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„Der Kindergarten ist uns wichtig“ – Familie Koßmann übergibt Spendenscheck…

Anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Romantik Hotels Hüttmann in Norddorf feierte Familie Koßmann das bedeutende Jubiläum im großen Rahmen (Amrum News berichtete) und hatte statt der üblichen Blumen und Geschenke um einen Obolus für den Inselkindergarten gebeten. Jetzt wurde der Scheck übergeben und Kindergartenleiter Lothar Herberger konnte hoch erfreut 2.735 Euro für die Raum-Ausstattung der neu einzurichtenden Krippengruppe in Empfang nehmen. Barabara Hittpass-Koßmann und Peter Koßmann ließen es sich nicht nehmen, den großzügigen Scheck höchstpersönlich im Kindergarten zu überreichen.

Dankeschön an Barbara und Peter Koßmann vom Romantik Hotel Hüttmann

Wie sie auf die Idee gekommen seien, das Geld dem Kindergarten zu spenden, wollte ich von ihnen wissen. Sie spenden gern für etwas ganz Konkretes, meinte das Hoteliers-Ehepaar. Es sei ihnen wichtig zu wissen, wohin genau das Geld geht und dass es für etwas Sinnvolles ausgegeben wird. Sie wollten mit ihrer Spende auch etwas für die Insel tun, die habe es nicht ganz leicht und man wisse ja, dem Kindergarten ginge es nicht so gut.

„Wir haben schon oft für den Kindergarten gespendet. Der Kindergarten ist wichtig. Kinder sind unsere Zukunft“, sagt Barbara Koßmann. „…die nächste Generation“ – schmunzelt ihr Gatte. „ Es fing damit an, als bei einem unserer Angestellten das erste Baby unterwegs war. Wir scherzten damals, wenn unser Hotel schon so fruchtbar ist, wollen wir auch etwas für die Kinderbetreuung dazu geben und so entstand die Idee, auf einer Weihnachtsfeier Bingo zu spielen und den Erlös dem Kindergarten zu spenden“, erinnert sich Barbara Koßmann.

Das Unternehmer-Ehepaar war ganz berührt, dass sie zur Scheck-Übergabe in den Raum der Allerkleinsten durften. Die fremdelten kein bisschen und ließen sich vom hohen Besuch in ihrem Tun nicht stören. Flugs hatte Frau Koßmann die Schuhe ausgezogen und Herr Kossmann enterte gleich den Aufgang zur Rutsche vom Kletterschiff, als sei es das Normalste von der Welt, sich erst einmal den Spielregeln anzupassen, wenn man hier als Erwachsener hereinkommt. Die Mini-Malven samt Erzieherinnen nahmen Haltung an auf dem Oberdeck und dann war alles Klarschiff zur Begrüßung des Scheckeingangs.

Und wie soll die neue Krippengruppe nun genau ausgestattet werden – geht das Geld in ein Kletterschiff oder in eine romantische Kuschelecke, wollte ich von Kindergartenchef Herberger wissen. Im Detail könne dies erst entschieden werden, wenn klar sei, welche Räumlichkeiten dafür im nächsten Jahr zur Verfügung stünden. Man hoffe, das vom Amrumer Schützenverein nicht mehr genutzte Gebäude gegenüber umbauen und langfristig anmieten zu können, sagte er, denn der Kindergarten platze bereits jetzt aus allen Nähten und das Land gewähre derzeit außerordentlich hohe Zuschüsse für den Ausbau von Kindertagesstätten.

Dass im Inselkindergarten inzwischen 86 Kinder betreut werden und 40 Kinder sogar über Mittag bleiben, sorgt bei vielen Insulanern immer wieder für Erstaunen. Barbara und Peter Koßmann bestätigten den Trend, dass beide Elternteile arbeiten, um den Lebensstandard auf der Insel zu halten. Sie beobachteten dies schon seit Jahren. Überraschend war aber auch für sie, dass in diesem Jahr voraussichtlich 15 Amrumer Babies das Licht der Welt erblicken und deren Eltern – wie auf dem Festland – meist gleich nach der Geburt einen Kita-Platz beantragen, damit sie ihr Kind nach Ablauf der Elternzeit auch wirklich versorgt wissen. Im Unterschied zum Festland gibt es auf einer kleinen Insel wie Amrum aber keine Ausweichmöglichkeit. Wenn hier jemand sein Kind im Kindergarten anmeldet, dann steht es zu dem Zeitpunkt auch vor der Tür, lehrt die Erfahrung.

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Über Astrid Thomas-Niemann

Astrid Thomas-Niemann ist gelernte Schifffahrtskauffrau sowie studierte Sprach- und Erziehungswissenschaftlerin. Sie hat viele Jahre als Schifffahrtsanalystin gearbeitet und lebt seit 2015 in Wittdün. Als junge Frau kam Astrid 1981 das erste Mal auf die Insel und besuchte auf Zeltplatz II die Niemanns aus Hamburg, die Amrum seit 1962 urlaubsmäßig die Treue halten, inzwischen bereits in der 4. Generation.
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