Das Öömrang Hüs ist ein Ort voller Geschichte – und manchmal auch voller Musik. Im Öömrang Hüs wurde diesmal nicht nur Geschichte erzählt, sondern gemeinsam gesungen, gelacht und gelauscht. Was als kleine Idee von Elisabeth und Dieter Jürschke begann, wurde schnell zu einem besonderen Erlebnis.

Ein erster Ton. Dann noch einer. Die Mundharmonika füllt die alte Dörnsk mit einer Melodie. Für einen Moment scheint die Zeit im Öömrang Hüs stillzustehen.
Ein Haus mit langer Geschichte
Zahlreiche Bewohner nannten das Haus im Laufe der Jahrhunderte ihr Eigen. Zu ihnen gehörte Urban Wögens, der 32 Jahre zur See fuhr, davon 15 Jahre als selbstständiger Schmackschiffer. Nach weiteren Besitzerwechseln wurde das Haus 1865 an den Steuermann Gerret Johann Korsemann verkauft.
1906 übernahm dessen Sohn Carl Korsemann das Haus. 1957 wurde es an den Hamburger Rechtsanwalt Dr. Uwe Heydorn verkauft. 1972 erwarben der Hamburger Architekt Helmut Landsmann und seine Frau Eva das Haus und bauten es im darauffolgenden Jahr um. Bis 1992 lebten sie dort im sogenannten „Landsmann-Haus“.
1992 begann ein neues Kapitel: Der Öömrang Ferian erwarb das Reetdachhaus für 800.000 DM ohne Inventar und richtete es als Heimatmuseum her. Im Juni 1994 öffnete das „Öömrang Hüs“ seine Türen.
Seit 1996 finden in der Dörnsk standesamtliche Trauungen statt. 2001 wurde das Reetdach für 65.000 DM neu eingedeckt. 2010 konnte das Höske bezogen werden.
Ehrenamtliche halten das Öömrang Hüs offen
Heute kümmern sich Ehrenamtliche um das Haus. Vormittags übernehmen in der Regel die Bewohner des Höske die Betreuung, am Nachmittag unterstützt eine kleine Schar Amrumer.
Für den Nachmittag werden dringend Mitarbeiter gesucht, die auf der Insel leben und Unterstützung leisten können. „Bitte, meldet Euch!“
Die Betreuer im Höske kommen aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland. Zuletzt waren Elisabeth und Dieter Jürschke aus Erfurt zum vierten Mal dabei.
Dieter Jürschke ist nach den Führungen für ein kleines Ritual bekannt: Zum Abschied spielt er ein kurzes Ständchen auf der Mundharmonika.
Diesmal sollte es nicht bei einem kurzen Abschiedslied bleiben.

Drei Abende mit Musik und Meer
Für die drei Donnerstagabende, an denen Elisabeth und Dieter Jürschke auf Amrum waren, hatte Dieter eine besondere Idee.
„Ein Abend für die Seele: Geschichten, Musik und Meer“ – ein „Literarisches Schummerstündchen“ mit Melodien auf der Mundharmonika.
Die Idee kam an. Die Abende waren schnell ausgebucht, weshalb vielen Interessierten abgesagt werden musste. Mehr als etwa ein Dutzend Personen passen schließlich nicht in die Dörnsk.
Die kleine Runde entwickelte ihren eigenen Zauber. Zu den bekannten Klängen der Mundharmonika sangen die Anwesenden kräftig mit, unter anderem bei „Junge, komm bald wieder“.
Dieter Jürschke war sichtlich bewegt: „Ich bin total gerührt und begeistert, damit hatte ich nicht gerechnet.“
Die Musik geht weiter
Mit seiner Mundharmonika machte Dieter anschließend noch einen Abstecher in die Senioren-WG am Feederhuugam in Nebel. Dort gab er eine Sondervorstellung für drei Bewohnerinnen – Inge, Ingeborg und Ingrid – sowie die WG-Sprecherin Conny.
Auch hier wurde mitgesungen, und die Damen hatten einiges zu erzählen. Dieter hatte die Melodie unseres Heimatlieds geübt. So konnten alle gemeinsam unsere Regionalhymne singen: „Dü min tüs min Öömrang lun“.
Für die Damen war es ein schöner Nachmittag und einmal etwas ganz anderes.
Im kommenden Jahr sind die Erfurter wieder da. „Wir freuen uns schon jetzt darauf“, sagten Elisabeth und Dieter Jürschke bei ihrer Abreise mit einem strahlenden Lächeln.
Was Dieter sich bis dahin einfallen lässt, bleibt abzuwarten.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

