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Neues Seekabel zwischen Föhr und Amrum wird unter Spannung kommen…

Die Arbeiten zur Erneuerung eines Seekabels, zur Sicherung der verlässlichen Stromversorgung der Insel Amrum durch die Schleswig-Holstein Netz AG, neigen sich dem Ende zu. Damit kann das Unternehmen noch in dieser Woche das zwischen den Inseln Föhr und Amrum neu verlegte Seekabel in Betrieb nehmen. Mit diesem 2,15 Millionen Euro umfassenden Projekt in die Stromversorgung der Insel Amrum wird das aus dem Jahre 1944 stammende und somit deutlich ältere als das zweite verlegte Kabel aus Altersgründen ersetzt. Die Gezeiten und der sich jeden Tag verändernde Wattboden zwischen den beiden Inseln bedeutet für die Seekabel erheblichen Stress. Nicht selten werden die in rund 1,7 bis 2,0 Metern Tiefe eingepflügten Kabel freigespült. Durch turnusmäßige Kontrollen zu Fuß als auch aus der Luft werden die Leitungen zwischen dem Festland und den Inseln Föhr und Amrum überwacht und gegebenenfalls wieder eingespült.

Wie wichtig die nun erfolgte Erneuerung ist, hat sich erst im Frühjahr 2015 gezeigt, als das neuere der beiden Seekabel repariert werden musste.

Drei mal Strom. einmal Glasfaser warten auf ihren Anschluss...

Drei mal Strom. einmal Glasfaser warten auf ihren Anschluss…

„Wir sind froh, dass wir die Arbeiten auf Amrum und Föhr soweit voranbringen konnten, dass das neue Seekabel in dieser Woche aufgeschaltet werden kann“, erklärt Christina Pinnow, Pressesprecherin des Unternehmens. An der Amrumer Odde wurden die Arbeiten zur Verbindung des Seekabels mit den zu Land verlegten Einzelkabeln bereits abgeschlossen. Nun gilt es in dieser Woche noch in Utersum auf Föhr die Verbindung herzustellen. Im Anschluss gilt es noch eine 1,2 km lange Glasfaserleitung auf Föhr unter die Erde zu bringen. Diese Arbeiten sind aber nicht relevant für die Einspeisung der 20.000 Volt Spannung. Das Glasfaserkabel, das  im Seekabel mit eingeflochten ist, dient der zur Datenübertragung für den Stromversorgung. Allerdings anders, als manche interessierte Passanten bei den Arbeiten an der Muffenstelle vermuteten, werden nicht die Internetnutzer die Zielgruppe sein, sondern der Energieversorger selbst. Über die Glasfaser, die auf Föhr bereits durchgängig verlegt wurde, werden die größeren Schaltanlagen auf den Inseln überwacht und zum Teil auch vom Festland aus, genauer aus der zentralen Netzleitstelle in Rendsburg aus, bedient.
Im Vergleich zu einem auf dem Festland verlegten Mittelspannungskabel werden bei einem Seekabel die drei Adern der Leitung unter einem gemeinsamen Außenmantel gebündelt. Bis zur nächsten Schaltstation, wurden die drei Adern einzeln nebeneinander verlegt. „Das Seekabel ist so aufgebaut, dass alle Adern in sich schon wasserunempfindlich sind und zusätzliche ein Bewehrungsgeflecht das Kabel vor mechanischen Beschädigungen und vor den Einwirkungen durch die Strömung im Wattenmeer schützt“, erklärte Jörg Krassowski vom Bautrupp Sonderkabel aus Rendsburg bei den Kupplungsarbeiten an der Amrumer Odde.

Nessie bei der Arbeit...

Nessie bei der Arbeit…

Bei der Verlegung des 4,5 km langen Seekabels wurde erstmals im Wattenmeer ein 18 Meter langes, über zehn Meter breites, 91 Tonnen schweres Raupenfahrzeug eingesetzt. Das 1214 PS starke Getüm ist vom Typ Nessie V und brachte mit einem Vibrations-Pflugschwert das neue Seekabel rund 1,7 Meter tief ins Watt ein. „Das Besondere an diesem raupengesteuerten Verlegeverfahren ist, dass Nessie das Kabel laden kann und somit kein zusätzliches Fahrzeug für den Transport und das Abrollen des Kabels notwendig ist. Damit fällt die Belastung des Wattbereichs deutlich geringer aus als bei traditionellen Verlegeverfahren. Durch die extrem breiten Antriebsketten fällt die Bodenbelastung pro Quadratzentimeter“, erklärte Projektleiter Karsten Reimer.

