Nach der Brutsaison, wurden nun die Strandinseln abgebaut, um sie vor den Herbst- und Winterstürmen zu schützen. Ehrenamtliche von Öömrang Ferian i.F. und Schutzstation Wattenmeer e.V. packten gemeinsam an.

Gemeinsamer Einsatz für den Strandbrüterschutz
Es war wieder soweit: In der vergangenen Woche wurden die Strandinseln auf Amrum abgebaut. Mit vereinten Kräften machten sich Freiwillige des Öömrang Ferian i.F. und der Schutzstation Wattenmeer e.V. gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen daran, die mit Holzpfählen und Hanfseilen umfriedeten Bereiche zurückzubauen.
Hinter dem mittlerweile im zweiten Jahr laufenden Projekt steht der Schutz von Strandbrütern wie dem Sandregenpfeifer sowie der Küsten- und Zwergseeschwalbe. Amrum News berichtete bereits zu Beginn der Saison über den Aufbau der Strandinseln.
Betreuung und Kontrolle der Strandinseln über die Saison
Die abgegrenzten Bereiche dienen während der Brutsaison als ungestörte Ruhe- und Brutplätze, da sie von März bis Ende September von jeglicher Nutzung ausgenommen bleiben.
In dieser Zeit kontrollieren die Freiwilligen der Schutzstation Wattenmeer e.V. wöchentlich die Strandinseln. So werden die befriedeten Bereiche mit dem Fernglas nach Vögeln abgesucht und mögliche Gelege ausfindig gemacht. Sofern Gelege in den Strandinseln nachgewiesen werden, wird die Eizahl kontrolliert und das Funddatum notiert, anschließend wird eine Nestkamera aufgestellt, um sowohl Schlupf, als auch Störungen und Bewegungen am Gelege sowie Prädation nachweisen zu können.
In diesem Jahr waren die ersten Sandregenpfeifer bereits Ende März regelmäßig in den nördlichen Strandinseln zu beobachten. Ab Mai konnten dann auch in Nebel und Süddorf Sandregenpfeifer und Sanderlinge sowie Austernfischern beobachtet werden. Eine kleine Sensation waren die insgesamt 12 Zwergseeschwalben, die sich in zwei Strandinseln Ende Mai kurzzeitig aufhielten, dann aber weiterzogen. Es zeigt sich jedoch, dass die Vögel, die störungsfreien Strandinseln wahrnehmen und aufsuchen, um zu rasten.
Gelegeschutz und Bruterfolg in den Strandinseln
Anfang Juni konnte dann ein Gelege eines Sandregenpfeifer-Paares wie auch eines Austernfischers in den Strandinseln nachgewiesen werden. Vier Wochen später, konnten zwei Küken des Sandregenpfeifers und vier Küken des Austernfischers in den Strandinsel beobachtet werden – ein kleiner Erfolg.
Strandinseln werden abgebaut
Zum Ende der Brutsaison galt es nun, trotz starker Winde und zeitweiser Regenschauer insgesamt vier Strandinseln abzubauen. Die Freiwilligen der beteiligten Vereine ließen sich von der körperlichen Arbeit und dem teilweise widrigen Wetter jedoch nicht abschrecken und waren hochmotiviert bei der Sache.
Wie dynamisch sich die Landschaft auf Amrum im Laufe des Jahres verändert, zeigte sich besonders an der nördlichsten Strandinsel auf Höhe Westerheide. Hier sind die Dünen deutlich gewachsen. Der Zaun, der im Frühjahr noch auf Hüfthöhe aufgebaut worden war, ragte nun teilweise nur noch rund 30 cm aus dem Sand.
Vielleicht wird der Bereich durch Wind und Wetter im kommenden Jahr wieder freigelegt. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie sich die Dünenlandschaft über die Wintermonate weiter verändert.
Ein gemeinsamer Einsatz für den Naturschutz
Mit dem Abbau der Strandinseln endet das Projekt in diesem Jahr. Das Projekt zeigte wieder mal das Schutzzonen für Strandbrüter über die Saison eine Bedeutung haben und das Projekt nur mit vereinten Kräften erfolgreich sein kann.
Neben dem Einsatz der zahlreichen Freiwilligen und Ehrenamtlichen gilt ein großer Dank auch dem Bauhof in Nebel. Dieser unterstützt die Auf- und Abbauaktionen jedes Jahr tatkräftig – unter anderem beim Transport des Materials und durch die Bereitstellung von Werkzeugen. Auch für spontane Unterstützung stand der Bauhof immer wieder zur Verfügung.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum





