorganismen die organischen Verschmutzungen ab. Biologische Reinigung und Nachklärung können im selben Becken stattfinden.
Jährlich müssen auf Amrum zwischen 300.000 und 400.000 m³ Abwasser gereinigt werden. In den nächsten Jahren sollen die beiden Kläranlagen in Wittdün und Nebel zusammengelegt werden. Dazu wird die Kläranlage in Nebel ausgebaut.

Häfen, Tankstelle und Leuchtturm
Schon 1976 ging der Betrieb der Häfen Wittdün und Steenodde an die Versorgungsbetriebe über. Im gleichen Jahr ersetzte auch der heutige Fähranleger die alte Holzbrücke. Heute erreichen jährlich etwa 350.000 Passagiere, 50.000 Pkw und 40.000 Lkw über den Fährhafen Wittdün die Insel Amrum.
Da für den Fortbestand der Inseltankstelle am südlichen Nebeler Ortsausgang kein neuer privater Pächter gefunden wurde und ein „Benzinnotstand“ drohte, übernahmen die Versorgungsbetriebe 2007 die Inseltankstelle. 2008 erfolgte dann ein Neubau im Gewerbegebiet Süddorf. Jährlich werden etwa 240.000 Liter Super und 330.000 Liter Diesel verkauft.
1984 übernahmen die Versorgungsbetriebe zusätzlich die touristische Betreuung des Amrumer Leuchtturms. Jährlich genießen etwa 37.000 Besucher die Aussicht in 63 Metern Höhe.

50 Jahre, viele Weggefährten
Die Entwicklung der Versorgungsbetriebe ist auch eng mit dem Wirken von Norbert Gades verbunden, der viele Jahre leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Amrum war. In einer kleinen Ansprache erinnerte Gades an viele Meilensteine und ehemalige Mitarbeiter der vergangenen 50 Jahre. Ein Dank ging an den ehemaligen Betriebsleiter Henry Waidhas, der sich in besonderem Maße um die Entwicklung der Versorgungsbetriebe verdient gemacht hat.
Der ehemalige Prokurist der Wasserbaufirma Mohn aus Husum, Dr. Daniel Schade, hat über viele Jahre als beratender Ingenieur die Bauarbeiten an den Wittdüner Brücken begleitet. Dr. Schade erinnerte in seinen kurzen Ansprachen an zahlreiche Aktivitäten wie den Neubau des Fähranlegers, die neuen Seiteneinstiege und das immer wiederkehrende Ausbaggern der Fahrrinne für einen tidenunabhängigen Fährverkehr.
Wasserwerk öffnet seine Türen
Am Nachmittag konnte dann die Amrumer Bevölkerung ihr Wasserwerk im Rahmen eines Tages der offenen Tür besuchen. Etwa 250 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über die Wasserversorgung auf Amrum zu informieren. Bei den einzelnen Führungen bildeten sich lange Warteschlangen.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