„Für die Durchführung dieser Maßnahme wurden uns enorm hohe naturrechtliche Auflagen im Ökosystem des Wattenmeeres auferlegt, sodass wir ein festes Zeitfenster für die Maßnahme zugeteilt bekommen haben“, so Reimer weiter. Verschiedene Behörden und Ämter für Naturschutz, Küstenschutz sowie die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mussten nicht nur der Verlegung, sondern auch dem neuen raupengesteuerten Kabelverlegeverfahrens zustimmen. Aus Rücksicht auf die Brutzeiten durfte die Verlegung zudem nur in der Zeit von Mitte Juli bis Ende September erfolgen. Ende September greift dann die dem Küstenschutz geschuldete Deichruhe.

Die Verbindung wird hergestellt...

Die Verbindung wird hergestellt…

Zur Versorgung der nordfriesischen Inseln und Halligen mit Strom betreibt die Schleswig-Holstein Netz AG zwölf Seekabel unter der Nordsee. Sollte eines der beiden Seekabel einmal ausfallen, würde das andere die Stromversorgung aufrechterhalten.

„Die Versorgung der Inseln und Halligen mit Strom ist und bleibt für uns eine besondere Aufgabe. Die SCHLESWAG – ein Vorgängerunternehmen von SH Netz – hat die Seekabel gelegt, um den Bewohnern das Leben auf den Inseln und Halligen so weit wie möglich zu erleichtern und weitere Abwanderungen von den küstenschutztechnisch so wichtigen Eilanden zu verhindern“, erklärt Netzcenterleiter Sönke Nissen, der mit seinem Team in Niebüll für den Betrieb des Seekabels verantwortlich ist.

Der eigentlichen Legung des Seekabels sind umfangreiche Planungen vorausgegangen, so betrug allein die Lieferzeit für das Seekabel sechs Monate. Nach der Inbetriebnahme gilt es das alte Seekabel aus dem Wattboden zu bergen und  die Materialien so weit wie möglich zu recyceln.

Technische Daten:

Das neue 20.000-Volt-Seekabel ist rund 4,5 Kilometer lang und verbindet Norddorf auf Amrum mit Utersum auf Föhr. Das Seekabel wird auf beiden Seiten an eine Ortsnetzstation angeschlossen, die die Spannung aus dem Mittelspannungsnetz auf 400 Volt Niederspannung transformiert, mit der die beiden Inselnetze betrieben werden. Über drei Seekabel zwischen Oevenum auf Föhr und Emmelsbüll-Horsbüll ist Föhr und somit auch Amrum an das Versorgungsnetz des Festlands angeschlossen.

Hersteller – NEXANS

Typ – NA2XS(FL)2Y 1×150 RE/25

Länge – ca. 4,5 Kilometer

Durchmesser – 101 Millimeter

Gewicht – 11.900 Kilogramm/Kilometer

Einspültiefe – ca. 1,7 Meter

Spannungsebene – 20.000 Volt

Übertragungskapazität – 8,05 MVA

Die Schleswig-Holstein Netz AG im Kurzprofil

Die Schleswig-Holstein Netz AG ist als Betreiber von Strom- und Gasleitungen in rund 1.000 Kommunen in Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen für den sicheren und zuverlässigen Betrieb der Energienetze verantwortlich. Als Partner der Energiewende hat das Unternehmen in den letzten Jahren rund 32.500 Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien an seine Netze angeschlossen.

Die rund 600 Mitarbeiter sind mit diversen technischen Standorten sowie der zentralen Netzleitstelle in Rendsburg im ganzen Land präsent. Insgesamt betreiben sie rund 50.000 Kilometer Hoch-, Mittel- und Niederspannungs-, 15.000 Kilometer Gas- und 7.500 Kilometer Kommunikationsnetze in Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen.



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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.
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